Es gibt einfach Wochenenden, da ist der Wurm drin - das am Nürburgring war so eines davon. Nachdem ich mich nach meinen Problem am Freitag dafür entscheiden hatte, für den Rest des Wochenendes auf ein Regen-Setup zu setzen, hat es natürlich prompt am Sonntag zum Rennen hin aufgehört zu regnen. Da war schon vor dem Start ziemlich klar, dass ich wohl kaum eine Chance haben würde. Und dann kam halt dieser Crash mit Nick Heidfeld.

Meiner Meinung nach geben die TV-Bilder von vorn kein sehr klares Bild, denn darauf sieht man nicht wirklich, wo sich Nicks Auto im Verhältnis zu meinem genau befindet. Es gibt einige Aufnahmen von der Seite und von hinten, die zeigen, dass er vor dem Anbremsen noch hinter mir ist und sich erst beim Anbremsen neben mich setzt und damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Denn da war für meine Begriffe die Chance, dass so ein Manöver klappen könnte, schon sehr gering. Aber die Stewards hatten nun mal hauptsächlich die Bilder von vorn, und da war mir schon klar, dass das für mich schwierig werden würde, weil sie halt glaubten, er sei schon vor dem Anbremsen neben mir gewesen.

Man muss es hinnehmen

Ich habe mit Nick nur gesprochen, als wir uns dort bei der Anhörung getroffen haben. Da hat halt jeder seine Position dargelegt und verteidigt - klar, dass wir unterschiedlicher Meinung waren. Die Sportkommissare haben sich dann halt eher seiner angeschlossen und mir die Strafe gegeben. Ich finde das so immer noch sehr hart, aber es ist nun mal so, man muss es hinnehmen und es bringt auch nichts, jetzt noch viel Energie da hineinzustecken, sich lange drüber aufzuregen.

In Ungarn könnte der Startplatz nicht so wichtig sein wie früher, Foto: Sutton
In Ungarn könnte der Startplatz nicht so wichtig sein wie früher, Foto: Sutton

Es ist viel wichtiger, dass ich mich ganz auf dieses Wochenende konzentriere - auch wenn die vorhandene Strafe natürlich nicht der optimale Beginn dafür ist. Vor allem hier am Hungaroring, wo normalerweise die Startposition besonders wichtig ist, aber ich hoffe, dass ich trotzdem noch was draus machen kann. Immerhin ist Kamui Kobayashi hier ja letztes Jahr als Letzter gestartet und trotzdem noch in die Punkte gefahren. Und mit den neuen Reifen, DRS und KERS gibt es hoffentlich noch mehr Überholmöglichkeiten, kann man auch mit der Strategie was machen, so dass es nicht viel Unterschied macht, ob man von Platz 17 oder 22 losfährt. Ich denke mal, dass die Jungs vor mir am Anfang relativ leicht zu überholen sein werden, so dass ich da nicht zu viel verliere.

Reifen geben die Strategie vor

Je nachdem, wie es am Freitag mit dem Reifenverschleiß aussieht, müssen wir uns dann auch überlegen, wie wir unter den gegebenen Umständen dann das Qualifying angehen, ob es sich eventuell lohnen würde, sehr wenig zu fahren und dafür Reifen für das Rennen zu sparen. Wenn der Reifenabbau hoch ist und wir merken, dass jeder neue Reifensatz im Rennen Gold wert sein könnte, dann werde ich wohl das Quali ziemlich opfern, wenn nicht, dann muss man wahrscheinlich schon versuchen, da trotzdem noch den einen oder anderen Platz heraus zu holen.

Ich glaube, dass unsere Probleme, die wir in Silverstone und am Nürburgring hatten, zum Teil schon mit den sehr niedrigen Temperaturen dort zu tun hatten, deshalb hoffe ich mal, dass es hier jetzt im Laufe des Wochenendes doch noch ein paar Grad wärmer wird. Dann sollten wir schon wieder deutlich näher an den anderen dran sein, auch wenn wir diesmal nichts Neues am Auto haben, die größeren Neuigkeiten kommen ja dann erst nach der Sommerpause in Spa.

Noch keine Pausenpläne

Apropos Sommerpause: Genaue Pläne, was ich da mache, habe ich noch nicht. Ich weiß nur, dass es nicht gleich nach Budapest mit dem Urlaub losgehen wird. Am Mittwoch habe ich noch ein Meeting mit den Ingenieuren in Faenza, am Donnerstag dann einen Tag mit Filmaufnahmen - und danach überlege ich mir, was ich mit der freien Zeit danach mache.