Timo Glock hat sicher schon lustigere Freitage erlebt als jenen in Monza 2011. Im ersten Training hatte sein Auto ein Sensorproblem, das eine ordentliche Arbeit erst einmal verhindert hat. "Dadurch war das Fahren nicht unmöglich, aber wir mussten immer etwas ändern und das Motor-Management stimmte irgendwie nicht. Das hat vorne und hinten nicht gepasst und deswegen konnten wir am Anfang die ganzen Tests nicht machen. Darum bin ich auch ein paar Leuten im Weg rumgestanden, aber es ging dann irgendwie", sagte er.

Für ihn war das insofern ungünstig, weil er am Freitag mit dem verbesserten Virgin unterwegs war, der einen neuen Auspuff mit sich trägt, um den Abtrieb zu verbessern - Jerome D'Ambrosio wird sein neues Auto am Samstag bekommen, am Freitag war er quasi Vergleichsfahrer. Allerdings räumte Glock ein, dass es in Monza ohnehin schwierig wäre, ein genaues Urteil darüber zu fällen. "Das ist hier schwierig zu sagen, weil du wenig Abtrieb fährst. Es war von vornherein klar, dass man hier nur wenig davon haben wird, weil das Aeropaket mit wenig Abtrieb nicht so viel bringt. Aber so hat alles funktioniert, der Auspuff hält", erklärte der Deutsche und erwartete sich in Singapur aufgrund der Strecken-Charakteristik mehr Anhaltspunkte.

Mehr Top-Speed gesucht

Ansonsten war Glock aber der Meinung, dass Virgin in Monza einigermaßen gut dastehen sollte. Allerdings bemängelte er, dass etwas Top-Speed fehlte. "Wir müssen morgen dran arbeiten und schauen, was wir da machen können", meinte er. Vor allem zu HRT will man beim Top-Speed aufschließen, wobei Glock wusste, woran es liegt. "Wir sind einfach etwas länger übersetzt und HRT hat mehr aufs Rennen übersetzt, das heißt, sie haben eine sehr gute Beschleunigung und sind dadurch in manchen Speed-Traps vor uns, aber in der Endgeschwindigkeit sind wir dann wieder gleich. Deswegen müssen wir überlegen, was wir morgen machen."

Vor allem der Zeitverlust im ersten Training tat in dieser Hinsicht weh, denn nun muss Virgin im dritten Training noch mit den Flügeln experimentieren. Auch bei der Reifenarbeit blieb bei Glock etwas liegen, sein Teamkollege D'Ambrosio konnte dort dafür etwas mehr erledigen. "Ich bin nur den harten gefahren und erst am Schluss den weichen. Der ist wie immer deutlich schneller als der härtere", sagte Glock. Er schätzte, dass so eine bis 1,2 Sekunden Unterschied zwischen den Mischungen liegt. Dafür schein der weichere Reifen bei ihm gut zu halten, womit er im Rennen wieder die bevorzugte Wahl sein dürfte.

D'Ambrosio mit Motorwechsel

D'Ambrosio selbst hatte einen etwas ruhigeren Freitag als Glock erlebt, wobei er im ersten Training gegen Ende ein Problem mit dem Motor hatte und ein neues Aggregat brauchte. "Heute ging es aber nicht so sehr um mich als um das andere Auto mit dem Update, das nicht so schlecht aussieht. Jetzt müssen wir die ganzen neuen Daten studieren und auf morgen warten, aber momentan ist es ermutigend. Generell war mein Tag heute sehr nützlich, ich bereitete mich auf das Rennen am Sonntag vor. Morgen hoffe ich, dass wir so weiterarbeiten können wie heute", erklärte der Belgier.