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Formel 1 / Historisches

Arrows, Tyrrell & Co. - Die verschwundenen Teams der Formel 1

Endgültiges Aus für Caterham. Motorsport-Magazin.com erinnert an die verschwundenen Teams der Königsklasse.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Bei Caterham gehen endgültig die Lichter aus. Die Habseligkeiten des Teams werden versteigert, an seinen Start in der Saison 2015 ist nicht zu denken. Anlässlich dieser traurigen Meldung erinnert Motorsport-Magazin.com an die verschwundenen Rennställe in der Formel 1 seit 1990.

HRT F1 Team (2010 - 2012)

Foto: Sutton

Das HRT F1 Team war von 2010 bis 2012 in der Königsklasse aktiv. Gemeinsam mit Marussia (damals Virgin) und Caterham (damals Lotus Racing) war HRT eines der drei neuen Teams der Formel 1. Während sich die anderen beiden Rennställe in den folgenden Jahren jedoch etablierten, kämpfte HRT bereits frühzeitig um einen Erhalt. Ende des Jahres 2013 zog sich das Team um Colin Kolles aus der Formel 1 zurück.

Bereits in der zweiten Hälfte der Saison konnte HRT das Auto nicht weiterentwickeln und ging wiederholt mit veraltetem und unsicherem Material auf die Strecke. Dennoch bestritt das Team alle Rennen. Im Januar 2013 wollten kanadische und US-amerikanische Investoren das Team übernehmen, doch die Einschreibefrist für die kommende Formel-1-Saison war bereits abgelaufen. Es kam zu keinem Deal, die Fahrzeuge wurden verkauft.

US F1 (kein Start)

Foto: Sutton

Formel-1-Team oder nicht? Nach eigenen Aussagen würde man vermutlich heute die Formel 1 ähnlich dominieren wie Mercedes, doch an den Start gingen die Amerikaner nie. Der ehemalige F1-Ingenieur Ken Anderson und der ehemalige F1-Teammanager und F1-Journalist Peter Windsor wollten sich im Jahr 2010 einen Traum erfüllen, an dem sie angeblich seit mehreren Jahren gearbeitet hatten.

Amerika sollte der perfekte Standort für ein Formel-1-Team werden - die Infrastruktur, die Zulieferer, die genialen amerikanischen Geniestreiche, all das sollte in der NASCAR-Hochburg Charlotte in North Carolina zuhauf vorhanden sein und den F1-Einstieg von USF1 zum Kinderspiel machen. Weit gefehlt. Schon bald musste sich das Team mit leeren Fabrikhallen und weißen Bürowänden mit Bildern von Jim Clark in Internetsatirevideos als Toasterfabrik verspotten lassen. Der Untergang des amerikanischen Traums hatte begonnen. USF1 stieg aus, bevor es überhaupt eingestiegen war.

Brawn GP (2009)

Foto: Sutton

Die Geschichte von Ross Brawns Team umfasste zwar nur ein Jahr, dieses war jedoch äußerst erfolgreich. Dank dem revolutionären Doppeldiffusor waren Jenson Button und Rubens Barrichello in ihren mit Mercedes-Power befeuerten Boliden vor allem in der ersten Saisonhälfte nahezu unschlagbar, sodass sich Button zum Weltmeister küren konnte.

Zudem gewann Brawn GP auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Am Ende der Saison übernahm Mercedes die Mehrheit und verfügte damit wieder über ein Werksteam. Ross Brawn blieb der Mannschaft als Teamchef zunächst erhalten, das Silberpfeil-Team konnte jedoch erst nach seinem Abschied an die Erfolge von 2009 anknüpfen.

Toyota Racing (2002 - 2009)

Foto: Sutton

Die Japaner mit Sitz in Köln-Marsdorf brachten es auf 139 Rennen und immerhin 278,5 Punkte in der Königsklasse des Motorsports. Trotz eines Budgets von etwa 500 Millionen Euro pro Saison - damals wie heute eine absolute Rekordsumme in der Formel 1 - blieben sportliche Erfolge weitestgehend aus. Das lag zum einen daran, dass Toyota auf keinerlei Formel-1-Erfahrung durch die Übernahme eines anderen Teams bauen konnte und von Grund auf einen Boliden entwickeln musste.

