Adrian Sutil wusste nach dem Qualifying in Melbourne genau, warum er lediglich auf dem 17. Platz gelandet war. Allerdings fand er den Grund weniger schön, denn er war bekannt, aber anscheinend nicht lösbar. "Es dauert viel zu lange, dass man diese Probleme findet. Wir haben das ganze Wochenende damit verbracht, das Runterschalten zu verbessern. Das wird aber immer schlimmer", sagte Sutil.
Hauptproblem ist, dass die Ursache für das fehlerhafte Runterschalten nicht am Getriebe direkt ist, sondern die Steuerung ihre Macken hat. "Man kann das einstellen, die Schaltzeiten und wie das Getriebe sich verhält. Irgendwas ist da falsch und es ist schwierig, das rauszukriegen. Es sind aber auch andere Stellen am Auto, die seit Monaten eine Baustelle sind und keiner weiß, was zu tun ist", beteuerte der Force-India-Pilot.
Ungenau macht instabil
Das Schaltproblem äußert sich recht deutlich. So passiert nichts, wenn geschalten wird, erst mit einer Verzögerung springt der nächste Gang rein. "Das ist beim Schalten so ungenau, dass das ganze Auto instabil wird. Es ist komisch. Man vergleicht die Daten mit Melbourne und sieht keinen Unterschied." Noch komischer findet Sutil, dass die Probleme nur an seinem Auto auftreten. Sogar die Einstellungen von Paul di Restas Boliden hat Sutil bei seiner Getriebesteuerung verwendet, doch auch das half nichts.
"Es wird immer schlimmer und schlimmer. In Q2 ist der Gang rausgesprungen beim Runterschalten, da musste ich ihn noch einmal einlegen", klagte er. Noch bizarrer ist die Angelegenheit deswegen, weil hin und wieder alles normal funktioniert, etwa in Q1 in Malaysia. "Da hat es funktioniert, mit hart und weich, alles kein Problem." Und wenn das Auto normal läuft, dann ist es auch nicht schlecht. "Es ist aber extrem inkonstant und geht hoch und runter. Im Moment ist bei mir der Wurm drin, es kann auch Paul einmal treffen. Es ist halt jetzt unglücklich. Voriges Jahr hatte ich keine Probleme und Tonio hatte nur Probleme. Leider ist immer ein Auto dabei, das Probleme hat."
Reifen halten länger als bei anderen
Und deswegen meinte Sutil, es nun am Sonntag von Startplatz 17 rausreißen zu müssen. Er wusste allerdings, dass das schwer werden könnte. "Der Top-Speed ist OK. Wenn das Auto läuft, dann passt die Rennpace. Ich komme auch mit den Reifen gut zurecht, die halten ganz gut und gestern länger als bei jedem Anderen. Mit den weichen kamen wir gut zurecht. Wenn ich da sage, länger als bei jedem Anderen, dann sind das aber auch nur 13 Runden", meinte Sutil mit einem Lächeln. Trotzdem war der weiche Reifen für ihn der bessere auf dem Longrun, da der harte allgemein langsamer ist und nach etwa zehn Runden auch nachzulassen beginnt - nur nicht so rasch wie der weiche. Sein Boxentipp: "Wir werden bestimmt drei Stopps haben. Vielleicht schaffen wir auch eine Vierstopp-Strategie."

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