Nach zwei Monaten nahm Sebastian Vettel wieder in seinem Dienstwagen Platz und es dauerte fast 40 Runden ehe er sich an den RB8 gewöhnt hatte. Zum Teil lag es an den ungewöhnlich kalten Temperaturen für Spanien, zum Teil an dem Verbot des angeblasenen Diffusors. "Es war heute knackig frisch und extrem rutschig. Man merkt, dass überall der Abtrieb fehlt, aber alle haben über den Winter Abtrieb verloren. Das kriegt jeder zu spüren, das war zu erwarten", meinte Vettel.
2011 sei das Auto noch um den Auspuff herum gebaut worden, das sei dieses Jahr aufgrund der Regeländerungen nicht mehr der Fall. "Wir haben immer noch einen Auspuff, aber er hat kaum eine Funktion. In diesem Jahr blieb nicht mehr viel Spielraum für Entwicklungen und Innovationen. Die meisten Autos sehen gleich aus, es gibt nichts Revolutionäres", so der Red Bull-Pilot. Allerdings trat Mercedes in Jerez noch mit dem Vorjahresmodell an.
"Mal sehen, was Mercedes bringt. Ich denke, es wird dieses Jahr eng zu gehen, enger als im Vorjahr", sagte Vettel. Umso wichtiger sei es die Testfahrten zu nützen, um ein Gefühl für das Auto zu entwickeln. Vettels erster Eindruck vom RB8 fiel am Donnerstag positiv aus, auch wenn der Test nicht ohne Probleme verlief. "Es gab heute zwei, drei Kleinigkeiten, aber nichts Weltbewegendes. Da es aber noch nicht so viele Ersatzteile gibt, schaut man lieber ein zweites Mal hin und geht nicht wie ein Stier an die Tests heran", erklärte der Deutsche.
Nach dem ersten Tag im Auto gibt es für Vettel noch einige Fragezeichen, was die eigene Performance angeht, aber auch die der Konkurrenz. "Die Zeiten können täuschen. Wenn man zur richtigen Tageszeit rausfährt und vorher etwas Sprit rausnimmt, dann kann man ganz vorne sein. Zudem bauen in Jerez die Reifen sehr stark ab. Es gibt sehr viele Unbekannte, doch die Teams, die hier viele Runden gefahren sind und gut dastanden, haben auch gute Voraussetzungen für den Saisonauftakt", meinte Vettel.
Dabei stach im besonders ein Team ins Auge. "Lotus scheint gut dabei zu sein. Bei Ferrari weiß man es nicht genau wie auch bei McLaren und bei uns. Wichtig ist, dass man ein schnelles Auto hat. Ein schnelles Auto kann man viel leichter zuverlässig machen als umgekehrt", erklärte Vettel.



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