Außerdem baute man von Anfang an auf ein eigenes Triebwerk, somit hatte man schon zu Beginn die Doppelbelastung, neben einem Formel-1-Chassis auch noch einen Formel-1-Motor entwickeln und bauen zu müssen. Erfolgreichster Fahrer in Toyota-Diensten war Jarno Trulli, der in 90 Grands Prix 129,5 Punkte erzielte. Auch Ralf Schumacher stellte sich drei Saisons lang in den Dienst des Automobilgiganten, abgesehen von drei Podiumsplatzierungen und einer Pole Position blieben die Erfolge allerdings aus. 2009 gab Toyota wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage den Ausstieg zum Saisonende bekannt.

BMW Sauber (2006 - 2009)

Foto: Sutton

BMW übernahm 2006 das Team von Peter Sauber und trat fortan mit einer eigenen Werksmannschaft an. Die erste Fahrerpaarung lautete Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve, wobei der Kanadier im Laufe der Saison durch Robert Kubica ersetzt wurde. Es war auch der Pole, der für die Münchner den einzigen Sieg feierte. Kubica gewann 2008 in Montreal ausgerechnet an jener Stelle, an der er im Jahr zuvor einen dramatisch aussehenden Unfall erlitten hatte.

Insgesamt erreichte BMW Sauber 17 Podestplätze und durfte sich 2007 über den Vizetitel in der Konstrukteurs-Wertung freuen. Im Juli 2009 gab BMW den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt und nachdem sich einige dubiose Interessenten gemeldet hatten, einigte man sich mit Peter Sauber über den Rückkauf des Teams.

Honda (2006 - 2008)

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Nachdem der japanische Automobilgigant schon in den Sechzigerjahren mit einem Werksteam in der Formel 1 aktiv war, wagte er die Rückkehr. Mit massiven Investitionen versuchte Honda an die Spitze der Königsklasse zu kommen, scheiterte dabei jedoch recht eindrücklich. Zwar gelang Jenson Button 2006 in Ungarn sein erster Sieg, im Folgejahr wurden jedoch nur magere sechs WM-Punkte erreicht und auch 2008 lief es nur marginal besser.

In erster Linie wird Honda wohl aufgrund der Fahrzeuglackierungen in Erinnerung bleiben, denn so wollte man 2007 mit einem Satellitenfoto der Erde auf den Klimaschutz hinweisen, was den Boliden aber auch nicht schneller machte - ebenso wenig wie die Verpflichtung von Ross Brawn als Teamchef. Im Dezember 2008 gab Honda bekannt, sich aus Kostengründen aus der Formel 1 zurückzuziehen und Brawn erwarb den Rennstall um den Preis von einem symbolischen Pfund.

Super Aguri (2006 - 2008)

Foto: Sutton

Nach bangen Wochen, gescheiterten Verhandlungen mit der Magma Gruppe und einer neuen Hoffnung durch die Weigl Group, kam das bittere Ende kurz vor dem Türkei GP 2008: Super Aguri stieg mit sofortiger Wirkung aus der Formel 1 aus. Damit endete ein Kapitel, das mit der Saison 2006 begann. Etwas mehr als zwei Jahre und vier WM-Punkte später, war es aufgrund von finanziellen Problemen zu Ende. Gegründet wurde Super Aguri vom ehemaligen Rennfahrer Aguri Suzuki unter der Mithilfe von Honda, um Takuma Sato eine Heimat zu bieten.

Jordan (1991 - 2005)

Foto: Sutton

Michael Schumachers erster Rennstall stieg dank dem Engagement von Softgetränkehersteller 7Up in die Formel 1 auf und verbuchte 1994 durch Rubens Barrichello den ersten Podestplatz. Vier Jahre Später gewann der ehemalige Weltmeister Damon Hill in Spa das erste Rennen für die Mannschaft von Eddie Jordan und in den Folgejahren sollten noch drei weitere Triumphe folgen.

Langsam aber sicher setzte jedoch der finanzielle Niedergang ein, weswegen Jordan das Team 2005 an den russischen Milliardär Alexander Shnaider verkaufte. In seiner letzten Saison erreichte Tiago Monteiro beim Skandalrennen von Indianapolis, an dem nur sechs Wagen teilnahmen, noch einmal das Podium.

