Die Freude war nach Sebastian Vettels Maximalausbeute mit zwei Siegen aus den ersten beiden Rennen im Hause Red Bull natürlich riesengroß. Doch Gründe sich auf den Lorbeeren auszuruhen gibt es nicht. Den wachsenden Druck der Konkurrenz spürt auch Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko. "Wir sind nicht weit vorne. Vorne ja, aber nicht weit", so der Österreicher im Gespräch mit der offiziellen Webseite der Königsklasse.

"Sollte einem Konkurrenten ein glücklicher Schachzug gelingen, könnten die Dinge ziemlich schnell ziemlich anders aussehen", wusste der Red-Bull-Berater. Neben McLaren, sah Marko vornehmlich auch Renault in Schlagdistanz. "Wenn man ihre reine Geschwindigkeit und die Leistung des Autos betrachtet, würde ich sagen, dass Renault die dritte Kraft ist - dahinter kommt Ferrari", meinte der Österreicher über die Verfolger. Vorteile bescheinigte Marko diesen für die Zukunft besonders auf speziellen Strecken, die aus dem normalen Rahmen fallen würden und glaubte, dass der Vorsprung spätestens dann dahin sei.

"Mit Sicherheit wird das in Monaco der Fall sein - einer sehr langsamen Strecke. Aber auch in der Türkei - einem Höchstgeschwindigkeits-Kurs. Das Faszinierende ist ja, dass das Kräftegleichgewicht auf jeder Strecke, auf der wir fahren, so verschieden ist", meinte der Motorsportberater. Damit die Verfolger aber nicht schon beim nächsten Lauf noch näher an die Spitze heran rücken können, versprach der Ex-Formel-1-Pilot bereits für das kommende Rennen in China Updates bei Red Bull, obwohl zwischen dem Grand Prix von Malaysia und dem Auftritt der Königsklasse in Shanghai nur eine Woche Zeit liegt.

"Wir werden eine Verbesserung einsetzen. Was das genau sein wird, kann ich noch nicht verraten. Aber eine Sache ist klar: Bei solch luftigen Höhen in puncto Wettbewerb ist Stillstand tödlich und bedeutet in der Formel 1 Rückschritt", so Marko. Ob seinem Piloten Sebastian Vettel die Strecke in China besonders liegen würde, da dieser dort 2007 seine ersten Punkte für Toro Rosso und 2009 den ersten Sieg für Red Bull eingefahren hatte, wollte der Österreicher aber nicht mutmaßen.

"Vielleicht ja - wenn man sein Rennen 2010 ausklammern könnte! Wir wollen nicht, dass so etwas wie 2010 nochmals passiert", meinte Marko. Im Vorjahr fiel der Red-Bull-Pilot trotz Pole-Position auf Grund einer falschen Strategie im Regenchaos von Shanghai weit zurück und wurde am Ende lediglich Sechster. "Man muss sich von Rennen zu Rennen erneut in eine gute Lage bringen. Ich bin aber sicher, dass er mit zwei Siegen im Rücken beflügelt nach China kommen wird", meinte der Red-Bull-Berater optimistisch in Bezug auf Vettel.