Auch wenn Sebastien Buemi im Zeittraining zum Großen Preis von Italien alles gab, sprang am Ende nur Startplatz 16 heraus. "Wenn man sieht, dass ein Zehntel hier heute gleich zwei oder drei Positionen ausgemacht hat, dann war das natürlich noch nicht das Maximum - ich bin aber keine schlechte Runde gefahren", glaubte der Eidgenosse. "Ich bin ja gestern nur ganz wenig gefahren - es war nicht einfach, aber ich bin zufrieden. Ich glaube nicht, dass ich viel mehr hätte machen können", meinte der 22-Jährige, der am Freitag nach einem Unfall in der Parabolica viel Zeit auf der Strecke verloren hatte.

Umso weniger wunderten ihn auf Grund der mangelnden Abstimmungsarbeit die Probleme an seinem Toro Rosso. "Das Heck blockiert sehr stark. Wir haben hier neue Teile - einen neuen Frontflügel und einen neuen Heckflügel. Da wir aber nur ganz wenig Tests gehabt haben, hat das nicht wirklich geholfen", ärgerte sich Buemi, der für das Qualifying in Monza zum größten Teil die Abstimmung seines Stallkollegen Jaime Alguersuari übernehmen musste. "Wir hätten mehr Zeit gebraucht, um das richtige und perfekte Set-Up zu finden", war sich der Schweizer nach dem Zeittraining sicher.

DRS und die Reifen machen alles unvorhersehbar

Große Überraschungen wären aber wohl auch ohne Zwischenfälle nicht drin gewesen. "Man kann nicht erwarten, dass man es einfach so in Q3 schafft. Aber etwas besser hätten wir es schon machen können, wenn wir davor einfach mehr Fahrzeit gehabt hätten", monierte der Toro-Rosso-Pilot. Hoffnung bereite ihm für das Rennen am Sonntag immerhin der gute Top-Speed des Autos. "Wir sind die Schnellsten auf der Geraden. Ich hoffe also, dass man überholen kann", sagte der 22-Jährige, der hinzufügte: "Ich glaube schon, dass wir einen guten Job machen und das Maximum aus dem Auto herausholen. Trotzdem müssen wir einfach alles verbessern und das Auto nach vorne bringen."

"Wir müssen noch mehr Downforce erzielen und uns diesbezüglich noch verbessern - dafür arbeiten wir so hart wie möglich, aber da fehlt uns einfach noch ein bisschen", erklärte der Scuderia-Fahrer. Wie sich das Rennen am Sonntag entwickeln würde, wusste der Schweizer noch nicht. "Es ist sehr schwierig für morgen Vorhersagen zu treffen. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, was alles passieren kann", so Buemi, der anfügte: "Ich hoffe natürlich, dass wir kämpfen und in die Nähe der Punkte fahren können. Man weiß das aber nie, denn mit den Pirelli-Reifen und dem DRS ist alles möglich." In Monza gäbe es daher nur eine Marschrichtung: "Wir pushen am Limit. Manchmal ist es auch zu viel, so wie gestern eben - trotzdem ist es gut, ab und an bis ans Limit zu gehen", war sich der Eidgenosse sicher.