Midland (2006)

Foto: Sutton

Die Geschichte des Nachfolgeteams von Jordan war ebenso kurz wie erfolglos. Die unter russischer Flagge startenden Piloten Tiago Monteiro und Christijan Albers erreichten keinen einzigen WM-Punkt und bereits im September wurde der Rennstall wieder verkauft. Neuer Eigner war ein Konsortium rund um den niederländischen Autohersteller Spyker.

Spyker (2007)

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Spyker teilte das Schicksal seines Vorgängers und schied nach einer Saison bereits wieder aus der Formel 1 aus. Mit Adrian Sutil, Markus Winkelhock, Sakon Yamamoto und Christijan Albers kamen vier Piloten zu Renneinsätzen, wobei Winkelhock am Nürburgring sogar kurzzeitig die Führung innehatte. Am 3. September übernahm der indische Geschäftsmann Vijay Mallya das Team, welches seit 2008 unter dem Namen Force India in der Königsklasse vertreten ist.

Minardi (1985 - 2005)

Foto: Sutton

Das italienische Team aus Faenza wurde in seiner langen Formel-1-Historie zum Inbegriff des Hinterbänklers. In 340 Grands Prix holten die Mannen von Giancarlo Minardi gerade einmal 38 Punkte. Die Geschichte der Italiener war geprägt von finanziellen Engpässen und schlechtem Material. Viele verschiedene Motoren- und Technologiepartner, nahezu jährlich wechselnde Fahrerbesetzungen - die einzige Konstante im Team waren die mangelnden sportlichen Ergebnisse.

Doch das sympathische Hinterbänklerteam gab oftmals jungen Piloten die Chance, sich auf der großen Bühne der Formel 1 zu präsentieren. Fahrer wie Fernando Alonso oder Mark Webber begannen ihre Karriere in der Königsklasse bei Minardi. Diese Tradition sollte auch nach der Übernahme durch Red Bull 2006 unter dem Namen Scuderia Toro Rosso weitergeführt werden. Kein geringerer als Sebastian Vettel fuhr in einem Auto, das auf Minardi zurückging, seine erste Pole Position und seinen ersten Sieg ein.

British American Racing (1999 - 2005)

Foto: Sutton

Teamchef Craig Pollock holte mit Jacques Villeneuve den von ihm gemanagten Weltmeister von 1997 ins Team und verpflichtete zudem Ricardo Zonta. Die hohen Erwartungen des Teams erfüllten sich jedoch nicht, im ersten Jahr belegte BAR sogar hinter Minardi den letzten Rang in der Konstrukteurs-Wertung.

Seine beste Saison erlebte die Mannschaft, die durch die zeitweise zweigeteilte Lackierung ihrer Boliden auffiel, 2004 mit dem Vize-Titel in der Konstrukteursmeisterschaft. Zu einem Sieg reichte es jedoch nie, aber in 117 GP gelang immerhin 15 Mal der Sprung auf das Podium. Ab 2006 ging das Team als Honda an den Start, da die Japaner alle Anteile übernommen hatten.

Jaguar Racing (2000 - 2004)

Foto: Sutton

49 Punkte in 85 Rennen. So lautete 2004 die ernüchternde Bilanz von Jaguar, bevor Red Bull die Briten übernahm und zum Weltmeisterteam formte. Im Jahr 2000 übernahm Ford Stewart Grand Prix und startete unter dem Namen Jaguar. Die britische Nobelmarke gehörte bereits seit längerem dem amerikanischen Automobilkonzern Ford, der sich mit dem Namen Jaguar in der Formel 1 eine Fortführung alter Motorsporterfolge versprach.

Doch abgesehen von zwei zweiten Plätzen von Eddie Irvine in Monaco - was mehr für die Qualität des Fahrers, als für jene des Autos spricht - blieben große Erfolge aus. Auch Niki Lauda konnte als Teamchef in den Jahren 2001 und 2002 den sportlichen Erfolg nicht nach Milton Keynes bringen. Erst als im Jahr 2005 das Team unter dem neuen Namen Red Bull Racing an den Start ging, stellten sich nach und nach Erfolge ein.

Arrows (1978 - 2002)

Foto: Sutton

Arrows wurde 1978 vom ehemaligen Rennfahrer Jackie Oliver gegründet. Nach vielen Jahren ohne größere Erfolge, jedoch meist mit WM-Punkten, verkaufte Oliver das Team zu Beginn des Jahres 1996 an den Schotten Tom Walkinshaw sowie dessen Firma TWR (Tom Walkinshaw Racing). Nach selten klaren Linien und mehreren erfolglosen Jahren kam 2002 das endgültige Ende für Arrows.

