Der Vormittag verlief für Red Bull und vor allem Sebastian Vettel ganz nach Plan. Mit sechs Zehnteln Vorsprung stand Vettel an der Spitze der Zeitentabelle. Am Nachmittag lief es bei Red Bull nicht mehr so rund, stattdessen kam McLaren auf und Lewis Hamilton fuhr eine klare Bestzeit.

"Auf den Long Runs war Vettel der Schnellste", analysierte Helmut Marko. "Mark Webber muss noch zusetzen, er muss fahrerisch noch einiges finden. Aber Hamilton wird schwer zu knacken sein - er ist in allen Sektoren schnell." Red Bull muss jetzt auf Ursachenforschung gehen, warum die Überlegenheit vom Vormittag einem Rückstand am Nachmittag gewichen ist.

"Vielleicht hängt es mit der Temperatur zusammen", mutmaßt Marko. "Wir haben aber auch noch eine andere Idee, was nicht richtig gelaufen sein könnte." Das Problem bestand jedenfalls sowohl mit den harten als auch mit den weichen Reifen. "Noch ist nicht aller Tage Abend, aber es wird mit Hamilton sicher ganz schwierig. Wenn Hamilton mal vorne ist, ist er nicht zu kriegen."

Das wäre im Rennen das Ende aller Titelträume. "Hamilton als Sieger passt nicht ganz in unser Konzept - als Zweiter wäre es schon deutlich besser", betonte Marko gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Aber man darf McLaren und Hamilton eben nicht unterschätzen, sie haben einen neuen Flügel und jetzt scheint das Paket zu funktionieren."

Fernando Alonso schätzt Marko vor allem auf einer Runde schnell ein. "Er wird im Qualifying stark sein, aber seine Long Runs waren schwierig, der Reifenabbau war bei ihm deutlich stärker als bei Hamilton oder uns", erklärt der Österreicher. "Er kann das Tempo nicht mitgehen und war zum Schluss anderthalb Sekunden langsamer."