Die ersten Trainings sind gefahren, die ersten Erkenntnisse gewonnen und Fernando Alonso war am Freitagnachmittag in Korea weiter davon überzeugt, dass Red Bull jenes Team ist, das es zu schlagen gilt. Allerdings sah er die Chancen für Ferrari und McLaren durchaus besser stehen als noch vor zwei Wochen in Suzuka. "Wir sind wegen unserer Möglichkeiten immer zuversichtlich, vor allem am Freitag. Am Samstag gibt es manchmal Überraschungen und man ist schnell oder eine Sekunde von der Pace weg. Das haben wir manchmal bei Red Bull gesehen. Diese Strecke ist nicht so eine Red-Bull-Strecke wie Suzuka, also gibt es für McLaren und Ferrari eine kleine Chance, hier gegen sie zu kämpfen", sagte der Spanier und sprach davon, dass Lewis Hamilton ein Kandidat für den Sieg ist.

Generell musste er anmerken, dass der Freitag in Korea noch nicht so aussagekräftig war wie jener in Suzuka, wo sich an Freitag und Samstag bestätigte, dass Red Bull stark sein würde. "Das Klassement ist heute noch nicht so bedeutend, aber es ist wie gesagt nicht so einfach für Red Bull. Dennoch sind sie weiter die Favoriten für morgen." Allerdings gibt es noch einige Faktoren, die es laut Alonso zu berücksichtigen gilt und die jedem Team die Suppe noch versalzen könnten. Der erste ist die Entwicklung der Strecke, denn dadurch werden sich auch die Geschwindigkeiten in den Kurven ändern. "Vielleicht hat man da morgen dann auf einmal den völlig falschen Gang drin."

Regen und Abtrieb

Der zweite Faktor ist der mögliche Regen, der am Sonntag kommen und alles verändern kann. "Und der dritte ist der Abtrieb, welches Setup man hier wählt. Man muss die Gang-Übersetzungen an den Abtrieb anpassen. Es ist eine neue Strecke, wir haben also keine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, was den Speed in den Kurven und weiteres betrifft. Es ist also alles schwieriger, für Fahrer und Ingenieure", meinte er. Beim Setup kann man auf zwei Richtungen setzen: entweder viel Speed, um im ersten Sektor Zeit zu machen oder viel Abtrieb, um in den Sektoren zwei und drei schnell zu sein. "Es wird interessant, was die Teams für morgen und Sonntag machen", erklärte Alonso.

Ungeachtet dessen hatte sich der Ferrari-Pilot schon ein paar Lieblingspunkte herausgepickt. "Ich mag die Kurven vier, fünf und sechs. Diese drei Kurven am Ende der ersten Geraden sind sehr interessant", sagte er. Vor allem in Kurve drei und vier sah er Überholmöglichkeiten. So könnte es passieren, dass jemand in Kurve drei die Tür zumacht, dann aber einen schlechten Ausgang erwischt und deswegen eine Chance in Kurve vier eröffnet. "Die schlechteste Kurve ist wohl die letzte oder vorletzte. Der Innenkerb, den der Hispania so hart getroffen hat, den berühren wir recht stark. Der Asphalt ist dort nicht in einem guten Winkel geformt. Man kommt vom Flachen und es geht bergauf. Innen in der Kurve sitzt man da mit dem Chassis hart auf."