Zunächst fehlte Geld, um die Cosworth Motoren zu bezahlen, in Frankreich ging das Team dann aufgrund von Konflikten zwischen Walkinshaw und Teilhaber Morgan Grenfell erst gar nicht an den Start. In Deutschland nahm man ein letztes Mal an einem Grand Prix teil. Zwar reiste das Team zum Rennen in Belgien noch einmal an, doch die Autos blieben in den Ardennen unbewegt in den Boxen stehen. Die Überreste des Teams wurden versteigert.

Prost (1997 - 2001)

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Nach nur fünf Jahren in der Formel 1 musste Ex-Weltmeister Alain Prost seinen Rennstall Ende 2001 schließen. Zunächst sah alles sehr gut aus. Nach der Übernahme von Ligier zu Beginn der Saison 1997 konnte man mehrfach auf das Podium fahren und beendete die Saison als WM-Sechster mit 22 Punkten. Doch als 1998 die Partnerschaft mit Peugeot begann, ging es mit dem Team immer weiter bergab.

Wegen der schwachen und unzuverlässigen französischen Triebwerke sowie politischer Streitigkeiten zwischen Prost und Peugeot kam es fast zur Eskalation, als Peugeot-Techniker beim Frankreich Grand Prix 2000 nicht mehr an den Boliden arbeiten wollten. Der Winter 2001/2002 brachte für das Team des viermaligen Weltmeisters das endgültige Aus. Die Schulden des Teams waren nach einer weiteren schwachen Saison, in der auch die nicht gerade kostengünstigen Ferrari-Motoren bezahlt werden mussten, ins Unermessliche gestiegen. Der Professor war gescheitert.

Benetton (1986 - 2001)

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Eine antike Form des Red Bull Teams wird Benetton heute manchmal genannt. Der italienische Kleidungsfabrikant übernahm Ende 1985 das Toleman-Team in der Formel 1 und trat von 1986 bis 2001 bei 260 Großen Preisen an. Die größten Erfolge feierte Benetton 1994 und 1995, als man mit Michael Schumacher zwei Mal hintereinander den Weltmeistertitel holte.

Neben dem jungen Kerpener stieg vor allem Team-Boss Flavio Briatore mit dem Rennstall auf. Der italienische Multimillionär etablierte sich als Teamchef zwischen 1989 und 1997 und später zwischen 2000 und 2001 als feste Größe in der Formel 1. Doch so schillernd wie Briatore, war auch seine Führung des Teams: Immer wieder gab es in den Weltmeisterjahren Vorwürfe, Benetton gehe über die Grenzen des Reglements hinaus.

Ob illegale Traktionskontrolle, manipulierte Tankanlagen oder zu hoher Abrieb an der Bodenplatte - das schlechte Image kratzte sowohl am Team, als auch an den Fahrern. Ab der Saison 2002 startete das Team aus Enstone als Renault-Werksteam und erreichte 2005 und 2006 große Erfolge mit Fernando Alonso.

Stewart Grand Prix (1997 - 1999)

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Das Team von Formel-1-Legende Sir Jackie Stewart ging aus dem Paul Stewart Racing Team hervor, das Rennen in der britischen Formel 3 bestritt. Bei 49 Grands Prix konnte das in Milton Keynes ansässige Team immerhin einen Sieg und eine Pole Position holen. Rubens Barrichello fuhr im Stewart-Ford alle 49 Rennen und war erfolgreichster Pilot für die Briten.

1999, in der erfolgreichsten Saison des Teams, landete der Brasilianer in der Fahrer-WM auf Rang sieben und trug erheblich zum vierten Rang bei den Konstrukteuren bei. Während der Saison 1999 übernahm Ford das Zepter und trat ab 2000 unter dem Namen Jaguar Racing an. Interessanterweise schuf Stewart die Grundlage für das heutige Weltmeisterteam Red Bull, das wiederum später Jaguar übernehmen sollte.

