Die beiden Mercedes-Piloten qualifizierten sich in Monza auf den Plätzen acht und neun. Das ist eigentlich nichts Besonderes. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber, dass Nico Rosberg auf die härteren und Michael Schumacher auf die weichen Reifen gesetzt hat. Beide Piloten waren von ihrer Entscheidung überzeugt. "Wir haben uns alle zusammengesetzt und gesagt, wir probieren das mal", schilderte Rosberg die eher ungewöhnliche Entscheidung, die ihm zwei Sätze weiche Reifen einsparte. "Ich bin glücklich über das heutige Qualifying und den Kompromiss, den wir eingegangen sind, um morgen im Rennen stark zu sein."
"Mit den harten Reifen sieht das strategiemäßig gut aus. Wir haben echt Fortschritte gemacht, denn im Renntrimm sieht es viel besser aus", zeigte sich Rosberg optimistisch. "Es sieht so aus, als könnten wir voll angreifen."
Rosberg will viel überholen
Zum Ende machte er seinen Fans nochmals Mut. "Es sieht so aus, als könnte ich voll angreifen. Morgen ist alles möglich. Vielleicht kann ich weit vorn rein fahren", sagte der Mercedes-Pilot. Dennoch riet er dazu, die Füße auf dem Boden zu behalten, denn vom Podium wollte er noch nicht sprechen. "Ich möchte eine Menge Leute überholen und schauen, was dann möglich ist. Wir werden sehen. Ich denke, es wird morgen ein wirklich gutes Rennen sein."

Sein Teamkollege Schumacher war ebenfalls von seiner Wahl überzeugt, auf die weichen Reifen zu gehen. "Ich denke, ich habe mit Weich die richtige Wahl getroffen, aber das wird sich erst morgen zeigen. Wir sind nicht allwissend, daher ist es ein Glücksspiel für uns beide", hoffte der 42-Jährige, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Doch auch sonst lief das Qualifying für den fünffachen Monza-Sieger nicht optimal. "Es war eine normales Qualifikation. Ich habe versucht, Windschatten von Lewis Hamilton mitzunehmen. Als er sich verbremst hat, hab ich mich auch gleich noch verbremst", gab Schumacher ehrlich zu.
Das macht den Braten nicht fett
Dennoch wäre seiner Meinung nach nicht wesentlich mehr möglich gewesen. "Es war nicht optimal, aber es ist letztlich egal, ob Siebter oder Achter. Das macht den Braten nicht fett. Weiter vorn wäre nicht gegangen", sagte Schumacher, der inständig hofft, die richtige Wahl getroffen zu haben. "Aber erst das Ergebnis wird dafür sprechen, welche Strategie die bessere war." Insgesamt war der ehemalige Ferrari-Pilot froh wieder in Monza zu sein, wenngleich er weniger Fans auf den Tribünen erkannt haben wollte. Das konnte seine Freude aber nicht schmälern. "Aber Monza bleibt Monza"
Teamchef Ross Brawn erklärte nochmals, wie entscheidend die Reifen am Sonntag sein werden und erläuterte die Strategiegedangken. "Michael hat sich dazu entschieden in Q3 die weichen Reifen zu nehmen, fuhr aber nur eine Runde, um sie für das Rennen aufzusparen", so Brawn. Damit geht Rosberg mit zwei und Schumacher mit einem Satz frische Reifen ins Rennen. "Wir werden sehen, ob sich die taktischen Entscheidungen dieses Nachmittags bezahlt machen. Ich denke, wir können uns auf eine Menge Aktion freue", schloss der Mercedes-Teamchef ab.

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