Niki Lauda war ein österreichischer Rennfahrer, Unternehmer und Luftfahrtpionier. Er zählt auch nach seinem Tod noch immer zu den prägendsten Persönlichkeiten der Formel-1- und Technikgeschichte. Nicht umsonst wurden ihm unzählige bekannte Spitznamen zugeordnet. Die Franzosen kannten ihn als 'le magnifique', die Briten als 'super rat', die Italiener als 'Niki nazionale' und die Amerikaner als ' The Phoenix'.
Lauda wurde am 22. Februar 1949 in Wien geboren und wuchs in einem wohlhabenden familiären Umfeld auf. Mit 15 Jahren kaufte er sich sein eigenes Auto und mit 19 fuhr er sein erstes Rennen, in dem er auf Anhieb Talent zeigte und Zweiter seiner Klasse wurde. Dennoch war seine Familie gegen seine Ambitionen im Motorsport und verweigerte ihm die finanzielle Unterstützung dafür. Deshalb nutzte Lauda seinen, in Österreich bekannten Namen, um sich bei verschiedenen Banken Kredite zu besorgen, mit denen er sich den Weg in die Formel 1 finanzierte.
Lauda krempelt Ferrari um und wird Weltmeister
Den ersten Grand Prix fuhr er am 15. August 1971 in Österreich für March-Ford, fiel aber aus. Für die kommende Saison erkaufte sich Lauda ein Cockpit bei March-Ford, mit einem Kredit in der Höhe von zwei Millionen Schilling. Der große Durchbruch kam für ihn aber mit dem Grand Prix von Monaco 1973. Er konnte sich gegen Jacky Ickx durchsetzen und den dritten Platz einfahren, woraufhin ihm Enzo Ferrari einen Vertrag für 1974 anbot.
Ferrari hatte seit 1964 keine Weltmeisterschaft mehr gewonnen und trat 1973 sogar zu einigen Grand Prix gar nicht an. Lauda schaffte es jedoch die sportliche Leitung zu überzeugen, sich vollkommen auf die Formel 1 zu fokussieren und brachte Ferrari gemeinsam mit Luca di Montezemolo und Konstrukteur Mauro Foghieri zurück an die Spitze. Der erste Sieg gelang ihm beim Großen Preis von Spanien in Jarama 1974.

1975 war unumstritten Laudas Jahr. Mit fünf Saisonsiegen gab er den Ton an und kröne sich zum ersten Ferrari-F1-Weltmeister seit John Surtees im Jahr 1964.
Der Schicksalsschlag: Feuerunfall am Nürburgring
Die Saison 1976 ging in die Geschichtsbücher ein. Lauda dominierte die erst Saisonhälfte, gewann vier von acht Rennen und war nur einmal nicht unter den ersten Drei. Und das, obwohl er sich Anfang Mai zwei Rippen brach.
Das Rennen am Nürburgring veränderte dann sein Leben. Er verunglückte vor dem Streckenabschnitt Bergwerk und sein Bolide ging in Flammen auf. Lauda wurde kurz bewusstlos. Einige nachfolgende Wagen stießen gegen Laudas Fahrzeug, andere konnten noch anhalten. Das Rennen wurde aufgrund des sich bildenden Staus unterbrochen, während die Piloten Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl versuchten Lauda zu retten. Erst Arturo Merzario gelang es, Laudas Sicherheitsgurte zu lösen, während Ertl die Flammen mit einem Feuerlöscher löschen konnte und Lunger Lauda nach über einer halben Minute aus dem brennenden Wrack heraushalf. Die Ursachen seines Unfalls sind bis heute nicht genau geklärt, Lauda selbst war aber Meinung, dass der rechte hintere Längslenker ausgerissen sei.
Damit begann für Lauda eine Rehabilitationsphase, in der ihm sein Physiotherapeut Willi Dungl zur Seite stand. Mit seiner Hilfe konnte Lauda, der durch die beim Unfall verursachten Lungenverätzungen und Hautverbrennungen zwischenzeitlich im Koma lag, nach 42 Tagen wieder an der Saison teilnehmen.

Am Ende gewann James Hunt mit nur einem Punkt Vorsprung aber den Titel. Die Saison 1976 wurde nachträglich verfilmt.
Erster Abgang aus der Formel 1
1977 holte er sich dann seinen zweiten Titel und wechselte 1978 zu Brabham. Enzo Ferrari war wenig glücklich darüber und ersetzte Lauda für die letzten drei Rennen bereits durch Gilles Villeneuve. Zu diesem Zeitpunkt stand Laudas Titelgewinn schon fest, was ihn jedoch nicht weniger verärgerte.
Die rote Kappe des Brabham-Sponsors Parmalat wurde zu Laudas Markenzeichen, das er bis zu seinem Tod beibehielt. Der Brabham selbst war jedoch wenig konkurrenzfähig, weshalb Lauda 1979 seinen Rücktritt bekanntgab. In seinen drei Jahren Auszeit widmete er sich seiner eigenen Fluggesellschaft Lauda Air und kommentierte nebenbei ausgewählte F1-Rennen im Fernsehen.
Lauda is back
Lange hielt er es jedoch nicht ohne den Motorsport aus. Zur Unterstützung für Lauda Air stieg er 1982 mit McLaren wieder in die Formel 1 ein und musste sich mit ganz neuen Boliden zurechtfinden. Mit Erfolg - denn nur zwei Jahre später holte er sich in einem engen Duell mit seinem Teamkollegen Alain Prost den dritten Titel. Dabei war Lauda seinem Teamkollegen im Training meist unterlegen und erreichte nur selten dessen Geschwindigkeit. Weil er Prost im Training nie schlagen konnte, suchte er währenddessen die perfekte Abstimmung fürs Rennen und Prost zog den Kürzeren.

Nach einer Reihe von Ausfällen und teaminternen Streitereien in der Saison 1985 beschloss Lauda sich endgültig aus der aktiven Rennfahrerrolle zurückzuziehen. Sein letzter Grand Prix war in Australien.
Die letzten Jahre
2012 wurde Lauda zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Mercedes-F1-Teams, 2013 erwarb er 10% der Anteile des Rennstalls. Dabei sah man ihn immer an der Seite von Teamchef Toto Wolff in der Mercedes-Box, wo er als Berater tätig war. Außerdem spielte er eine entscheidende Rolle in der Verpflichtung von Lewis Hamilton bei Mercedes.

Lauda starb am 20. Mai 2019 im Alter von 70 Jahren im Kreise seiner Familie nach dreiwöchigem Aufenthalt im Universitätsspital Zürich.