Ligier (1976 - 1996)

Foto: Sutton

Hervorgegangen war Prost GP aus dem ehemaligen Ligier Team. Nach Erfolgen in den späten 70er und frühen 80er Jahren, in denen man acht Siege einfahren konnte und 1980 Zweiter in der Konstrukteursweltmeisterschaft wurde, ging es mit Ligier schon vor der Übernahme stetig bergab. 1995 übernahm Benetton-Teamchef Flavio Briatore das Team, bevor er es zum Teil an Tom Walkinshaw verkaufte. Doch auch diese Ehe war nicht von langer Dauer. Walkinshaw wollte das Team zu 100 Prozent übernehmen, doch Firmengründer Guy Ligier war nicht bereit, seine letzten 15 Prozent des Teams abzugeben.

Daraufhin übernahm Walkinshaw 1996 das Arrows Team und zog alle Mechaniker von Ligier ab, die nicht bei Ligier, sondern seiner Firma TWR angestellt waren. Nach dem Überraschungssieg 1996 in Monaco stand das Team somit plötzlich mit der Hälfte der Belegschaft da. Die Saison wurde mehr oder weniger schlecht beendet. Zwar lief die Vorbereitung für das Jahr 1997, aber keiner wusste so recht, was werden würde... Kurz vor dem Saisonstart übernahm Alain Prost das Team. Die Geschichte lehrte: wirklich besser wurde es dadurch nicht.

Tyrrell (1969 - 1998)

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Für knapp zwei Jahre sollten Ende der 90er Jahre der Formel 1 alle Teams erhalten bleiben; zumindest auf dem Papier. Denn schon im November 1997 verkaufte Ken Tyrrell schweren Herzens sein Team an den Tabakkonzern BAT sowie Adrian Reynard, Craig Pollock und Jacques Villeneuve, die daraus 1999 das British American Racing Team ins Leben riefen.

Zuvor stand für Tyrrell, dessen Team 1971 Konstrukteursweltmeister wurde und der 1971 und 1973 mit Jackie Stewart den Weltmeister stellte, aber noch die am meisten demütigende Saison der Teamgeschichte an. 1998 ging das Team noch unter dem Traditionsnamen Tyrrell an den Start, Ken Tyrrell hatte allerdings nichts mehr zu sagen und die BAR-Verantwortlichen wollten das Jahr mit möglichst wenig Ausgaben beenden, um 1999 mit dem umbenannten Team groß durchzustarten - wir erinnern uns an die vollmundigen Ankündigungen vom ersten Sieg im ersten Rennen.

Gegen Tyrrells Willen wurden die Piloten Toranosuke Takagi sowie Ricardo Rosset verpflichtet und nach einer Saison ohne Punkte, in der sich Tyrrell frühzeitig vom Kommandostand des Teams zurückzog, verschwand der Name Tyrrell für immer aus der Formel 1.

Lola (1997)

Foto: Sutton

Die Saison 1997 sollte ein ganz besonderes Comeback erleben: Lola wollte mit Hilfe des Sponsors MasterCard die Rückkehr in die F1 in Angriff nehmen. Bis dahin war Lola als Chassishersteller für Indycars sowie verschiedene Formelserien weit über die Formel 1 hinaus bekannt. 1962 war man zudem schon einmal in der Königsklasse unterwegs. Doch Firmengründer und Teamchef Eric Broadley ging von Beginn an falsch an die Sache heran.

Das Team wollte mit einem bereits 1994 vorgestellten, aber weiterentwickelten Chassis starten. Beim Saisonauftakt in Melbourne verpassten die Fahrer Ricardo Rosset und Vincenzo Sospiri mit einem Rückstand von über zehn Sekunden die Qualifikation. Schon in Brasilien ging das Team nicht mehr an den Start. Dem Team war das Geld ausgegangen. Somit blieb es bei einem Qualifikationsversuch für Lola.

Forti-Ford (1995 - 1996)

Foto: Sutton

Zu Beginn des Jahres 1995 wagte das Team von Guido Forti, mit Sponsorengeldern des Brasilianers Pedro Diniz, den Sprung in die F1; auch wenn man in der F3000 zuvor nicht besonders erfolgreich gewesen war. Neben Diniz steuerte Roberto Moreno den ersten Forti. 1995 sollte ein Lehrjahr ohne Punkte bleiben, doch zumindest konnte man sich gegen Ende der Saison des Öfteren vor den Hauptkonkurrenten um die vorletzte Startreihe, Pacific-Ford, qualifizieren.

