Michael Schumacher verspürt nach dem schmerzlichen Rennwochenende von Sepang "weder Frust noch Freude". "Das ist ganz einfach ein Ergebnis, das wir hinnehmen müssen", sagt der siebenfache Champion über die klare Niederlage gegen die Konkurrenz.
"Wir wissen genau, wie wir den Misserfolg von heute einschätzen müssen. Man darf das nicht überbewerten. Ich glaube schon, dass wir dieses Jahr noch Rennen gewinnen werden", macht der Ferrari-Star seinen Fans etwas Mut. Fügt jedoch hinzu, dass dies noch "ein bisschen dauern" könnte. "Es ist auch schwierig zu verstehen, wenn man bedenkt, dass wir 2004 15 von 18 Rennen gewonnen haben und jetzt werden wir mit Mühe und Not Siebter. Das ist schon ein Riesenunterschied und schwer nachzuvollziehen. Aber ich habe schon immer gesagt auch im letzten Jahr: Das Blatt kann sehr schnell wenden."
Hierzu müssen man an "verschiedenen Baustellen" arbeiten und nicht nur ein entscheidendes Problem beheben. "Ich glaube, wir müssen alle Punkte bei uns kritisch sehen, nicht nur einen. Wir haben in der Vergangenheit nicht nur wegen Bridgestone Meisterschaften gewonnen und wir werden jetzt nicht nur Siebter wegen Bridgestone", nennt er dennoch eine Komponente, die in Sepang mehr als nur versagte. "Da sind viele Punkte für verantwortlich. Ich glaube, dass wir im Moment nicht ein besonderes gutes Auto haben im Verhältnis zu den anderen."
Auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso fehlen dem Champion nach zwei von neunzehn Rennen bereits 14 Zähler. "Das ist, glaube ich, noch kein Weltuntergang", versucht Schumacher die Situation ruhig zu sehen. "Andererseits ist Renault im Moment schneller als wir. Man darf aber nicht vergessen, dass Sepang für uns immer schon ein schwieriges Pflaster gewesen ist. Ob wir das in punkto Meisterschaft noch hinkriegen, das muss man im Moment ein bisschen in Frage stellen. Wenn einmal fünf, sechs Rennen um sind und wir immer noch keine Chance haben, brauchen wir von der Meisterschaft nicht mehr zu reden. Aber nach zwei Rennen ist es vielleicht schwierig, jedoch nicht hoffnungslos."
Der große Trumpf soll der neue F2005 werden, welcher laut Ross Brawn aber auch noch nicht alle Probleme alleine beheben kann. Entsprechend bleibt auch Schumacher vor seinem ersten Test mit dem neuen Auto in der kommenden Woche in Mugello auf dem Boden: "Ich glaube nicht, dass wir in Bahrain schon Luftsprünge machen können. Es wird etwas besser laufen als hier. Aber ich gehe davon aus, dass wir in Imola wieder recht gut aussehen werden."



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