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Formel 1

Turbolader und MGU-H neu - Räikkönen: Probleme mit harten Reifen

Kimi Räikkönen fuhr am Freitag in Silverstone die zweitbeste Zeit. Allerdings ist der Iceman nicht rundum zufrieden.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Nach zuletzt schwachen Vorstellungen in Österreich und Kanada konnte Kimi Räikkönen zumindest am Freitag in Silverstone wieder überzeugen. Der Finne setzt am Nachmittag die zweitschnellste Zeit und war somit ersten Mercedes-Verfolger.

Mit 1:34.502 Minuten war Räikkönen auf der zweitlängsten Strecke im Rennkalender lediglich 0,347 Sekunden langsamer als der Tagesschnellste Nico Rosberg. Bemerkenswert: Im ersten und im letzten Sektor setzte der Ferrari-Pilot sogar die absolut schnellste Zeiten. Nur im Mittelsektor ist der Ferrari noch nicht auf Augenhöhe mit dem Silberpfeil.

Vielleicht war es nur das eine Set oder es sind generell die harten Reifen, die hier knifflig sind.
Kimi Räikkönen

Interessant: Ferrari brachte für den Großbritannien GP Turbolader und MGU-H Nummer drei für beide Piloten. Gerade in Silverstone sind diese Komponenten wichtig, weil der Abgasstrom konstant hoch ist. 70 Prozent der Rundendistanz werden Vollgas gefahren.

Trotzdem fehlt Ferrari noch eine Ecke auf Mercedes. Vor allem auf der härteren Mischung. "Auf den harten Reifen tat ich mich schwer, warum auch immer - vielleicht war es nur das eine Set oder es sind generell die harten Reifen, die hier knifflig sind", erklärte Räikkönen nach den Trainingssitzungen.

Die härteste Mischung beschrieben schon mehrere Piloten als Steinreifen. Im zweiten Sektor, wo durch Cops, Maggots, Becketts und Chapel vor allem Abtrieb gefragt ist, verliert Ferrari. Mit weniger Abtrieb ist es auch schwieriger, den Reifen strukturell auf Temperatur zu bekommen. Deshalb tut sich Mercedes etwas weniger schwer.

Ferrari mit neuem Trainings-Programm?

"Auf dem Medium sieht es aber auf eine Runde ziemlich okay aus", gibt sich der Iceman optimistisch. "Es war kein einfacher Tag, aber wir haben etwas lernen können. Wir müssen die Dinge noch immer verbessern und unkomplizierter machen. Wir haben noch Arbeit vor uns, aber wegen den Problemen mit den harten Reifen war die Session etwas durcheinander."

Nachdem Ferrari zuletzt im Training immer gut aussah, in Qualifying und Rennen dann aber deutlich abreisen lassen musst, forderte Teamchef Maurizio Arrivabene zuletzt eine anderer Herangehensweise seines Teams. Räikkönens Aussagen machen nicht besonders viel Mut, dass die Scuderia den Freitag nun grundlegend anders angeht: "Es sieht gut aus, aber wer weiß schon, was über das Wochenende passiert? Es ist nur Freitag."


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