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Formel 1

Macht keinen Sinn zu spekulieren, wir planen mit ihm - Marko: Kein Verstappen-Wechsel zu Ferrari

Die Scuderia hat angeblich Max Verstappen am Radar, doch Helmut Marko dementiert schnell, der Toro Rosso-Rookie habe einen kugelsicheren Mehrjahresvertrag.
von Raphaela Scheidl

Motorsport-Magazin.com - Ein Engagement bei Ferrari für Max Verstappen - dieses Gerücht machte kurz vor dem Großen Preis von Großbritannien die Runde im Formel-1-Lager. Die Scuderia hätte Interesse gezeigt, den Toro Rosso-Rookie für 2016 zu verpflichten. Der Verbleib von Kimi Räikkönen bei den Roten ist bekanntlich immer noch unsicher. Bis Ende Juli will man sich in Maranello betreffend der Cockpit-Vergabe für die kommende Saison entscheiden.

Max hat bei uns einen Mehrjahresvertrag unterschrieben.
Dr. Helmut Marko

Auch Namen wie Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo fielen bereits als mögliche Nachfolger auf Räikkönen. Nachdem Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko bereits bei Ricciardo dementierte und versicherte, dass der Australier einen kugelsicheren Vertrag mit Red Bull hätte, weist er nun auch die Gerüchte um Rookie Verstappen zurück. "Es macht überhaupt keinen Sinn zu spekulieren", so Marko. "Max hat bei uns einen Mehrjahresvertrag unterschrieben", so sein Kommentar. Man plane bereits mit Verstappen für 2016. "Ja, das ist der Plan, er wird auch nächstes Jahr für Toro Rosso fahren", bestätigt Marko gegenüber der holländischen Zeitung De Telegraaf.

Max Verstappen fährt 2015 seine erste Formel-1-Saison für Toro Rosso - Foto: Sutton

Erfahrung fehlt

Max war sehr gut im freien Training, aber im Qualifying und Rennen war er das nicht.
Dr. Helmut Marko

Für den Toro Rosso-Rookie ist das Gerücht um ein Engagement in Maranello vor allem eine Bestätigung seiner Leistung. "Es bedeutet wohl, ich schlage mich ganz gut", reagierte der 17-Jährige vergangene Woche darauf. Der Teenager fährt aktuell seine erste Formel-1-Saison und hat bisher neun Rennen absolviert. Platz sieben in Malaysia und Rang acht in Österreich brachten dem Belgier bisher zehn Saisonpunkte und aktuell Rang 14 in der WM-Wertung.

In Silverstone verlor Verstappen in Kurve zwei die Kontrolle über seinen Wagen und stieß frontal gegen die Leitplanken - Foto: Sutton

Jedoch gelang es Verstappen auch erst vier Rennen zu beenden, fünf Mal sah der 17-Jährige bisher keine Zielflagge - wie auch am vergangenen Wochenende in Silverstone. Während Verstappen im freien Training noch glänzen konnte und ähnliche Longrun-Zeiten wie Nico Rosberg fuhr, sah das Ergebnis am Sonntag komplett anders aus. "Max war sehr gut im freien Training, aber im Qualifying und Rennen war er das nicht", bestätigt auch Marko.

Der Toro Rosso-Pilot verlor nach einer frühen Safety-Car-Phase in Kurve zwei die Kontrolle über seinen Wagen und schlitterte ins Kiesbett, wo er frontal gegen die Leitplanken stieß. Dieser Fehler bedeute für ihn das fünfte Aus der Saison. "Viel hat einfach mit Erfahrung zu tun. Am Freitag eine gute Leistung zu bringen ist leider nicht so wichtig, wie am Sonntag", erklärt Marko.

Wir haben immer die Zukunft im Blickfeld. Sein Ziel ist es, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen.
Jos Verstappen

Was Verstappen brauche ist Routine, darauf wird man bei Ferrari nicht warten, weiß auch Verstappens Vater Jos. "Wir haben immer die Zukunft im Blickfeld. Sein Ziel ist es, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen", erklärt der ehemalige F1-Pilot. "Aber aktuell geht es eher darum, dass Max Erfahrungen sammelt", spricht auch er sich mehr für Toro Rosso aus.


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