Formel 1

Eigene Probleme in den Griff bekommen - Prost: Mercedes-Dominanz schadet F1 nicht

Die Silberpfeile haben in Melbourne in allen Trainingseinheiten, im Qualifying und im Rennen den Ton angegeben. Das gefällt nicht jedem.
von Haris Durakovic

Motorsport-Magazin.com - Was 2014 die Regel war, scheint auch 2015 nicht anders zu werden: die Konkurrenz bekommt von den Silberpfeilen nur das Heck zu Gesicht. Pfeilschnell enteilen Lewis Hamilton und Nico Rosberg dem Rest des Feldes. Nur bei den Überrundungen bekamen die Fahrer ab Platz sechs die Mercedes noch einmal zu sehen. McLaren-Pilot Jenson Button wurde gleich zweimal dieses zweifelhafte Vergnügen zuteil.

Einige Beteiligte, allen voran Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Bernie Ecclestone, sehen in der Dominanz von Silber einen Schaden für die Formel 1 und fordern eine Motoren-Neutralisierung. Ein Wettbewerbsvorteil habe Mercedes laut Ecclestone zu ihrer Dominanz verholfen: "Die Leute von Mercedes standen in engem Kontakt zur FIA, als die Regeln definiert worden sind."

Zuletzt schlug sich McLaren-Fahrer Button auf die Seite von Mercedes, der dem Weltmeister-Team zugesteht, dass sie einen besseren Job geleistet haben als alle anderen. Der vierfache F1-Weltmeister Alain Prost schlägt ähnliche Töne an: "Man akzeptiert es einfach nicht mehr, wenn jemand dominiert und einen guten Job abliefert. Das ist nicht F1, das ist Wettbewerb!" Diese Art von Dominanz sei ein Teil der Formel 1.

Der Franzose überrascht gerade als Markenbotschafter für Renault mit seinen Äußerungen. "Mercedes hat sich drei, vier Jahre darauf vorbereitet, so gut zu sein", so Prost. Und es würde weitere zwei bis drei Jahre dauern, um die Silberpfeile einzuholen. Dabei sollte die Arbeit von Mercedes anerkannt und respektiert werden.

Zunächst müssen jedoch die eigenen Baustellen geschlossen werden. Er denkt und hofft, dass Renault die Probleme mit der Power-Unit bald in den Griff bekommen kann: "Vielleicht schon in ein bis zwei Rennen."


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