Eine Bestzeit die ist lustig, eine Bestzeit die ist schön, doch Kamui Kobayashi würde es auch ohne gut gehen. Der Japaner sah seinen Spitzenplatz am Freitag in Barcelona jedenfalls ziemlich gelassen und nicht als große Sonderleistung. "Es ist besser als nichts, sicher besser als Letzter. Aber ich denke nicht, dass dies ein echtes Ergebnis ist. Ich glaube nicht daran. Ich weiß mehr als jeder andere, wie die Situation dazu aussieht", sagte er. Zumindest die Situation in seinem Auto auf der schnellsten Runde konnte er mit Sicherheit einschätzen. Aber auch zu McLaren und Red Bull hatte er eine klare Meinung.

"Ich denke nicht, dass McLaren und Red Bull so langsam sind wie heute." Daher blieb Kobayashi lieber bei den Dingen, die für ihn wichtig waren und die betrafen vor allem die Arbeit am Auto. Denn die war am Freitag gut vorangekommen, da der Sauber-Pilot mit 145 Runden doch ordentlich unterwegs war. "Es wäre sogar noch mehr gegangen, aber wir hatten ein Problem am Auspuff, das kostete etwas Zeit. Ich denke, es wären heute mehr als 150 Runden drin gewesen. Wir hatten einen guten Testtag und ein gutes Programm. Wir hatten zwar ein paar Zuverlässigkeitsprobleme, aber wir haben zwei Renndistanzen gefahren, das ist für einen Tag ganz gut", meinte Kobayashi.

Mehr Abtrieb bitte

Was die Zuverlässigkeitsprobleme betraf, so bezeichnete er sie als nichts Gravierendes. Zudem werden sie weniger, was er als gutes Zeichen deutete. Wo es am Auto Verbesserungen bedurfte, wusste Kobayashi auch ganz genau. "Wir müssen das Heck verbessern", erklärte er mit einem Lächeln. Nach seiner Meinung braucht es einfach mehr Abtrieb, wobei er anmerkte, dass es wohl jedem so geht. "Mit mehr Abtrieb wäre es viel einfacher." Der wird sich aber nicht so einfach finden lassen, der Japaner erklärte zumindest, dass es bis zum Test nächste Woche wohl kaum neue Teile geben wird. "Wir müssen mehr am Setup arbeiten und Longruns mit viel Benzin fahren. Das wird wichtig. Neue Teile wären toll, aber eine Woche reicht dafür nicht."

Die Longruns waren bei Kobayashi allerdings schon beim ersten Barcelona-Test gut gelaufen. Seine Zeiten sahen zwar ein wenig inkonstant aus, das erklärte er aber damit, dass er mit bereits gebrauchten Reifen losgefahren war. Nimmt man noch die Tatsache hinzu, dass die Reifen dieses Jahr wohl einen größeren Leistungsabfall haben werden, da sie weicher sind, macht das die Aufgabe nicht einfach. Dafür freute sich Kobayashi, dass das Warm-Up der Reifen gut ist und sie gleich auf der ersten Runde eine gute Zeit ermöglichen. So gesehen müsste es Sauber in den Qualifyings besser gehen als 2011, wobei Kobayashi sich für die Saison ohnehin etwas anderes wünschte als 2011. "Wir müssen stabil sein. Als wir stark waren, hatten wir eine gute Pace und waren konstant. Ich hoffe, das halten wir bis Ende der Saison, das ist am wichtigsten."