Wann immer dieser Tage Felipe Massa und Lewis Hamilton in relativer Nähe voneinander gesehen werden, riechen einige Menschen schnell die nächste Kontroverse. So auch im letzten Qualifying-Abschnitt in Abu Dhabi, als Hamilton für seinen letzten Run ausgerechnet hinter Fernando Alonso und vor Massa auf die Strecke ging. Der letzte Run des McLaren-Piloten lief dann auch nicht nach Wunsch, doch er wollte Massa keine Schuld geben, obwohl der in der Outlap hinter ihm etwas Druck gemacht hatte, um seine Reifen aufzuwärmen.
"Es war nicht ideal, dass ich hinter Fernando ging, der eine Lücke zu Jenson wollte. Felipe pushte so, als ob er überholen will. Hätte ich ihn vorbeigelassen, wären dann weitere Leute da gewesen und Felipe hätte auch eine Lücke gewollt. Das war eine eigenartige Position. Ich wollte die Lücke so groß wie möglich machen, ohne dass ich meine Position verliere. Ich war schließlich sechs Sekunden hinten und könnte [wegen des geringen Abstands] da etwas verloren haben. Es ist jetzt aber egal, ich bin Zweiter und schaue nach vorne", sagte Hamilton, der für Sonntag durchaus Siegchancen sah.
Das normale Prozedere
Der Brite musste öfter betonen, dass Massa keinerlei Schuld an irgendetwas traf, da er einfach nur das tat, was man in solchen Fällen tut. "Wenn man hinter wem ist, bleibt man am Heck, damit er weiß, dass er nicht nachlassen und eine einfache Outlap fahren kann. Am Ende macht man dann die Lücke auf und hat Platz. Leider gingen wir alle zur gleichen Zeit raus und ich konnte nicht die Lücke aufmachen, die ich aufmachen wollte. So läuft das Qualifying manchmal", erklärte der McLaren-Pilot.
Das Team musste sich nach dem Qualifying allerdings die Frage gefallen lassen, warum man nicht später rausging, wie etwa Sebastian Vettel, der ganz am Schluss freie Fahrt und wohl auch die beste Strecke hatte. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh meinte, dass es nicht so wichtig sei, wegen der Strecken-Evolution rauszufahren, weil das kaum einen Unterschied mache. "Wir hatten heute bei beiden Jungs am Ende des Qualifyings mehr Probleme mit dem Untersteuern als noch in Q2. Es gab relativ wenig Evolution. Es ging nur darum, den Verkehr zu managen, keine Fehler zu machen und sich eine Chance zu geben, um frei zu fahren", sagte er.
Der Letzte wird nicht immer der Erste sein
Eigentlich war es bei McLaren sogar der Plan gewesen, noch etwas länger zu warten, doch dann waren die Autos nach dem ersten Run schneller wieder bereit als gedacht. "Das hieß, wir konnten weitermachen und das machten wir dann auch." Jenson Button musste seinem Teamchef zustimmen und zudem betonen, dass die Position als Letzter oder Vorletzter auf der Strecke im Qualifying kein Vorteil sein muss. "Bei anderen Rennen war zu sehen, dass es nicht gut sein muss, als Letzter draußen zu sein, da jeder eine Lücke will. Lewis merkte das in Suzuka. Man kann eine ganze Runde verlieren, nur weil man versucht, eine Strecke zu haben, die 0,001 Sekunden schneller ist. Man muss das immer gut abwägen", erklärte Button.

diese Formel 1 Nachricht