Drei Jahre war Michael Schumacher aus der Formel-1-Startaufstellung verschwunden. Als er zurückkam, merkte er sofort: Die Vorderreifen sind ganz anders und passen so gar nicht zu seinem Fahrstil. Nick Heidfeld war nur ein knappes Jahr ohne Cockpit. Aber als er in Singapur zurückkehrte, stellte auch er sofort fest: Die 2010er Bridgestone-Reifen sind schwieriger zu fahren, als er es erwartet hatte.
"Nach fast einem Jahr Abstinenz vom Renngeschehen muss man viel lernen", erklärt Heidfeld. "Es war ein bisschen mehr, als ich erwartet hatte." Denn eigentlich kennt er das Team aus den vergangenen Jahren. "Aber das Auto, die Reifen und das Fahrverhalten sind komplett neu. Die Reifen sind eine komplett andere Welt."
Zwar hatte Heidfeld sich im Vorfeld mit anderen Fahrern darüber unterhalten und auch als Testfahrer bei Mercedes GP davon gehört, doch selbst erfahren hat er es erst in Singapur. "Der Vorderreifen ist schmaler, die Form ist anders, das war mir bewusst", so Heidfeld. "Aber das ist graue Theorie. Du musst erst im Auto sitzen, um zu wissen, wovon sie reden - denn ins Detail geht da keiner."
Kampf gegen die Vorderreifen
Umso wichtiger war es für ihn, in Singapur so viele Runden wie möglich zu fahren. Der Unterschied zu den 09er Reifen ist schnell erklärt: "Die Vorderreifen geben schneller auf." Das bereitete Heidfeld vor allem im Qualifying Probleme, als er mit den bis dahin nur selten verwendeten weichen Reifen plötzlich eine schnelle Runde fahren wollte. "Ich wollte spät bremsen, aber dann gaben die Vorderreifen auf und ich hatte Untersteuern."
Jetzt muss Heidfeld in den letzten vier Rennen so schnell wie möglich lernen, damit umzugehen. Für die nächste große Reifenumstellung im kommenden Jahr hat er dafür einen kleinen Vorsprung: "Der Pirelli für 2011 ist näher am 2009er Bridgestone dran, aber deutlich anders", sagt er. "Allerdings nicht so extrem wie der diesjährige Bridgestone, der einen ganz anderen Fahrstil erfordert und bei der Balance eine Ausnahme darstellt."
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