"Unsere Erwartungen sind, die Probleme mit der Aerodynamik im Heckbereich zu beheben." Teamchefin Monisha Kaltenborn stellt klar, mit welchen Hoffnungen Sauber in die Europasaison startet. Ein modifizierter Heckflügel, ein veränderter Unterboden und ein paar weitere Kleinigkeiten sollen dem Team endlich auf die Sprünge helfen und den durchwachsenen Saisonauftakt vergessen machen. Wie groß die Verbesserungen der Rundenzeiten ausfallen werden, sei jedoch ungewiss, betonte die Wienerin, das werde man erst im Laufe des Wochenendes sehen.
Bei den Privatiers aus Hinwil ist man hoffnungsvoll, sich in die richtige Richtung zu bewegen, zumal bereits in China anhand der Daten der beiden ersten Rennen die Problemzonen geortet und Schritte gesetzt wurden, um aus der Krise zu kommen. "Wir erwarten nicht den ganz großen Schritt, aber es sollte in die richtige Richtung gehen und wir sollten das auch spüren", sagte die Teamchefin. "Es geht darum, wie man den Luftstrom am Heck leitet, den Wärmehaushalt regelt und den Heckflügel anbläst", führte sie aus. "Wenn dort die Aerodynamik nicht stimmt, hat man Probleme, die sich lösen lassen, indem man Teile anders formt." Nicht zur Diskussion stehe hingegen die Überarbeitung der schmalen Form des C32, da keine Probleme mit dem Wärmehaushalt vorliegen, so Kaltenborn.
Auch im Vorjahr war nicht alles Gold
Im Vorjahr zählte Sauber zu den Überraschungen der Saison und konnte mehrere Podestplätze erreichen, weshalb es aus der Sicht des Teams durchaus überraschend gekommen sei, so weit ins Hintertreffen zu geraten, erklärte Kaltenborn. Allerdings müsse man auch berücksichtigen, dass die zweite Saisonhälfte bereits nicht mehr auf dem Niveau der ersten lag und Sauber im Herbst in fünf aufeinanderfolgenden WM-Läufen sogar ohne Punkte blieb. "Die Fehler liegen also schon zum Teil weiter zurück", so Kaltenborn. "Vielleicht haben wir falsche Interpretationen vorgenommen und nicht den richtigen Weg eingeschlagen."
Kaltenborn betonte, dass sie gar nicht sagen könne, wie stark Sauber derzeit von den Schwächen der Konkurrenz profitiert. "Es ist ein Mix aus der eigenen Stärke und dem Profitieren der Fehler der anderen", hielt sie fest. Zur Aero-Problematik sei außerdem noch der Umstand hinzugekommen, dass sich die Reifenstrategie zum Nachteil der Schweizer veränderte, galt Sauber doch bisweilen als besonders schonend zu den Pneus, worauf viele der Erfolge basierten. "Als sie sich in der letzten Saison geändert hat, hatten wir auch schon Probleme", erklärte die Wienerin. "Wir sehen, dass unser Auto den Reifenvorteil nicht mehr in einem solchen Ausmaß hat."
Gutes Feedback von Gutierrez
Esteban Gutierrez zeigte bisher wahrlich keine berauschenden Leistungen und fiel in erster Linie durch Ausflüge neben die Strecke auf. Kaltenborn betonte, dass weder das Team noch der mexikanische Rookie mit seiner Performance zufrieden seien, hielt jedoch auch fest, dass es für eine Fahrerdiskussion viel zu früh sei. "Wir haben sein Potenzial gesehen und versuchen ihn zu unterstützen, damit er seine Leistung abrufen kann", gab sie die Marschrichtung vor.

Lob erntete der Mexikaner hingegen für die Fähigkeit, trotz seiner Unerfahrenheit gutes Feedback zu geben, was er auch schon im vergangenen Jahr im Zuge der Young Driver Tests demonstriert habe. "Es gibt sicher auch Sachen, die die Fahrer falsch gemacht haben, aber es ist nicht so einfach, dass man sagen könnte, man ändert etwas und auf einmal wird alles besser", erklärte Kaltenborn. "Wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen sehr fokussiert arbeiten - vor allem wenn man weiß, wie stark die Konkurrenz ist und welche Möglichkeiten wir haben."

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