Nach sieben WM-Titeln und 14 Jahren in der Königsklasse des Motorsports spürt der unangefochtene Champion der vergangenen Jahre noch immer keine Ermüdungserscheinungen. Schon gleich gar nicht, nur weil die Medien nicht müde werden danach zu fragen.

"Sagen wir so: natürlich gibt es hier und da mal ein kleines Zipperlein", gesteht der zweifache Familienvater ein, "aber eben nur ein kleines. Insgesamt fühle ich mich sehr, sehr fit und, ehrlich gesagt, weitaus jünger als knappe 36."

Als Beispiel führt der Champion hierzu seine zweite große sportliche Leidenschaft neben der Formel 1 auf: "Ich spiele ja oft Fußball mit meinen Kollegen, Leuten wie Fernando Alonso zum Beispiel, die 10 Jahre jünger sind, und ich sehe da beileibe keinen Unterschied. Nein, Abnutzungserscheinungen habe ich nicht, vor allem nicht mental. Ich habe immer noch tierischen Spaß an dem, was ich tue."

Und diesen letzten Satz darf die Konkurrenz dabei ruhig als Kampfansage des Titelverteidigers verstehen: "Das ist eine! Ich gehe in die neue Saison wie in jede davor: hungrig, voller Motivation und mit Lust auf die Kämpfe, die da kommen werden."

Eine neue Herausforderung stellt das veränderte Reglement für die neue Saison dar. Die veränderten Vorzeichen auf technischer Seite stellen dabei für Schumacher genau das dar, "was für mich die Formel 1 ausmacht: nichts steht je still, du musst dich ständig weiter entwickeln."

"Im nächsten Jahr werden wir uns alle umgewöhnen müssen. Ich hatte ja schon mal einen kleinen Vorgeschmack, als ich beim letzten Test in Jerez mit Konfigurationen für 2005 gefahren bin - das wirkte erst einmal alles extrem langsam", erinnert sich Schumacher zurück. "Das wird wieder einmal eine andere Formel 1 sein, und daran muss man sich anpassen. Momentan würde ich sagen, die Autos werden runde zwei, eher drei Sekunden langsamer werden. Das wird anders sein, aber es wird auch interessant sein."

Die Gründe für die Regeländerungen, nämlich die Einbremsung der Boliden, hat Michael Schumacher nach anfänglicher Skepsis nun auch verstanden: "Die Autos sind so schnell, dass die Kräfte, die auf dich wirken, viel höher sind als in den zurückliegenden Jahren. Ich habe in Brasilien viele meiner Kollegen gesehen, die nach dem Rennen ihren Kopf nur noch mit Mühe halten konnten, und mir selbst ist es auch schwer gefallen."