Formel 1

Webber kontert via Twitter - FIA droht mit Fahrer-Briefing nach Taxifahrt

Die FIA gibt sich mit der Strafversetzung Mark Webbers für Südkorea noch nicht zufrieden. Man will weitere Maßnahmen setzen.
von Thomas Draschbacher

Motorsport-Magazin.com - Zwar sorgte Mark Webbers Mitfahrt auf Fernando Alonsos Ferrari in der Auslaufrunde des Grand Prix von Singapur für Staunen und ein kurzes Schwelgen in Erinnerungen bei den Zuschauern. Doch nach der Kritik vieler Formel-1-Kollegen und einer Rückversetzung Mark Webbers in der Startaufstellung des GP von Südkorea um zehn Plätze erwägt die FIA noch zusätzliche Maßnahmen. Man will derartige Gefahrenmomente in Zukunft unbedingt vermeiden.

Die Fahrer hätten leicht verletzt werden können
Derek Warwick

Auch wenn die Verhängung einer zumindest auf den ersten Blick doch recht harten Strafe von vielen Seiten kritisiert wurde, sprechen FIA-Vertreter vom einzig richtigen Schritt. Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Derek Warwick - als FIA Steward in Singapur direkt ins Geschehen involviert - ist gleicher Meinung. "Die Fahrer hätten leicht verletzt werden können", wird dieser zitiert. Ein Ausspruch, dem die nach dem Rennen veröffentlichten Bilder des Manövers zusätzliches Gewicht verleihen. In einem auf Motorsport-Magazin.com veröffentlichten Video lässt sich erahnen, wie riskant die Aktion tatsächlich war.

Ein möglicher weiterer Schritt, den die FIA in Erwägung zieht, ist neben der Verschärfung der Regeln ein zusätzliches Fahrer-Briefing im Vorfeld des Grand Prix von Südkorea. Dieses wird von vielen Seiten erwartet und soll dazu dienen, weitere Vorfälle dieser Art zu vermeiden, indem man den Piloten bewusst macht, in welche Situation sie sich tatsächlich begeben haben. Auch die Signalwirkung nach außen wird von der FIA, die sich mit der "Action for Road Safety" für Sicherheit im öffentlichen Straßenverkehr stark macht, mit Sicherheit thematisiert werden.

Derek Warwick bei seiner Mitfahrt auf Gerhard Bergers Ferrari beim GP von Japan 1988 - Foto: Sutton

Als Spaßbremse will Warwick diese Aktion jedoch nicht verstanden haben. "Die Formel 1 ist in den letzten Jahren ein bisschen steril geworden. Doch wir können die Fahrer keinem zusätzlichen Risiko aussetzen. Die Taxifahrt hätte vielleicht anders gesehen werden können, wenn sie unter anderen Umständen über die Bühne gegangen wäre, aber so war das Gefahrenpotential einfach viel zu groß." Ein interessantes Statement, hat doch Mark Webber auf Twitter ein Foto gepostet, das Warwick als Mitfahrer zeigt. Ebenfalls auf Ferrari, aufgenommen Ende der Achtziger. Der Chauffeur: Gerhard Berger. Mark Webbers Kommentar: "Sieht so aus, als ob es sogar ein FIA-Steward getan hätte. So ist das Leben."

Webber fast überfahren: (01:00 Min.)


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