Formel 1 / Hintergrund

Silverstone-Flügel als Basis - Technische Analyse Singapur

Singapur fehlt es noch an Tradition, was die Formel 1 betrifft, dennoch wird die Strecke gerne als Monaco von Asien bezeichnet, denn die Ansprüche sind ähnlich.
von Paolo Filisetti
Ferrari feilte am Frontflügel - Foto: P. Filisetti

Singapur ist ein anspruchsvoller Straßenkurs, dessen viele enge Kurven nur durch ein paar kurze Geraden verbunden werden. Besonders auffällig sind die vielen Haarnadelkurven auf der Strecke. Entsprechend ist hier vor allem der Anpressdruck gefragt, der Topspeed ist Nebensache. Ferrari war daher eines der Teams, die sich gegen den F-Kanal entschieden, nachdem man in den ersten Trainings die Effektivität des Systems getestet hatte.

Um den notwendigen Anpressdruck zu generieren, ließen sich die Teams auch einiges im aerodynamischen Bereich einfallen, vor allem was die Frontflügel und ein paar feine Änderungen beim Diffusor betrifft. Ferrari, McLaren und Renault sowie Williams zeigten die auffälligsten Lösungen.

Ferrari

Renault entwickelte den Frontflügel abermals weiter - Foto: P. Filisetti

Ferrari verglich in den ersten Trainings am Freitag lange die Daten, bevor man sich dafür entschied, den F-Kanal für das Wochenende in Singapur nicht zu verwenden. Für den Frontflügel hatte man eine interessante Lösung mitgebracht, einen Mix aus den beiden Varianten, die man in Monaco und Silverstone zum Einsatz gebracht hatte. Die Endplatten wurden leicht modifiziert und ein vertikaler kleiner Flügel ergänzt, der leicht nach hinten versetzt war, im Vergleich zu der vorherigen Version. Zudem wurde das Hauptprofil etwas verändert. Obwohl die Form selbst beibehalten wurde, hatte diese eine andere Stärke und Flügeltiefe, um den Luftfluss besser unter das Auto leiten zu können.

Renault

McLaren verglich zwei Frontflügel - Foto: P. Filisetti

Das Renault Team brachte eine Evolution seines Frontflügels mit, eine Weiterentwicklung der Variante, die man in Silverstone verwendete. Der größte Unterschied lag in einem zusätzlichen oberen Profil, das durch mehrere vertikal aufgebrachte Einfriedigungen getrennt wurde. Die Endplatten hatten ebenfalls einen zusätzlichen horizontalen Winglet, der einen Wirbel generieren soll, um die Turbulenzen, die rund um die Vorderräder entstehen, zu reduzieren.

McLaren

McLaren brachte einen völlig neuen Flügel mit nach Singapur, allerdings basierend auf der Variante, die man in Silverstone vorgestellt hatte. Mit dieser sollte der Luftfluss in zwei Bereiche geteilt werden, aber beide sollten auch außen herum an den Vorderrädern vorbeigeleitet werden. Wie Ferrari verglich auch McLaren am Freitag die verschiedenen Flügelvarianten, Jenson Button entschied sich für den Neuen.


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