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Formel 1

Schlimm, schlimmer, Abu Dhabi - Rückblick: Räikkönens Horrorwochenende

Kimi Räikkönen sorgte dieser Tage für einige Schlagzeilen. Für die, die den Durchblick verloren haben, hat Motorsport-Magazin.com die Ereignisse zusammengefasst
von Kerstin Hasenbichler

Motorsport-Magazin.com - STREIkkönen, Disqualifikation, Crash - bei all den Ereignissen in den vergangenen Tagen war es schwer, den Überblick zu behalten. Motorsport-Magazin.com hat das Horrorowochende von Kimi Räikkönen in Abu Dhabi noch einmal aufgerollt...

Donnerstag - wo ist Kimi?

#Where is Kimi? Während der Saison stellte Lotus des Öfteren diese scherzhaft gemeinte Frage via Twitter. Am Donnerstag in Abu Dhabi musste sich Lotus diese Frage mal wieder stellen, doch dieses Mal hatte die Suche nach Räikkönen einen ernsthaften Hintergrund. Der Finne drohte wegen ausstehender Gehälter mit Streik. Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner weiß: §Bei Kimi musst du immer davon ausgehen, dass das keine leere Drohung ist und er das tatsächlich durchzieht.§ Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez konnte schließlich Räikkönen doch überzeugen in den Flieger nach Abu Dhabi zu steigen, während Teamchef Eric Boullier zugab, keine Kontrolle mehr über seinen finnischen Fahrer zu haben.

Freitag - Räikkönen redet Klartext

Das Versteckspiel des Finnen fand im ersten Freien Training ein Ende. Nach den beiden 90-minütigen Sessions musste er den Journalisten Rede und Antwort stehen. Diese hatten viele Fragen und Räikkönen nahm kein Blatt vor den Mund. "Es ist nicht gerade nett, wenn man hört, dass man kein echter Teamplayer ist und nicht im Interesse des Teams handelt, gleichzeitig aber das gesamte Jahr noch keinen einzigen Euro gesehen hat", betonte der Finne und schloss einen Rennboykott in Texas und Brasilien weiterhin nicht aus. "Ich bin nur hier, weil ich hoffe, dass wir eine Lösung für gewisse Probleme gefunden haben", stellte der Finne klar. Auf der Strecke fiel die Scheidungsschlacht zwischen Fahrer und Team nicht groß auf. Beide Seiten spulten professionell ihr Programm ab, Räikkönen setzte wieder auf den kürzeren Radstand.

Räikkönen musste so einiges erklären - Foto: Sutton

Samstag - Disqualifikation

Mit Startplatz fünf holte Kimi Räikkönen sein bestes Qualifyingergebnis seit dem Großen Preis von Deutschland. Der Finne begründete sein gutes Qualifying mit dem kürzeren Radstand. "Wenn die Vorderachse so ist, wie ich es mag, kann ich normal fahren und alles ist, wie es sein sollte", spielte er auf das interne Qualifyingduell mit Teamkollege Romain Grosjean an, das er 11:6 anführte. Doch das Lachen sollte ihm schon bald vergehen. Wenige Minuten nach Ende des Qualifyings meldete sich Jo Bauer zu Wort und beanstandete den Unterboden des E21. Banges Warten ... die Disqualifikation des Finnen stand im Raum. Die Bestätigung folgte wenig später: Die Offiziellen belasteten den Unterboden links vorne mit den vorgeschriebenen 2000 Newton und stellten an Räikkönens E21 eine vertikale Verformung von mehr als 5 Millimeter fest, was laut Art. 3.17.5 des technischen Reglements einen Regelbruch darstellt. Lotus argumentierte damit, dass das Auto auf einem Kerb beschädigt worden sei, die Rennkommissare akzeptierten diese Argumentation nicht. Im Klartext hieß das: Platz fünf weg, zurück ans Ende des Feldes!

Sonntag - Crash, Boom, Bang

Bereits vor dem Rennen sorgte Lotus für Aufsehen als es hieß, dass ein Räikkönen-Rennboykott abgewendet wurde. Demnach sollen sich Gerard Lopez und Räikkönen-Manager Steve Robertson nach zweitägigen Verhandlungen auf einen Deal geeinigt haben. Wer jetzt dachte, dass sich nun endlich das Blatt zum Positiven wendet, der irrte. Räikkönen entschloss sich das Rennen nicht von der Box aus aufzunehmen, sondern von P22. Die Ampeln schalteten auf grün! Eine Kurve später stellte der Finne nach einer Berührung mit Caterham-Pilot Giedo van der Garde seinen Boliden schon wieder ab. Grund: eine gebrochene Spurstange. Und wie reagierte der Finne? Ganz einfach: Er murmelte einen PR-Satz in Richtung Journalisten, sprang in sein Auto und wart danach nicht mehr gesehen. Zur gleichen Zeit tippte der ein oder andere Journalist in die Tasten und spekulierte über einen absichtlich eingefädelten Unfall seitens Räikkönen - das passende Ende eines Horrorwochenendes.


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