"Wenn man ein Tuch sieht, dann macht man sich schon Sorgen. Das Auto sah nicht gut aus", meinte Nico Rosberg nach dem Qualifying in Monaco. Wie viele Anwesende hatte er nach dem Unfall von Sergio Perez doch ein wenig Angst um den Mexikaner gehabt und wünschte ihm alles Gute. Gleiches galt für Michael Schumacher, der sich darüber freute, als er hörte, dass es Perez soweit gut geht. "Der Unfall erinnerte mich sehr an Karl Wendlinger 1994 und es zeigt die Qualität der Sicherheits-Verbesserungen, die von der FIA seitdem eingeführt wurden - vor allem die Seiten-Einschlagtests", sagte der Rekordweltmeister.
Im Renntrimm sieht es gut aus
Schumacher musste auch gestehen, dass der Unfall von Perez ihm dabei geholfen hatte, auf Startposition fünf zu kommen. "P7 wäre wohl realistischer gewesen. Dennoch, unser Auto sieht dieses Wochenende im Renntrimm besser aus, mit einem weiteren guten Start werde ich daher versuchen, das Beste draus zu machen. Das Überholen ist hier schwieriger als auf den meisten anderen Strecken, es wird also auf die richtige Strategie ankommen, vor allem wenn die Reifen länger halten sollten als in den vergangenen Rennen."
Etwas weiter vorne erwartet hatte sich Rosberg, der letztendlich auf Position acht landete, weil die rote Flagge vom Perez-Unfall ihn ausgerechnet auf seiner schnellen Runde störte. "Die rote Flagge kam zur schlechtesten Zeit für mich, ähnlich wie bei Hamilton. Ich konnte dadurch keine Zeit fahren. Auf der ersten Runde nach der Flagge waren die Reifen einfach noch nicht bereit. Vor allem das Warten in der Boxengasse hat uns nicht geholfen. Wir haben es probiert, es hat nicht funktioniert, schade."
Niemand war sauer
Ein großes Lob musste Rosberg seinem Team aussprechen, das nach dem Unfall im dritten Training das Auto in Windeseile wieder aufgebaut hatte. "Das war sensationell. Es war toll anzuschauen, wie sie sich für mich ins Zeug gelegt haben. Und da war auch nichts mit sauer sein, dass ich das Auto zerlegt habe. Sie haben mir alle auf die Schulter geklopft und gemeint, das geht schon. Das war schön", sagte er. Und weil das Auto nach dem Zusammenbau wieder so gut lief, hielt er am Sonntag auch einiges für möglich. "Ich bin schneller als ein paar vor mir. Ich denke, es geht morgen nach vorne, da ist schon noch was drin."
Zunächst musste er aber noch einmal den Unfall ansprechen, da seiner Meinung nach noch mehr getan werden könnte, um gerade die Stelle bei Tunnelausfahrt und Schikane sicherer zu machen. "Ich hatte am Morgen Glück, dass ich die Absperrung verfehlte. Diese Absperrung ist schon lange da, vielleicht sollte man das einmal überarbeiten. Es sollte leicht sein, die um 50 Meter zu versetzen. Es wäre wohl Zeit, das zu tun. Die FIA macht immer einen guten Job, sie muss das analysieren und wenn was getan werden muss, werden sie es tun." Keine Schuld sah Rosberg übrigens bei der Asphaltdecke. "Es ist nicht der Asphalt, es ist die Strecke an sich. Es geht plötzlich bergab und man springt in die Bremszone. Das ist wohl schwer zu ändern."

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