Formel 1 / Hintergrund

Autos, Olympia, Fußball und jede Menge Glamour - Monaco: Viel (Motor)Sport-Tradition

Motorsport-Magazin.com präsentiert zur Einstimmung auf das Formel-1-Wochenende in Monaco die wichtigsten Sportereignisse im Fürstentum.
von Philipp Schajer

Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende heulen wieder die Formel-1-Motoren an der Côte d'Azur auf und nicht nur die Motorsportwelt blickt gespannt auf den monegassischen Stadtstaat. Motorsport-Magazin.com verrät, was es mit der Automobiltradition im Fürstentum auf sich hat und welche Sportarten an diesem mondänen Ort noch ausgeübt werden.

Das bekannteste Sportevent, das in Monaco stattfindet, ist das seit 1929 ausgetragene Autorennen auf dem Circuit de Monaco, der durch die Stadtbezirke Monte Carlo und La Condamine führt. Seit 1950 zählt die spektakuläre Jagd durch die Häuserschluchten zum Formel-1-Kalender, wobei zwischen 1951 und 1954 kein Rennen ausgetragen wurde.

Die Mutter des Rallyesports

Den ersten Sieg in Monaco trug 1929 der Brite William Grover-Williams davon. Er kam vor dem Franzosen Georges Bouriano und dem legendären Rudolf Caracciola ins Ziel. Rekordsieger der Formel-1-Ära ist Ayrton Senna mit sechs Triumphen, vor Graham Hill und Michael Schumacher mit jeweils fünf Siegen. Bei den Konstrukteuren liegt McLaren mit 15 Siegen deutlich in Front, dahinter folgt Ferrari mit neun.

Neben dem Formel-1-Rennen ist die Rallye Monte Carlo ein zweiter großer Fixpunkt im Motorsportkalender, der die besten Piloten der Welt an die französische Riviera führt. In Monaco selbst finden dabei nur Überführungsetappen statt, die tatsächliche Rennaction spielt sich in den Seealpen ab, die auf französischem Hoheitsgebiet liegen.

Die Rallye wurde bereits 1911 zum ersten Mal ausgetragen und findet zumeist in den Wintermonaten statt, so dass die bergige Strecke den Fahrern alles abverlangt. Auch die Filmindustrie bediente sich bereits dem "Mythos Monte", denn so brachte Disney 1977 einen Ableger der Herbie-Reihe mit dem deutschen Titel "Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo" in die Kinos.

Der Fürst im Eiskanal

Insgesamt drei monegassische Piloten schafften es bisher in die Formel 1: Louis Chiron ging in den 50er Jahren bei fünfzehn Rennen an den Start, erzielte jedoch nur einmal Punkte - diese jedoch mit einem dritten Platz bei seinem Heimrennen. André Testut bestritt in derselben Dekade zwei Rennen, während es Olivier Beretta 1994 für Larrousse auf immerhin zehn Starts brachte. Wesentlich bekannter ist Daniel Elena, der in der WRC derzeit als Co-Pilot von Sebastien Loeb von Sieg zu Sieg eilt.

Das Stade Louis II - Foto: Sutton

Durch die Adern des vielleicht berühmtesten monegassischen Sportlers fließt blaues Blut, denn es handelt sich um niemand geringeren als Fürst Albert II, der sein Land insgesamt fünfmal bei den Olympischen Winterspielen als Bobpilot vertrat - allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Monaco wartet bisher auch noch auf seine erste olympische Medaille.

1987 und 2007 war Monaco Veranstalter der Spiele der kleinen Staaten von Europa. Zur Teilnahme an diesen Spielen sind nur Sportler aus Staaten mit weniger als einer Million Einwohnern berechtigt - derzeit sind das zehn. Die Disziplinen, in denen Medaillen vergeben werden, orientieren sich an den klassischen olympischen Sportarten wie Schwimmen, Leichtathletik und Kunstturnen.

Der AS Monaco möchte zurück zu altem Glanz

Im Fürstentum wird auch dem Fußballsport gefrönt, jedoch nimmt der AS Monaco mangels Konkurrenz an der französischen Meisterschaft teil, wo er in der vergangenen Saison in die zweite Liga abstieg. Die Fürstenfamilie gilt als großer Anhänger des Vereins, der nun von einem russischen Investor wieder in alte Höhen geführt werden soll. 2004 stand der Club noch im Finale der Champions League, das jedoch mit 0:3 gegen den FC Porto verloren ging.

Die Heimstätte des AS Monaco ist das Stade Louis II, in dem seit 1998 der UEFA Super Cup ausgetragen wird. Auch die Leichtathletik ist mit ihrer Diamond League in der Arena aktiv, zudem findet in Monaco im Grimaldi Forum seit zahlreichen Jahren die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League statt.

Ein Fixpunkt im Tennis-Kalender sind die Monte Carlo Open, die zur Master Series zählen und somit nach den vier Grand-Slam-Turnieren der zweithöchsten Kategorie angehören. Austragungsort des Turniers, das der Spanier Rafael Nadal bereits acht Mal in Folge gewinnen konnte, ist der Monte Carlo Country Club.


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