Die unterschiedlichen Ansichten der Teams zur Ressourcen-Beschränkung in der Formel 1 könnte sich als Todesurteil für die Teamvereinigung FOTA herausstellen - das glaubt zumindest Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, der sich wegen des Konflikts bereits große Sorgen macht. Nachdem die Diskussionen um die Einschränkung in Korea nicht beigelegt werden konnten und auf das vorletzte Saisonrennen in Abu Dhabi verlegt wurden, stehe man am Scheideweg.
Einige Parteien würden die Übereinkunft wesentlich aggressiver auslegen als andere Konkurrenten - daraus würde sich nicht mehr die angestrebte, allgemein faire und ausgeglichene Finanz-Situation unter den Rennställen ergeben. Domenicali glaubt nicht unbedingt, dass die erneute Zusammenkunft zu diesem Thema zwingend eine große Chance für weiteren Fortschritt ist - viel mehr befürchtet der Italiener, dass man sich in Abu Dhabi erneut nicht einigen kann und es dann endgültig zum großen Bruch kommt.
Das Misstrauen wächst

Dann würde man unweigerlich vor dem Problem stehen, dass das Misstrauen unter den Teams wachsen würde - das Grundkonzept der FOTA würde in diesem Fall natürlich auf die bisher härteste Probe gestellt. Die Situation sei trotz aller Versuche zur Besserung seit den letzten Rennen unverändert geblieben. "Wir haben in Bezug auf die Beschränkung verlauten lassen, dass wir uns in einer Situation befinden, in der wir eine bestimmte Richtung einschlagen müssen - oder wir lassen das und erkennen somit an, dass es unter den Teams ein Element des Misstrauens gibt, das nicht gut ist", so der Italiener.
"Wir haben also herausgearbeitet, dass wir nach Abu Dhabi fahren, um sicherzustellen, dass wir eine Lösung finaler Natur finden", erklärte Domenicali mit Blick auf das Meeting am Rande des Grand Prix von Korea in Yeongam. "Wichtiger ist aber, dass wir auch klargestellt haben, dass wenn aus einem FOTA-Meeting Misstrauen entsteht, sich dann natürlich die Frage stellt, wofür es überhaupt gut ist?", so der Ferrari-Teamchef, der anfügte: "Wir wissen warum es die FOTA gibt und nun müssen wir verstehen, warum sie immer noch gebraucht wird."
"Was sind die zukünftigen Ziele der FOTA und gibt es überhaupt eine Zukunft für die FOTA?", fragte Domenicali. "Wir müssen das auf einem sehr konstruktiven Weg behandeln und auch sehr offen. Das ist in meinen Augen eine Diskussion, deren Führung in den nächsten Wochen sehr wichtig wäre", sagte der Ferrari-Chef gegenüber Autosport und verriet in Bezug auf die Ressourcen-Beschränkung: "Wir werden in Abu Dhabi entweder eine Lösung erzielen, oder wir müssen einmal sehen."

diese Formel 1 Nachricht