Formel 1

Mehr als nur Motorsport - Toyota: Das Leben nach der Formel 1

Auf den Schock folgte das Ärmelhochkrempeln. Toyota Motorsport lebt auch ein Jahr nach dem Formel-1-Ausstieg noch - und das nicht schlecht.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Vor einem Jahr brach die Welt von Toyota Motorsport in Köln-Marsdorf zusammen. Der Mutterkonzern in Japan gab den sofortigen Ausstieg aus der Formel 1 bekannt - das Ende für das F1-Team. Von den 650 Mitarbeitern durften nur 150 bleiben. Ein Jahr danach sieht es besser aus. Mittlerweile arbeiten wieder 180 Spezialisten für Toyota Motorsport in Köln. An der Spitze stehen der frühere Teammanager Jens Marquardt und Technikchef Pascal Vasselon.

"Wir sahen uns im November 2009 vielen Herausforderungen gegenüber, aber wir sind ihnen mit Mut und Optimismus entgegen getreten", sagt Marquardt. Das Unternehmen befinde sich mit seiner neuen Strategie auf Kurs, müsse aber noch mehr Kunden finden. Von dem Dutzend Unternehmen, die die Anlagen und Dienstleistungen von Toyota Motorsport im vergangenen Jahr nutzten, dürfen aus Verschwiegenheitsgründen keine genannt werden, "aber TMG bietet mehr als nur Motorsport", betont Vasselon.

Neubeginn in Köln

In F1-Zeiten war es für einen Besucher einfacher, in Area 51 zu gelangen als einige Bereiche von TMG zu sehen!
Jens Marquardt

Jeder Besucher eines Kunden schwärme von den technischen Anlagen in der Fabrik. "Die Reaktionen von erfahrenen Ingenieuren, die erstmals unsere Fabrik besuchen und die Prozesse sehen, ist unglaublich", so Vasselon. Viele würden die Formel 1 als zu spezialisiert betrachten. "Aber unsere Kunden sind sehr beeindruckt, wie breit unser Ingenieurs-Knowhow aufgestellt ist."

Das Team musste aber auch neue Aufgaben bewältigen - die Organisation mehrerer Projekte gleichzeitig, das Verschieben von Ressourcen und die Betreuung verschiedener Kunden. Nur eins kannte man bereits bestens: Die Geheimhaltung. "In F1-Zeiten war es für einen Besucher einfacher, in Area 51 zu gelangen als einige Bereiche von TMG zu sehen!", sagt Marquardt.

Geheimhaltung spielt immer noch eine wichtige Rolle, aber nur was die Kundenprojekte betrifft. Die eigenen Anlagen zeigt Toyota gerne her, um so weitere Unternehmen von der Leistungsfähigkeit zu überzeugen und für sich zu gewinnen. "Vor einem Jahr erlebten wir das Ende einer Ära", erinnert sich Marquardt. "Jetzt blicken wir zurück und sehen diese Ereignisse als den Beginn eines neuen, aufregenden Kapitels."


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