"Ich bin heute die Strecke abgelaufen und es ist tatsächlich wie ein Straßenkurs. Es ist total eng und eigentlich fährst du permanent zwischen den Mauern. Das sieht nach mächtig viel Spaß aus", meinte Nico Hülkenberg am Donnerstag. Der Deutsche hofft in Montreal endlich wieder näher an den Top-10 dran zu sein. Optimistisch stimmen ihn die neuen Teile am Williams.

"Wir haben ein paar neue Sachen, unter anderem einen neuen Frontflügel und eine andere Getriebeübersetzung, die wir schon am Freitag in der Türkei gefahren sind, aber dann nicht im Rennen eingesetzt haben. Von denen erwarte ich mir schon was, vor allem mehr Abtrieb", verriet Hülkenberg. Ziel sei es Toro Rosso zu überholen und wieder näher an Sauber heranzukommen.

"Wir werden sicher nicht um Siege oder um die Top-5 mitfahren, aber wir hoffen weiter vorne zu sein", ist sich der Deutsche bewusst. Das größte Manko sei der fehlende Abtrieb. "Der Abtrieb ist heutzutage wichtiger als der mechanische Grip und davon haben wir einfach nicht genug. Sicher haben wir auch Balanceprobleme wie jedes andere Team, aber wir fahren auf einem anderen Zeitenlevel als die Spitze", erklärte der Williams-Pilot.

Der Motor spiele einen weiteren Faktor. "Im Qualifying in der Türkei haben uns zwei Sekunden auf die Spitze gefehlt, aber der Motor macht sicher nicht eine Sekunde aus. Es muss alles passen, wenn man gewinnen will. Man kann nicht alles auf den Motor schieben, aber mit Sicherheit haben wir da noch Potenzial", verriet Hülkenberg. Die Stimmung ist angesichts der aktuellen Situation angespannt.

"Teamintern herrscht eine große Ungeduld, denn unsere Erwartungshaltung war anders. Wir haben im Vergleich zu 2009 einen Schritt nach hinten gemacht. Klar sind die Ingenieure nicht damit zufrieden, aber man muss versuchen da herauszukommen. Ich kann nicht mehr machen als das Maximum aus dem Auto herauszuquetschen", betonte der Deutsche.