Nach seiner Vorstellung in den ersten 55 Minuten des Qualifying hätte es niemand gewundert, wenn Lewis Hamilton auf dem Hungaroring auch die Pole Position geholt hätte. So war er in Q2 trotz des Verzichts auf die superweichen Reifen fast gleich schnell wie Sebastian Vettel, der mit Supersoft gefahren war. Letztendlich musste sich der Brite Vettel trotzdem knapp geschlagen geben, allzu verbittert wirkte er aber nicht. "Wir haben im letzten Rennen gesehen, dass wir eine sehr gute Pace haben. Heute schien Red Bull aber wieder zugelegt zu haben, aber dass Jenson und ich in den ersten beiden Reihen sind, ist ein toller Job und ich denke, wir können morgen gute Punkte mitnehmen", sagte der Brite.

Pole wäre für Hamilton wohl durchaus drin gewesen, denn er gab zu, dass er an der einen oder anderen Stelle Zeit liegen ließ. Allerdings musste er hinzufügen, dass man immer sagen könnte, hier und dort wäre mehr drin gewesen. "Im ersten Sektor habe ich zwei Zehntel verloren, glaube ich, im Mittelsektor kam ich aus Kurve neun zu weit heraus und in der letzten Kurve verlor ich was. Es wäre sonst sehr eng geworden, aber es ist OK für uns", meinte Hamilton.

Button fährt auf Sieg

Nur knapp an Hamiltons Zeit vorbeigeschrammt war Jenson Button und der McLaren-Pilot sah die Sachlage ähnlich wie sein Teamkollege: "Nach einer Runde denkt man immer, man hätte noch etwas besser machen können. Insgesamt war es aber eine gute Runde, ich freue mich über Startplatz drei", sagte er. Für Sonntag nahm Button den Sieg ins Visier, von seinem Startplatz aus dürfe man nichts Anderes machen, betonte er. "Wir haben die Reifen, KERS und DRS zum Überholen. Ich will um den Sieg mitfahren, es wird ein großer Tag für mich. Das wird mein 200. Grand Prix, ich hoffe, es wird ein guter Tag."

Ob der Samstag für McLaren schon ein guter Tag war, konnte Teamchef Martin Whitmarsh nicht so genau beurteilen. "Es war eng, oder? Natürlich ist es etwas enttäuschend, aber die Tatsache, dass wir beide Autos in den ersten beiden Reihen haben, wird für ein spannendes Rennen sorgen", erklärte er. Die Qualifying-Runden von Hamilton und Button bezeichnete er als gut, wenn auch nicht perfekt. Am Sonntag hielt er ohnehin alles für möglich. "Wir haben bewiesen, dass wir gute Starts haben und beide Jungs hatten gute Longruns am Freitag, also denke ich, wir sind für das Rennen gut aufgestellt."