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DTM-Boss Berger nach Strafe für Rene Rast: Er ist kein Betrüger

Rene Rast wird für sein Push-to-Pass-Vergehen in Spa bestraft - das Urteil geht für DTM-Boss Gerhard Berger in Ordnung. Betrugs-Vorwürfe findet er falsch.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Was bei Audi passieren kann, wenn allein der Vorwurf eines Betruges in den Schlagzeilen und sozialen Medien seine Kreise zieht, bekam vor einigen Wochen Daniel Abt schmerzhaft zu spüren. Im Zuge eines Computerspiel-Eklats warf der Audi-Konzern den Kemptener kurzerhand aus dem Formel-E-Werksteam.

Kürzlich war es Rene Rast, der sich mit öffentlichen Betrugs- und Schummel-Vorwürfen konfrontiert sah, weil er beim DTM-Rennen in Spa-Francorchamps in Führung liegend unerlaubt das Push-to-Pass-System verwendet hatte. Vorausgegangen war ein Ausfall des Marshalling Systems, das den Einsatz unter normalen Umständen automatisch verhindert hätte.

Der DMSB ahndete das Vergehen nach einer Verhandlung an diesem Freitagmittag mit der geringsten sportlichen Strafe, die sich nachträglich per Reglement verhängen lässt: einer Pitstop-Penalty, aus der eine 10-Sekunden-Zeitstrafe resultierte. Durch die Zusatzzeit fiel Rast vom ersten auf den dritten Platz hinter den neuen Sieger Nico Müller und Robin Frijns zurück.

Mit diversen Betrugs-Anschuldigungen tat sich auch DTM-Chef Gerhard Berger in diesem kniffligen und zuvor nicht dagewesenen Fall schwer: "Ich fand das nicht gut. Wir machen Rennsport auf höchstem Niveau, und das immer am absoluten Limit. Mit dem Schuss ist er ein bisschen drüber hinausgeschossen, das war aber nicht resultatentscheidend. Ich glaube, dass die Verwendung solcher Wörter bei diesem Vergehen falsch gewählt war."

Während sich Audi-Motorsportchef Dieter Gass und Rast selbst von der Strafe enttäuscht zeigten - Rast: "Mir ist aus der Nutzung nachweislich kein Vorteil entstanden" - ging das Urteil des DMSB für Berger in Ordnung.

Der frühere Formel-1-Fahrer sagte am Freitagabend bei einer virtuellen Medienrunde: "Die Strafe ist aus meiner Sicht okay. Der DMSB hat die Themen analysiert und ein Vergehen gesehen. Sie haben aber auch gesehen, dass kein riesiger Vorteil daraus entstanden ist. Er hat seine Strafe bekommen und wertvolle Punkte verloren. Man wird erst am Ende sehen, ob die Punkte richtig wehtun."

Durch den verlorenen Sieg hat Rast effektiv 17 Punkte auf seinen Markenkollegen Müller aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline eingebüßt. Rast verlor durch den Rückfall auf Platz drei zehn Zähler, während Müller von P2 aufrückte und dadurch sieben Punkte gutmachte. "Wir hätten das Rennen lieber auf der Strecke gewonnen, weil es schöner ist, wenn du die Ziellinie als Erster überquerst", sagte Müller. "Aber das sind wichtig Punkte, die wir gerne mitnehmen."

Vor dem Rennwochenende auf dem Lausitzring an diesem Samstag und Sonntag führt der amtierende Vize-Meister Müller die Tabelle mit 53 Punkten an. Rast fiel mit nun 29 Zählern hinter Jamie Green (30 Punkte) auf den dritten Platz zurück. Nach den ersten beiden Saisonrennen führen alle sechs Audi-Werksfahrer die Gesamtwertung an.


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