Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Die Katastrophe Tsnunami und das Herz der Formel 1

Michael Schumacher spendete eine Rekordsumme. Er verlor seinen Leibwächter. Er animierte auch andere F1-Firmen, den Tsunami-Opfern zu helfen.
von Michael Noir Trawniczek

Motorsport-Magazin.com - Dass die Natur mitunter grausam und ungerecht sein kann, hat die Katastrophe namens Tsunami auf traurige Art und Weise vor Augen geführt. 200.000 Todesopfer sollen es mittlerweile sein. Dazu kommen Millionen, die ihr Haus verloren haben. Es droht Seuchengefahr, die Regionen können zum Teil nur schwer mit Hilfsgütern und vor allem sauberem Wasser versorgt werden. Die Transportbrücke ist teuer – deshalb muss gespendet werden. Und: Im Angesicht der absoluten Katastrophe wird in die Börse gegriffen und gespendet. Auch die luxuriöse Business-Welt der Formel 1 erkennt die Notwendigkeit des finanziellen Beistands.

Einer der Spender heißt Michael Schumacher. Als erfolgreichster Formel 1-Pilot aller Zeiten ist er weltweit jene Figur, mit der man die Formel 1 als erstes assoziiert. Er ist der intergalaktische Botschafter der Königsklasse und oft wird ihm eine gewisse Überheblichkeit attestiert, seine Distanziertheit und sein Hang zum Perfektionismus sorgen für die Geschichten über den Computermenschen Michael Schumacher. Man könnte sagen: Schumacher schützt das ohnehin recht "normale" und wenig spektakuläre Private vor der schonungslosen und mitunter primitiven Boulevardpresse – doch es gibt immer wieder Momente, in denen der Mensch Michael Schumacher hindurchschimmert. Trotzig wütend, wie in Spa 1998, nachdem ihm Coulthard ins Heck knallte – oder einfach nur menschlich gerührt, wie beispielsweise nach dem Anschlag auf das World Trade Center…

Wie viele Menschen ist Schumacher von der Tsunami-Katastrophe auch direkt betroffen – sein Leibwächter Burkhard Cramer kam in der Flutwelle ums Leben, und es ist zu befürchten, dass mit dem 44jährigen auch seine Söhne Henry und Mike zu Tode kamen, der eine 5, der andere 4 Jahre alt…

Michael Schumacher hat eine Rekordspende getätigt – 7,5 Millionen Euro. Das ist sehr viel, wenn man die Spendensummen vergleicht. Das Internationale Olympische Komitee spendete eine Million Dollar, Filmemacher Stephen Spielberg 1,1 Millionen Euro, der deutsche Fußballbund 1,5 Millionen Euro. Die amerikanische Band Linkin Park gab kurz nach den ersten Katastrophen-News 75.000 Euro, bat ihre Fans um Spenden. Und auch zahlreiche Privatpersonen haben einen Erlagschein ausgefüllt…

Mit seiner hohen Spende, die er über seinen Manager Willi Weber im Rahmen der TV-Sendung "Wir wollen helfen!" verlautbaren ließ, löste Michael Schumacher auch einen Nachahmungseffekt im Fahrerlager der Formel 1 aus. Reifenhersteller Bridgestone spendete 900.000 Dollar, Ferrari-Sponsor Vodafone eine Millionen Pfund, Toyota gibt 100 Millionen Yen…

Michael Schumacher verbrachte eine gedämpfte Silvesterfeier, wie er sagte. Mit seiner Spende erntete er den Respekt seiner Sportlerkollegen. Birgit Fischer, die den Weltmeister wegen seiner Abwesenheit bei dessen Verleihung des Titels "Sportler des Jahres" kritisiert hatte, erklärte: "Ich hatte nie einen schlechten Eindruck von ihm. Er ist ein Super-Rennfahrer. Eine größere Spende hatte ich von ihm erwartet, aber auf keinen Fall in dieser Höhe. Er ist sicher mit dem Herzen dabei." Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger sagte: "Schumi hat gezeigt, dass er als Sportler des Jahres nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Vorbild ist."