Ich war nach Singapur zurück in Europa, denn ich hatte einen PR-Event in Zürich für unseren Sponsor Falcon Private Bank. Da wurde auch ein Helm von mir versteigert. 15 000 Franken sind dabei herausgekommen, für eine Organisation, die schwerkranken Kindern Wünsche erfüllt - es war insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung.
Hier in Japan bin ich von Tokio aus wieder mit dem Zug hergekommen, das funktioniert hier wirklich perfekt - und abseits der Strecke geht es auch mit dem Ansturm der Fans. Man wird nicht so oft erkannt, erst auf dem letzten Stück zwischen Nagoya und Suzuka war einiges mehr los. Aber das macht auch Spaß, die Fans hier wissen sehr viel über die Formel 1 und sind unglaublich begeistert.
Suzuka ist neben Spa meine Lieblingsstrecke. Die ganze Strecke ist sehr gut, der erste Sektor ist eindrucksvoll mit den vielen schnellen Kurven, dann natürlich die 130 R, die mit Vollgas und über 300 geht sowie die letzte Schikane. Das Besondere ist, dass es aber keine dieser Retortenstrecken mit viel Auslaufzonen ist. Im Gegenteil: stellenweise ist es richtig eng und das macht die Herausforderung besonders groß.
Man weiß ganz genau, dass man sich keinen Fehler erlauben darf. Ich denke, es ist die Kombination aus allem, aus der sehr schönen Strecke, aber auch der Atmosphäre, den vielen enthusiastischen Fans, dass die meisten Suzuka so gern mögen. Das Wetter wird diesmal wohl die ganze Zeit gut sein, also ich denke, es wird ein gutes Wochenende.
Ich denke, wir können in die Top-10 fahren. Wir wollen vor Sauber kommen, dafür brauchen wir Punkte. Wir müssen sehen, wo die anderen etwa Renault, die in Singapur langsamer waren als wir und Force India stehen. Ob wir es noch schaffen, bis auf Platz sechs in der Konstrukteurs-WM vorzukommen, das wage ich eher zu bezweifeln, auch wenn natürlich alles möglich ist. Aber Force India scheint doch ein Stück weg zu sein. Realisitsch gesehen - es war unser Ziel in diesem Jahr, Achter zu werden, eines der etablierten Teams hinter uns zu lassen.
Wenn wir Sauber noch erwischen könnten und Platz sieben schaffen, dann wäre das schon ein guter Erfolg. Der Anfang heute am Freitag war jedenfalls schon einmal vielversprechend. Ich werde auf jeden Fall kämpfen, pushen, alles geben - das ist etwas, was ich sehr gut kann. Darauf konzentriere ich mich, über alles andere etwa nächstes Jahr mache ich mir keine Gedanken. Das Spekulieren überlasse ich den Medien. Ich will meine Leistung bringen und bin überzeugt, dass ich mich damit dann auch durchsetzen kann.

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