Motorsport-Magzain.com Plus
DTM

Das ist Spa! DTM-Autos knacken die 300

Die Class-1-Autos der DTM haben die magische 300-km/h-Schallmauer in Spa-Francorchamps geknackt. Philipp Eng fühlt sich an Formel-1-Zeiten erinnert.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - 20 Rennen hat es gedauert, dann war es geschafft: Die DTM hat die magische 300-km/h-Schallmauer geknackt. In der zweiten und wohl bereits letzten Saison mit den Class-1-Turboautos gelang es erstmals, die Grenze auf dem Tacho zu überschreiten. Im Sonntags-Rennen beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps schafften sogar drei Fahrer das Kunststück.

Fabio Scherer im Kunden-Audi von WRT sowie die beiden BMW-Werkspiloten Philipp Eng und Jonathan Aberdein erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von jeweils 302 km/h. Zuvor im Qualifying war Rennsieger Rene Rast mit 299 km/h Topspeed nur knapp vorbeigeschrammt.

"Das letzte Mal hatte ich 300 in einem Rennauto drauf, als ich einen Formel-1-Test für BMW gefahren bin", sagte der Österreicher Eng. "Es war cool, die 300 km/h zu sehen. Ich hatte einen starken Windschatten und wollte unbedingt die 300 knacken. Kurz danach bin ich runter vom Gas, mal will es ja nicht übertreiben. Ein weiterer Beleg dafür, wie toll die DTM-Autos 2020 sind."

Ohne zusätzliche Unterstützung wäre es vermutlich schwierig geworden mit dieser Höchstgeschwindigkeit, doch Spa-Francorchamps mit seiner langen Kemmel-Geraden und den Zusatzhilfen DRS und Push-to-Pass taten ihr Übriges. "Ich hatte zwei Autos vor mir und dadurch einen massiven Windschatten, das hat sehr geholfen", meinte BMW-Neuzugang Aberdein.

Dass Topspeed allein in der DTM nicht ausreicht, zeigten die Resultate am Sonntag. Aberdein schaffte es als Neunter in die Punkte, Eng ging auf P11 leer aus. Gegen die Werks-Audis war für BMW in Belgien nichts zu holen und auch die Kunden-Teams taten sich schwer. DTM-Rookie Scherer, der Dritte im Bunde des 300er-Klubs, landete mit seinem WRT-Audi auf dem zwölften Platz.

Immerhin: Trotz ungewisser Zukunft der Serie und dem bevorstehenden Ende der jungen Class-1-Ära kann die DTM einen Haken hinter die 300 km/h machen. 2019 betrug der Topspeed der Saison 291 km/h, aufgestellt von Audi-Pilot Mike Rockenfeller beim Auftakt in Hockenheim. Auch bei den Show-Rennen in Fuji mit der Super GT erreichten die DTM-Autos die 300 km/h trotz einer rund einen Kilometer langen Gerade nicht.


Weitere Inhalte:
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video
Motorsport-Magzain.com Plus