1996 sollte alles besser werden, doch Pedro Diniz verließ mit Sponsor Parmalat das Team und der neue Wagen wurde erst zum vierten Saisonlauf, dem Europa GP, fertig. Beim Spanien GP tauchte Forti plötzlich mit einer neuen Lackierung und einem neuen Sponsor auf. Die "Finfirst" Gruppe um den Deutschen Ben Gertz und das Shannon Racing Team hatten sich bei Forti mit großen Versprechungen eingekauft.

Allerdings floss kein Geld und Shannon bestand auf den Besitz von angeblich 51 Prozent des Teams. Während Forti in England noch einen Qualifikationsversuch startete, reiste man beim Deutschland GP bereits am Freitag ab. Forti und Gertz zogen vor Gericht, um die Besitzverhältnisse zu klären, doch die kurze F1-Geschichte war zu Ende.

Pacific (1994 - 1995)

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Kaum länger war die Geschichte des Pacific Grand Prix Teams. Das aus der F3000 kommende Team rund um Teamchef Keith Wiggins stieg 1994 in die Formel 1 ein und konnte sich im Debütjahr kaum qualifizieren. 1995 sollte alles besser werden. Man träumte von ersten WM-Punkten und kaufte die Rechte am Namen Lotus.

Allerdings hielt man sich ab Saisonmitte nur noch mit Bezahlfahrern wie Giovanni Lavaggi und Jean-Denis Deletráz über Wasser, konnte am Ende der Saison 1995 die finanziellen Garantien für das Jahr 1996 nicht aufbringen und verabschiedete sich vom Namen Pacific Grand Prix sowie dem damit verbundenen Formel 1 Engagement. Unter dem Namen Pacific Racing zog man sich in die europäische F3000 Meisterschaft zurück.

Simtek (1994 - 1995)

Foto: Sutton

Nach nur einer Saison schlossen 1995 die Pforten des von Nick Wirth ins Leben gerufenen Simtek Rennstalls. Nach dem fünften Saisonrennen in Monaco ging dem Team das Geld aus, trotz viel versprechender Leistungen des jungen Holländers Jos Verstappen. Zwar sollte der Japaner Hideki Noda, der bereits 1994 bei Larrousse sein Formel 1-Debüt gegeben hatte, ab dem Kanada Grand Prix ins Lenkrad des Simtek greifen, da er japanische Sponsorgelder mitgebracht hätte, doch dazu kam es nicht mehr.

Man wollte zunächst aus finanziellen Gründen nur den Kanada Grand Prix in Übersee auslassen, doch auch beim folgenden Frankreich Grand Prix ließ sich das Team nicht mehr blicken und verschwand somit ohne viel Wirbel aus der F1-Welt. Teamchef Wirth heuerte beim Benetton Team an.

Larrousse (1987 - 1994)

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Der Rennstall des ehemaligen Renault Sportchefs Gerard Larrousse, der 1987 in die Formel 1 eingestiegen und bis 1991 mit Lola Chassis unterwegs war, kämpfte vor der Saison 1995 mit starken finanziellen Problemen. Im Winter 1994/95 sah es zunächst nach einem Zusammenschluss mit dem DAMS F3000-Team von Jean-Paul Driot aus. Doch diese Pläne zerschlugen sich, auch eine Partnerschaft mit dem Junior Team der Franzosen Laurent Barlesi und Jean Messaoudi, die Anfang März als Rettung des Teams angekündigt wurde, brachte keinen Erfolg.

Zunächst hieß es, dass man an den ersten beiden Überseerennen nicht teilnehmen werde und ab dem dritten Saisonlauf, dem Grand Prix von San Marino, wieder am Start sei. Aber aus diesem Vorhaben wurde nichts. Im Juni des Jahres wurde das gesamte Teammaterial versteigert.

Lotus (1958 - 1994)

Foto: Sutton

Die Saison 1994 sollte für das legendäre Lotus Team, das seit 1958 in der Formel 1 unterwegs war, die letzte werden. Das Team wurde sieben Mal Konstrukteursweltmeister und stellte sechs Mal den Fahrerweltmeister. Bereits in der Saison 1993 stand Lotus finanziell nicht gut da. Mit zwölf Punkten und Rang sechs in der Konstrukteurswertung waren aber zumindest die Ergebnisse noch akzeptabel.

