Mit dem Auftakt zu seinem Heim-Grand-Prix durfte Adrian Sutil nach den beiden Trainingssitzungen am Freitag schon einmal zufrieden sein. Für den Deutschen lief es auf dem Nürburgring gut. "Ich habe ein ganz gutes Gefühl und die Strecke liegt mir eigentlich auch. Ich komme hier gut zurecht und das Auto funktioniert ", freute sich Sutil, der verkündete: "Wir haben heute ohne Probleme wirklich ein gutes Programm abspulen können."

Mit den Plätzen acht und zehn sah er sich insgesamt gut aufgestellt. "Wir waren immer wirklich bei der Musik dabei und immer unter den ersten Zehn. Jetzt schauen wir mal, ob wir das morgen auch noch hinkriegen - ich hoffe es natürlich", so der Force-India-Pilot, der anfügte: "Der neue Unterboden funktioniert gut und wir hatten auch keine Probleme, dass das irgendwie wieder anfängt zu schmelzen. Das sah alles ganz gut aus und somit bleibt er auch für das Wochenende drauf."

Viele Informationen gesammelt

Positiv war auch die Anzahl zurückgelegter Runden des Deutschen, der über 60 Umläufe abspulen konnte. In Bezug auf die Reifen habe er dabei viel gelernt. "Für den harten Reifen ist das eh immer besser, wenn es kühl ist. Der weiche Reifen hat eigentlich auch ganz gut funktioniert und auch bei dem Entwicklungsreifen, war kein großer Unterschied zu sehen. Wir sind ohne große Probleme 15 Runden auf dem weichen Reifen gefahren, da würde also auch noch mehr gehen", glaubte der 28-Jährige. "Einen richtigen Long-Run auf dem Entwicklungsreifen haben wir nicht gemacht, er hat sich aber sehr ähnlich angefühlt. Das muss also nur eine ganz kleine Ausbaustufe gewesen sein", so Sutil.

Paul di Resta und Adrian Sutil wollen auf dem Nürburgring Punkte holen, Foto: Sutton
Paul di Resta und Adrian Sutil wollen auf dem Nürburgring Punkte holen, Foto: Sutton

Das einzige Manko des sonst guten Tages, war eine Menge Untersteuern, die der Force-India-Fahrer zu beklagen hatte. "Daran haben wir aber in beiden Trainings hart gearbeitet, um diese Probleme zu lösen. Wir haben mit ein paar Sachen herumexperimentiert, die Fahrzeughöhe verstellt und einige Verbesserungen gefunden. Am Nachmittag haben wir uns dann mehr auf die Abstimmung für das Rennen konzentriert", erklärte der Deutsche, der sich am Freitag auch einmal von der Strecke drehte.

Ausritt halb so schlimm

"Da war ich eigentlich nicht zu schnell, aber ich habe etwas ausprobiert - eine Einstellung im Auto und dann standen die Räder hinten auf einmal komplett still, es hat blockiert und dann habe ich das Auto verloren", sagte der 28-Jährige und fügte an: "Das war aber sowieso auf der Runde zurück an die Boxen, deswegen habe ich es da probiert - zum Glück ist auch nichts dabei kaputtgegangen." Für den Samstag sei Q3 das Ziel. "Aber eigentlich ist mir egal, wo ich starte, wenn ich am Ende Punkte kriege", meinte Sutil pragmatisch.

Dass bei solchen Planspielen in der Eifel auch das Wetter eine große Rolle spielt, wusste auch er nur zu gut. "Für Sonntag sieht es nach Regen aus, vielleicht sogar schon für morgen. Für mich wäre beides in Ordnung, denn im Trockenen sind wir auch gut unterwegs", meint der Deutsche, der anfügte: "Im Regen ist es immer eine kleine Lotterie und ich hoffe, dass wir da den Hauptgewinn ziehen." Auf diesen hofft aber auch Teamkollege Paul di Resta, der den Nürburgring aus seiner DTM-Zeit bisher nur in der Kurzanbindung kannte, am Freitag in der ersten Session auch noch für tester Nico Hülkenberg pausierte und sich am Nachmittag daher mit 34 Runden und Platz 12 zufrieden geben musste.

"Es war das erste Mal, dass ich hier auf dem Nürburging die komplette Grand-Prix-Strecke gefahren bin, also war ein großer Teil des Tages, auf Geschwindigkeit zu kommen und Vertrauen auf der Strecke zu sammeln", so der Schotte. "Die Balance des Autos fühlte sich vom Start weg ganz gut an, besonders in den schnellen Kurven. Um auch die Stabilität des Autos in den langsameren Kurven zu verbessern, haben wir versucht am Blockieren der Hinterräder zu arbeiten", erklärte der Rookie, der erwartsvoll anfügte: "Insgesamt lief das Auto heute gut und das gibt uns für die Nacht eine gute Basis, auf die wir aufbauen können."