Bei McLaren war man nach dem Qualifying in Istanbul nicht ganz zufrieden, denn statt gegen Red Bull zu kämpfen war Nico Rosberg vor Lewis Hamilton gelandet. Eigentlich hätte das Auto im Vergleich zur direkten Konkurrenz zulegen sollen, doch das gelang nicht. "Wir kamen mit der Absicht her, Leistung zu bringen. Es sind aber einige Dinge gegen uns gelaufen. Es gab bei einem Test am Donnerstag einen Fehler in der Anlage, dann war das erste Training nass und das nahm uns die Möglichkeit für die Entwicklung am Auto", sagte Teamchef Martin Whitmarsh.
Dadurch konnte McLaren nicht die Leistung zeigen, die man eigentlich zeigen wollte. Mit Bedauern zurückschauen und darüber nachdenken, was hätte sein können, wollte Whitmarsh aber nicht. "Wir sind ein Team, das gerne gewinnt, wir sind gerne in der ersten Reihe und wären morgen gerne stark. Wir sind aber Kämpfer und wissen, das Auto wird im nächsten Rennen besser sein. Da gibt es kein Geheimnis. Man muss entwickeln, gut trainieren, sich gut qualifizieren und ein gutes Rennen fahren. Wenn wir das morgen machen, werden wir vorne mitmischen", meinte der Teamchef.
Bewusste Reifen-Entscheidung
Er erinnerte daran, dass McLaren in China gezeigt habe, dass man gewinnen könne. Das könnte in der Türkei genauso passieren, wenn man im Rennen alles richtig mache und andere Fehler begingen. "Red Bull ist stark, das erkennen wir an. Wir haben nicht den Schritt gemacht, den wir wollten, daher sind wir noch entschlossener, in zwei Wochen besser zu sein." Im Qualifying hatte McLaren entgegen dem Trend aus China mehr weiche Reifen eingesetzt, das war aber auch nicht aufgegangen. Whitmarsh betonte, man habe die Entscheidung bewusst getroffen, im Nachhinein sei man immer klüger.
Es sei aber knapp gewesen und die erste Reihe hätte auch erreicht werden können. "Wir haben jetzt zwei tolle Fahrer, die das Rennen aus Reihe zwei und drei beginnen. Wir können von dort sicher mitkämpfen. Unter den Umständen und wenn man bedenkt, wie eng es im Qualifying ist, haben wir uns jetzt eben so entschieden. Manchmal geht es auf, manchmal nicht." Das wird auch im Rennen zutreffen, wenn es wieder notwendig sein wird, möglichst schnell die Strategie auf die Umstände anzupassen.
Es kann wieder toll laufen
Das hatte McLaren in China gut gemeistert und laut Whitmarsh gibt es keinen festen Plan für das Rennen in der Türkei. "Wir gehen nicht mit der festen Absicht ins Rennen, eine bestimmte Strategie einzusetzen. Wir müssen den Abbau der Reifen genau beobachten, und zwar bei allen. Dadurch könnte sich die Strategie ändern. Das ist das Interessante an der Formel 1. Das vorige Rennen war toll, es gibt keinen Grund, warum es morgen nicht wieder toll laufen sollte."

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