Für Sergio Perez war die Rückkehr ins Sauber-Cockpit ein Grund zur Freude. Bereits in Montreal hatte er am Freitag, erstmals seit seinem schweren Unfall in Monte Carlo, wieder versucht einen Formel-1-Wagen am Limit zu bewegen - nach dem Training klagte der Rookie jedoch über Übelkeit und verzichtete daher auf eine Teilnahme am Rennwochenende. In Valencia lief nun aber alles glatt. Mit den Plätz 14 und 16 meldete sich der Mexikaner, der am Freitag insgesamt 57 Runden drehte, anständig zurück.

"Ich bin vor allem unheimlich froh, wieder im Auto zu sitzen. Es hat alles gut geklappt, ich fühle mich wohl, und diesen Zustand wieder herzustellen, war in den zurückliegenden Wochen eine Menge Arbeit", so Perez. "Ich kam ziemlich schnell auf ein gutes Tempo, und das ist positiv. Aber insgesamt sind wir momentan noch nicht auf dem Niveau, das wir anstreben", lautete nach dem Comeback das erste Urteil des Mexikaners, der daher anfügte: "Wir müssen das Auto heute Abend noch verbessern."

Hoffnung auf ein gutes Qualifying

"Bezüglich der Reifen muss ich sagen, dass ich es schwierig finde, die mittelharte Mischung auf Temperatur zu bringen. Der Kurs bietet bisher allgemein zu wenig Haftung. Er ist recht staubig, und selbst mit den weichen Reifen ist es nicht einfach, Grip zu finden", erklärte der Mittelamerikaner. "Wir werden noch einiges aussortieren und ich hoffe auf ein gutes Qualifying", meinte Neuling Perez.

Kamui Kobayashi kämpfte am Vormittag mit einem Gaspedal-Problem, Foto: Sutton
Kamui Kobayashi kämpfte am Vormittag mit einem Gaspedal-Problem, Foto: Sutton

Immerhin seinen Teamkollegen hatte er trotz der allgemein eher schwachen Sauber-Performance aber im Griff. Kamui Kobayashi wurde im C30 lediglich zweimal 17. und legte dabei am Vormittag 18 Runden, sowie 34 Umläufe am Nachmittag hin. "Ich hatte einen schwierigen Trainingstag. Am Vormittag hatte ich ein Problem mit dem Gaspedal und konnte deshalb mein geplantes Programm nicht komplettieren", klagte der Japaner.

"Im zweiten freien Training am Nachmittag lag das Auto etwas besser, und ich war optimistisch, eine gute Rundenzeit hinzubekommen. Aber dann habe ich mir leider mit den weichen Reifen sofort einen Bremsplatten vorne rechts eingehandelt", ärgerte sich der Sauber-Pilot. "Die anschließenden Dauerläufe waren ganz in Ordnung. Ich denke, morgen werden wir besser sein als wir heute aussehen", erklärte Kobayashi voller Hoffnung auf Besserung.

Keine vernünftige Runde zusammengebracht

Diese teilte auch Technikdirektor James Key. "Auf der rutschigen Strecke am Vormittag haben wir an beiden Autos nur jeweils einen Satz Reifen benutzt. Wir haben dieses erste Training vorwiegend für Aerodynamik-Tests und mechanische Tests genutzt. Leider wurde Kamui durch ein Problem mit dem Gaspedal aufgehalten", resümierte der Sauber-Mann. "Am Nachmittag sind wir ein klassisches Programm mit Reifenvergleich und Abstimmungsarbeit gefahren", so Key.

"Zum Schluss haben wir Long-Runs angehängt, um die Haltbarkeit der Reifen beurteilen zu lernen. Wir müssen daran arbeiten, uns im mittleren Streckenabschnitt zu verbessern", glaubte der Technikdirektor, fügte jedoch an: "Keiner der beiden Fahrer hat es allerdings geschafft, seine besten Sektor-Zeiten zu einer kompletten Runde zu addieren, von daher spiegeln die heutigen Rundenzeiten noch nicht unsere Leistungsfähigkeit wider."