1994 brachte es Lotus mit den relativ starken Mugen-Honda Motoren allerdings auf keinen einzigen Punkt. Hoffnungsträger Johnny Herbert verließ das sinkende Schiff bereits drei Rennen vor Saisonende. Im Oktober 1994 kaufte Dave Hunt, der Bruder des Formel 1-Weltmeisters von 1976, James Hunt, das Lotus Team und zeigte sich zuversichtlich, auch 1995 an den Start zu gehen, was allerdings nur eine Illusion war. Das Projekt von Hunt verlief im Sand, das Team wurde aufgelöst und die Belegschaft entlassen.

2010 kehrte der Name Lotus mit dem Team 'Lotus Racing' von Tony Fernandes zurück in die Formel 1. Eine Beziehung zu dem historischen Rennteam oder dem britischen Automobilhersteller bestand jedoch nicht. Eine Einigung mit David Hunt, der weiterhin die Rechte an dem Namen Lotus hielt, machte die Bezeichnung des Teams möglich. Auch das seit 2012 bestehende Lotus F1 Team hat zu dem historischen Rennstall keine Beziehung.

Coloni (1987 - 1991)

Foto: Sutton

Heute ist Coloni vor allem für sein Engagement in Nachwuchsrennserien bekannt, doch die Italiener nahmen auch an 82 Formel-1-Wochenenden teil, schafften aber nur für 14 Grands Prix die Qualifikation. Nachdem aufgrund der Zusammenarbeit mit Subaru Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft aufgekeimt war, musste das Team 1991 wegen finanzieller Probleme an den italienischen Schuhfabrikanten Andrea Sassetti verkauft werden, der plante, im Jahr darauf unter dem Namen Andrea Moda Formula an den Start zu gehen.

Andrea Moda Formula (1992)

Foto: Sutton

Das Team wollte den Saisonauftakt mit den Chassis von Coloni bestreiten, was jedoch nicht gestattet war, da jedes Team mit einem eigenen Auto anzutreten hatte. In weiterer Folge einigte man sich mit dem Zulieferer Simtek auf den Bau eines neuen Boliden, der allerdings nicht bis zum zweiten Saisonrennen fertiggestellt war.

Lediglich in Monaco schaffte mit Roberto Moreno ein Pilot die Qualifikation, sah das Ziel aber nicht. Das Aus des Rennstalls kam ebenso kurios wie die gesamte Saison verlaufen war. Besitzer Andrea Sassetti war im Rahmen des Belgien GP wegen eines geplatzten Schecks verhaftet worden, was zum Anlass genommen wurde, das Team aus der Formel 1 auszuschließen.

Leyton House (1990 - 1991)

Foto: Sutton

March, das schon in den Siebzigerjahren in der Formel 1 aktiv war, entschloss sich 1987 zur Rückkehr in die Königsklasse und wurde Ende 1989 vom japanischen Unternehmen Leyton House übernommen. Mit Mauricio Gugelmin und Ivan Capelli wurden auch die March-Piloten übernommen, die in den beiden Jahren acht WM-Punkte sammelten. Die Sternstunde des Teams schlug 1991 in Frankreich, als Capelli den zweiten Platz belegte.

March (1970 - 1992)

Foto: Sutton

1992 ging das Team wieder unter dem Namen March an den Start und verpflichtete Karl Wendlinger sowie Paul Belmondo. Der Österreicher fuhr mit dem vierten Platz in Kanada das beste Saisonergebnis ein, wurde später jedoch durch den Belgier Jan Lammers ersetzt. Für 1993 erhielt March zwar die Starterlaubnis und reiste auch zum Auftaktrennen nach Südafrika, doch Motorenfabrikant Ilmor hatte aufgrund offener Rechnungen aus dem Vorjahr keine Triebwerke geliefert. March stellte den Betrieb noch im März ein und zog sich aus der Formel 1 zurück.

Brabham (1962 - 1992)

Foto: Sutton

Brabham gilt bis heute als eine der ruhmreichsten Marken der Formel 1 und gewann mit Nelson Piquet, Jack Brabahm sowie Denis Hulme vier Weltmeisterschaften. Nach den Glanzzeiten setzte jedoch der schleichende Verfall an und spätestens als Teamchef Bernie Ecclestone den Rennstall 1987 verkauft hatte, musste sich Brabham nach hinten orientieren und Ankünfte in den Punkterängen wurden immer seltener. 1992 wurde der Rennbetrieb wegen fehlender Finanzmittel eingestellt.

