Bislang drehten sich die Beschwerden um die Pirelli-Reifen darum, dass sie zu schnell abbauen, wobei diese Kritik eigentlich genau jenen Effekt anspricht, den der neue Reifenhersteller erreichen sollte. Nach dem Rennen in Malaysia beklagte Paul di Resta aber noch ein weiteres Problem. Zwar war bekannt, dass viele Reifenfetzen - sogenannte Marbles - neben der Rennlinie liegen, der Schotte meinte aber, sie seien ihm ins Cockpit geflogen und hätten ihn regelrecht torpediert.

"Es gibt viele Marbles da draußen, vielleicht zu viele", meinte er. "Wenn es ans Ende des Rennens geht, wird es schwer, zu überholen. Die andere Sache ist, dass sie aufgewirbelt wurden und mich an den Händen trafen. In der Mitte einer schnellen Kurve kamen da diese Fetzen aus Gummi und schlugen in meine Hände ein, während ich das Lenkrad drehte. Gummi ist nicht das weichste Material und wenn man es an die richtige Stelle bekommt, kann das wehtun. Es ist am Wochenende öfter passiert und wenn man in die Kurve fährt, reibt es den Gummi über den Reifen und er wird aufgewirbelt."

Marbles müssen irgendwo hin

Bei Pirelli selbst konnte man Di Restas Aussagen noch nicht einordnen, weil bis zum Rennen noch nie von diesem speziellen Problem berichtet wurde. "Von den Top-3 habe ich sowas nicht gehört, aber wenn das ein Problem ist, werden wir uns das ansehen müssen", sagte Pirelli Motorsport-Direktor Paul Hembery. "Es wurde aber viel überholt. Wir werden alle Überholmanöver analysieren müssen, aber die Marbles müssen irgendwo hin und das ist schwierig für uns."

Generell sah Hembery aber keinen Grund dafür, sich für seine Reifen zu entschuldigen. Zwar hieß es, aufgrund der Reifen und der vielen Stopps sei es ein etwas verwirrendes Rennen gewesen, doch er meinte, man könne auch auf Ein-Stopp-Rennen zurückgehen und sehen, ob das unterhaltsamer wäre. "Wir können aber auch das weiterführen, worum wir gebeten wurden. Ich habe keinen Zauberstab. Mir wurde gesagt, es war das aufregendste Rennen seit langer Zeit. Wenn es keine Marbles gebe, wäre es dann aufregender? Die Leute wollen keine Prozession mehr. Wir wurden gebeten, etwas zu tun und das haben wir versucht. Ich dachte, es war gut für die Show, aber wenn Leute denken, es sei falsch, werden wir es ändern."