Dem Sauber-Team hat das Rennen in Japan gut getan. Die Plätze sieben und acht brachten wertvolle Punkte und einiges an Selbstvertrauen, daher kann der Korea Grand Prix für das schweizerische Team nun ruhig kommen. "Ich freue mich sehr auf den nächsten Grand Prix. Nach dem Rennen in Suzuka bin ich noch motivierter", sagt etwa Kamui Kobayashi. Er blieb gleich in Tokyo, da er dort ein paar Termine hatte, trainierte und zudem nicht die Zeitzone verlassen wollte. Südkorea wird für den Japaner trotz der relativen räumlichen Nähe dennoch Neuland, da das in punkto Strecke aber auf alle Fahrer zutrifft, findet er das schon gut. "Bei einigen Rennen in diesem Jahr hatten andere Fahrer einen Vorteil mir gegenüber, weil sie die Strecke kannten, aber diesmal ist das für alle gleich. Ich freue mich darauf, den Kurs zu entdecken", meint er.

Nick Heidfeld war bereits in Südkorea. Vor zwei Jahren machte er mit dem damaligen BMW Sauber ein paar Demofahrten und war damit der Erste, der einen Formel-1-Wagen in dem Land fuhr. Von der Rennstrecke, die nun befahren wird, war damals aber noch nichts zu sehen, Heidfeld war in Seoul und dann in Gwang-ju unterwegs, wobei Zweiteres immerhin in der gleichen Provinz ist wie Yeongam. "Die Rennstrecke ist weit weg von der Hauptstadt, und deshalb wird das Wochenende mit einer mehrstündigen Anfahrt beginnen, was nach einem langen Flug mühsam werden dürfte. Was uns dann letztlich vor Ort erwartet, weiß im Moment kaum jemand so genau. Ich bin sehr gespannt auf die neue Anlage", sagt Heidfeld.

Belag muss halten

Für den Deutschen ist es vor allem wichtig, dass der Belag hält, denn wenn die oberste Schicht wie im Fall von Korea erst vor kurzem aufgetragen wurde, kann es da bei Fahrbetrieb noch Öl rausdrücken, was zu einem großen Problem werden könnte. "Aber über die Qualität und die Streckenführung kann ich erst etwas Fundiertes sagen, wenn ich gefahren bin. Und grundsätzlich begrüße ich neue Austragungsorte, weil unbekannte Strecken eine spezielle fahrerische Herausforderung darstellen, und weil es für eine WM auch prinzipiell positiv ist, in möglichst vielen Nationen anzutreten", erklärt Heidfeld.

Sauber-Technikdirektor James Key hat sich bereits eingehend mit dem neuen Kurs beschäftigt und anhand der Informationen zur Streckenführung den Simulator gefüttert. Dadurch waren erste Simulationen möglich, Vorhersagen will er trotzdem keine treffen. "Wir haben CAD-Daten anhand derer wir eine Ideallinie herleiten und für unsere Simulation nutzen können. Wir beschäftigen uns mit unterschiedlichem Abtriebs- und Grip-Niveau, Bremsbeanspruchung und, bis zu einem gewissen Maß, mit mechanischer Abstimmung und Bodenfreiheit. Aber das bleibt natürlich sehr allgemein, weil wir nicht wissen, welche Unebenheiten es gibt, wie griffig der Asphalt ist, wie hoch der Reifenverschleiß, ob der Fahrer eine andere Linie wählt und so weiter", sagt Key. Da man sich auf diese Unbekannten nicht vorbereiten kann, wollte er zumindest sicherstellen, für so viele Szenarien wie möglich vorbereitet zu sein.

Schöne Herausforderung

Größte Schwierigkeit war, dass es bei anderen neuen Strecken, die in der Vergangenheit in den Kalender kamen, immer Daten von anderen Rennserien gab, was diesmal aufgrund der späten Fertigstellung nicht so ist. Daher sind nun Teams und Fahrer gefragt, denn sie müssen schnell lernen und rasch reagieren. "Das wird eine schöne Herausforderung. Der Kurs sieht sehr interessant aus: drei Geraden mit harten Bremsmanövern am Ende und eine sehr gewundene Streckenführung für die zweite Hälfte der Runde. Es sieht nach einem technischen Kurs aus und nach einem, für den man einen Kompromiss beim Abtriebs-Niveau finden muss. Anscheinend haben wir es mit einer High-Downforce-Strecke zu tun, die zum Ende der Runde engere Abschnitte hat", sagt Key.