AGS (1986 - 1991)

Foto: Sutton

Automobiles Gonfaronnaises Sportives, wie der volle Name lautete, nahm an zahlreichen Rennserien teil und startete so auch sechs Jahre lang in der Formel 1. In 80 Rennen konnten die Franzosen jedoch nur zwei Punkte sammeln, die Roberto Moreno und Gabriele Tarquini mit je einem sechsten Platz erreichten.

Mit der Zeit wurden die wirtschaftlichen Probleme immer massiver, sodass 1991 beim Auftaktrennen nicht einmal mehr das Essen für die Crew bezahlt werden konnte. Tarquini erreichte dennoch den achten Platz und damit die letzte Zielankunft in der Geschichte von AGS, das nach dem 14. Saisonrennen in Spanien endgültig die Segel streichen musste, nachdem man zuvor regelmäßig in der Qualifikation ausgeschieden war.

Osella (1980 - 1990)

Foto: Sutton

Der italienische Sportwagenhersteller hielt sich elf Jahre lang in der Formel 1, erzielte dabei aber lediglich fünf WM-Punkte und litt unter permanenter Finanznot. In den ersten vier Jahren des Bestehens vertraute das Team auf Cosworth-Motoren, ehe der Wechsel zu Alfa Romeo erfolgte, der jedoch auch keinen Sprung nach vorne brachte.

Zu den zahlreichen Piloten, die für Osella ins Lenkrad griffen, zählte unter anderem Christian Danner, der nach sechs Rennwochenenden ohne Zielankunft jedoch wieder ersetzt wurde. 1990 kam es zum Verkauf an Fondmetal, womit der Rennstall von Turin nach Bergamo umzog und der Name Osella aus der Formel 1 verschwand.

Fondmetal (1991 - 1992)

Foto: Sutton

In der ersten Saison setzte das Nachfolge-Team von Osella mit Olivier Grouillard nur einen Piloten ein und konnte erst im Laufe des Jahres auf einen neu entwickelten Wagen zurückgreifen, zuvor kam noch der Osella-Bolide aus dem Vorjahr zum Einsatz. Da Grouillard in der Regel schon in der Vorqualifikation scheiterte, wurde er bei den letzten beiden Saisonrennen durch Gabriele Tarquini ersetzt.

Auch 1992 musste Fondmetal zunächst auf den Vorjahreswagen zurückgreifen, setzte mit Andrea Chiesa neben Tarquini aber einen zweiten Piloten ein. Die Ergebnisse blieben weitestgehend enttäuschend und das Team musste sich aufgrund finanzieller Probleme noch während der Saison zurückziehen.

Onyx (1989 - 1990)

Foto: Sutton

Onyx war zunächst in unterklassigen Formel-Serien tätig und wagte 1989 den Sprung in die Formel 1. Als Piloten wurden Stefan Johansson sowie Betrand Gachot und JJ Lehto eingesetzt, wobei Johansson in Portugal sogar als Dritter den Sprung auf das Podium schaffte. Im folgenden Jahr war es zunächst unklar, ob das Team überhaupt antreten würde, doch die Schweizer Geschäftsleute Peter Monteverdi und Karl Foitek sprangen rettend ein. Trotzdem kam nach zehn Saisonrennen das Aus.

EuroBrun Racing (1988 - 1990)

Foto: Sutton

Die Mannschaft trat aus einer Vereinigung des italienischen Teams Euroracing und des schweizerischen Rennstalls Brun Motorsport hervor. Da das Aus für die Piloten zumeist schon in der Qualifikation kam, ging EuroBrun nur in 14 Grands Prix und sah lediglich acht Mal das Ziel, wobei ein elfter Platz das Höchste der Gefühle war. 1989 gelang es den Piloten Gregor Foitek und Oscar Larrauri nicht, sich für ein einziges Rennen zu qualifizieren.

Life Racing (1990)

Foto: Sutton

Die Bilanz des italienischen Teams liest sich ebenso erfolglos, wie sie auch war. Gary Brabham und Bruni Giacomelli gingen in 14 Rennwochenenden, scheiterten aber jeweils an der Vorqualifikation, was vor allem daran lag, dass Motor und Chassis, welche unabhängig voneinander entwickelt worden waren, nicht zusammenpassten. Zwei Rennen vor dem Saisonende zog sich das Team wieder aus der Formel 1 zurück.


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