Der Schock bei Michael Schumacher saß tief. Als er das erste Mal mit dem Fahrrad die Rennstrecke in Spa-Francorchamps abfuhr, konnte er kaum glauben, wie steil es dort bergauf und bergab geht. Trotzdem sollte Spa bald zu seinem Wohnzimmer werden.
"Ich habe in Spa viele sehr schöne und interessante Dinge erlebt", erinnert er sich. "Dort ist für mich quasi alles passiert, was passieren konnte – mein erstes Rennen, mein erster Sieg, mein siebter WM-Titel: das macht Spa für mich aus."
Hinzu kommen die enormen Herausforderungen, welche die Traditionsrennstrecke an einen Rennfahrer stellt. "Eau Rouge, Blanchimont – die Strecke setzt ganz besondere Emotionen und Gefühle frei. Es war und ist eine wahnsinnige Bestätigung, dort ein Rennauto am Limit zu bewegen. Damals war es das absolute Highlight, mit einem Formel 1-Auto durch Eau Rouge zu fahren."
Das hat sich mittlerweile geändert. "Die Herausforderung hat sich verändert, die Autos sind besser geworden", so Schumacher. "Die Eau Rouge war früher eine Mutprobe, heute kann man voll durchfahren. Vielleicht nicht mit vollen Tanks, aber ab einem gewissen Zeitpunkt im Rennen wir des selbstverständlich sein."
Früher sah das anders aus: "Die Autos wurden stark zusammengestaucht und im nächsten Moment sind sie auf der Kuppe fast abgehoben – das am Limit zu schaffen, ist wie auf dem Drahtseil zu jonglieren. Wenn einem das gelingt, ist es das schönste Gefühl, das ein Rennfahrer im Auto erleben kann."

Er selbst fühlt sich auch nach 20 Jahren in der Königsklasse körperlich fit und mental bereit für die Herausforderung. "Nach einer so langen Pause muss man sich zunächst wieder einarbeiten. Das hat einige Zeit gedauert. Aber ich merke, dass die Dinge immer besser zusammen kommen, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen werden – etwas später als geplant vielleicht, aber so ist das manchmal im Leben", so Schumacher. "Für einen WM-Titel mit Mercedes lohnt sich das Warten."
In diesem Jahr ist sein Team davon weit entfernt. "Realistisch gesehen hatten wir bei den letzten Rennen ein Maximum um P7 oder P8", gibt er zu. "Daran hat sich nicht allzu viel verändert. Wir können das Tempo bei der Entwicklung mehr oder weniger mithalten, aber wir müssten sehr stark zulegen, um uns hier nach vorne zu arbeiten."



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