"Ich liebe die Strecke in Shanghai, genauso wie ich die Stadt selbst liebe", meinte Jenson Button, der angab zu seinem großen Bedauern leider nur ein paar Tage in der Metropole verbringen zu können. "In der Stadt herrscht eine tolle Atmosphäre und noch wichtiger: Es gibt eine Menge fantastischer Restaurants", lachte der Brite in freudiger Erwartung der landestypischen kulinarischen Spezialitäten. "Auch wenn ich wahrscheinlich nicht so viel zu sehen kriege, freue ich mich wirklich auf China", erklärte der Zweite von Sepang.

An seinen starken Auftritt in Malaysia würde Button in Shanghai gerne anknüpfen. "Was die Strecke betrifft, ist es ein moderner, guter Kurs, gespickt mit einigen interessanten Feinheiten", so der Formel-1-Weltmeister von 2009. Besonders angetan hatte es dem Briten die erste Kurve auf dem Shanghai International Circuit. "Die ist ziemlich einzigartig. Man fährt da mit Vollgas und im siebten Gang hinein und muss dann durch alle Gänge runterschalten, da die Kurve immer enger wird und ziemlich lang ist. Da geht es wirklich nur um Geduld und noch dazu gibt es am Eingang eine kleine Bodenwelle, die das alles sehr tückisch machen kann", verriet der Engländer. Sportlich gesehen glaubte der McLaren-Fahrer an ein aufregendes Rennen für Fahrer, Teams und Zuschauer.

"Auf der langen Gegengeraden sollte es sogar schon ohne den verstellbaren Heckflügel eine Menge Überholmöglichkeiten geben. Wenn sie dort die Zone einrichten, in der der Einsatz des DRS erlaubt ist, werden wir meiner Meinung nach am Ende dieser Geraden einige spektakuläre Manöver mit erneuten Gegenangriffen zu sehen bekommen", glaubte Button, der nach zwei guten Rennen für das Team hoffte, dass man sich weiter verbessern kann. "Wir haben keinen Hehl daraus gemacht, dass wir mit Red Bull kämpfen wollen und wir wissen, dass ein starker Gegner es ihnen schwerer machen wird, ein ruhiges und reibungsloses Wochenende zu verleben", so der McLaren-Pilot angriffslustig.

Mit Red Bull kämpfen

Ähnlich sah es Teamkollege Lewis Hamilton, der sein schwaches Resultat in Sepang schnellstmöglich vergessen und die Woche bis zum Grand Prix von China mit Fitnesstraining verbringen wollte. "Ich will etwas Positives aus der Erfahrung in Malaysia ziehen und daraus lernen. Am meisten Mut macht mir aber, dass unsere Geschwindigkeit nach wie vor sehr gut ist. Jenson ist ein fantastisches Rennen gefahren und war in der Lage, die Lücke zu Sebastian in der Schlussphase zu schließen. Ich denke also, dass wir den Speed haben sollten, um auch am kommenden Wochenende weiter mit Red Bull zu kämpfen.", meinte der Brite.

An China und die lange Gegengerade hat 'JB' sicher auch auf Grund seines Sieges 2010 gute Erinnerungen - dieses Jahr erwartet er sich dort erneut heiße Duelle, Foto: Sutton
An China und die lange Gegengerade hat 'JB' sicher auch auf Grund seines Sieges 2010 gute Erinnerungen - dieses Jahr erwartet er sich dort erneut heiße Duelle, Foto: Sutton

In beiden bisherigen Rennen habe man gesehen, dass die Konkurrenz ihr Potential noch nicht zur Gänze hätte ausschöpfen können. "Daher müssen wir den Druck aufrecht erhalten, damit sie sich keine Fehler leisten können", so Hamilton. Diese Meinung teilte auch Teamchef Martin Whitmarsh. "Es ist essenziell, dass wir diesen momentanen Entwicklungs-Durst beibehalten, um die Lücke zur Spitze weiterhin zu schließen. Um das zu erreichen, werden wir den Freitag in Shanghai nutzen, um einige neue Teile auszuprobieren - zusätzlich zu unserem normalen Reifen- und Abstimmungsprogramm", so Whitmarsh.

Die neuen Verbesserungen seien zum Teil bereits für den Grand Prix in China selbst gedacht, als auch für das weitere Aufrüsten des Teams in zukünftigen Rennen. "Das Wettrüsten ist dieses Jahr genau der Bereich, in dem die Weltmeisterschaft gewonnen oder verloren wird", war sich McLaren-Teamchef Whitmarsh sicher. "Wir sollten nichts für gegeben nehmen. Aber ich bin sehr zufrieden, dass wir es geschafft haben in Australien und Malaysia 100% Haltbarkeit zu gewährleisten und das unser KERS in den ersten beiden Rennen so fehlerlos funktioniert hat", zeigte sich der Brite zufrieden über den bisherigen Saisonverlauf.

Dass aber nichts selbstverständlich sei, wusste auch Jenson Button, der mindestens vier Teams im Kampf um das Podest in China erwartete. "Malaysia hat bereits gezeigt, dass die Spitze unglaublich eng umkämpft ist", so Button. Die anstehende Herausforderung in China sei also nicht zu unterschätzen, doch McLaren habe einen klaren Plan vor Augen, sagte auch Teamchef Whitmarsh: "Wir wissen, dass wir in diesem Rennen den Druck noch erhöhen müssen. Wir freuen uns darauf, bereits am Freitag wieder fahren zu können und wollen diesen Schwung über den Samstag beibehalten, um dann in der bestmöglichen Ausgangslage für einen Sieg am Sonntag zu sein", beschrieb der McLaren-Chef die ambitionierte Zielsetzung des Teams aus Woking.