In einem völlig verrückten Rennen hat Sebastian Vettel seinen sechsten Sieg im siebten Rennen verpasst. Der Red-Bull-Pilot musste sich in Montreal auf der letzten Runde Jenson Button geschlagen geben. Es hatte alles nach dem nächsten Triumph ausgesehen, doch der McLaren-Pilot machte auf den letzten Metern Druck, pushte Vettel ans Limit und ein Ausrutscher führte zum ersten Saisonsieg des Briten.

Nach dem Rennen war Vettel, für den der Sieg zum Greifen nah war, verstimmt. "Im Moment überwiegt die Enttäuschung", so der amtierende Weltmeister. "Wenn man ein schwieriges Rennen durch einen kleinen Fehler verliert, das man ansonsten von Anfang bis Ende im Griff hatte." Bei seinem Quersteher hätten die Hinterräder des RB7 blockiert, wodurch er auf den nassen Teil der Strecke gekommen sei.

Button war auf den letzten Runden mit Siebenmeilenstiefeln an den führenden Vettel heran gerauscht. "Nach der letzten Safety-Car-Phase war ich ein bisschen zu konservativ", gestand der Heppenheimer. "Ich habe den Vorsprung nicht weit genug ausgebaut." Bei den vorangegangenen Safety-Car-Phasen hatte sich Vettel gegen Alonso, Kobayashi und Schumacher stets einen deutlichen Abstand herausgefahren.

Für den Sieg reichte es zwar nicht, doch Vettel war zumindest nicht ganz unzufrieden mit dem siebten Rennen der Saison. "Das waren heute wichtige Punkte", meinte er. "Aber wenn man auf Sieg fährt, fuchst es schon, wenn es in den letzten Runden nicht reicht." Allerdings profitierte er von den Ausfällen seiner WM-Rivalen Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Alles in allem sei es trotzdem ein guter Tag für Vettel gewesen, da man bei diesen Bedingungen leicht Fehler begehen könne. Vettel machte nur einen - doch der war entscheidend.