DTM

DTM-Saison 2020: Neun Audi RS 5 gegen sieben BMW M4

Ein weiterer Audi steht vor seinem DTM-Renndebüt. Kundenteam WRT vor Bekanntgabe eines dritten, privat finanzierten RS 5 für die Saison 2020.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die DTM startet vom 24. bis 26. April im belgischen Zolder in die Saison 2020. Beim Auftakt werden aller Voraussicht nach neun Audi RS 5 auf sieben BMW M4 treffen.

Bislang offiziell verkündet wurden knapp zwei Wochen vor den offiziellen ITR-Testfahrten in Hockenheim (16.-19. März) 15 Autos. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com erfolgt in den kommenden Tagen die Bekanntgabe eines weiteren Audi-Boliden. Dieser wird unabhängig von Audi Motorsport eingesetzt durch das Kundenteam WRT.

Der belgische Rennstall, der 2019 mit zwei Audis sein DTM-Debüt gab, würde somit drei RS 5 ins Feld führen. Bislang von WRT bestätigt wurden die beiden Rookies Fabio Scherer aus der Schweiz sowie Edward Jones aus Dubai.

Mit sechs Werksautos sowie den drei Kundenwagen von WRT stellt Audi den größeren Teil des Starterfeldes. Auf der Gegenseite startet BMW mit ebenfalls sechs Werksboliden sowie dem durch ART Grand Prix eingesetzten Privat-M4, in dem der frühere Formel-1-Fahrer Robert Kubica sein Debüt geben wird.

DTM 2020: Das steckt hinter dem BMW-Wechsel von Robert Kubica: (08:13 Min.)

Kubica startet in einem von BMW aufgebauten Testträger. Ein bereits von Audi gebautes Testauto wird demnach auch WRT von Teamchef Vincent Vosse einsetzen. Dieses tritt ebenfalls unabhängig von Audi Motorsport an und muss mit den nötigen Millionen Sponsorengeld finanziert werden.

Die Möglichkeit eines neunten Audi in der DTM-Saison 2020 hatte bereits vor rund zwei Wochen Audi-Motorsportchef Dieter Gass durchblicken lassen. "Ich kann das momentan nicht vollkommen ausschließen", sagte Gass am Rande des Formel-E-Rennens in Mexiko zu Motorsport-Magazin.com. "Das ist eine grundsätzliche Möglichkeit, die wir in Betracht ziehen."

Die Voraussetzung war, dass der Einsatz komplett von Extern finanziert wird. Dieser Schritt ist nun offenbar erfolgt, sodass das Starterfeld nach dem Wegfall der vier durch R-Motorsport eingesetzten Aston Martin bei 16 Tourenwagen steht.

Eine Rückkehr der Astons steht aktuell nicht zur Debatte. "Wir haben uns mit Gerhard Berger ausgetauscht, doch in der Kürze der Zeit ließ sich ein Projekt für die DTM-Saison 2020 nicht umsetzen", sagte HWA-Vorstand Uli Fritz am vergangenen Wochenende beim Formel-E-Rennen in Marrakesch zu Motorsport-Magazin.com.

Der Renneinsatz der beiden Testträger von Audi und BMW wäre schon für 2019 eine Möglichkeit gewesen, um das Starterfeld zu erweitern. Durch den ursprünglich für 2020 geplanten und 2019 umgesetzten Einstieg von R-Motorsport wurde diese Option nicht realisiert.

Die beiden Testträger sollen den anderen Rennwagen im Feld keinesfalls unterlegen sein, es kommt gleichwertiges Material zum Einsatz. "Wir werden das Testauto als Basis nehmen und umbauen, das hat gar keine Auswirkungen", sagte BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt kürzlich zu Motorsport-Magazin.com, und fügte an: "Ich bin guten Mutes, dass wir nächstes Jahr mehr als einen Kunden- oder Privat-BMW im Feld haben werden."

16 Autos wären zwei weniger als in der vergangenen Saison, dafür dürfte die Wettbewerbsfähigkeit insgesamt steigen. Aus sportlicher Sicht spielten die vier Aston Martin eine eher untergeordnete Rolle. "Mit Verlaub, gerissen haben wir nichts", räumte R-Motorsport-Teamchef Dr. Florian Kamelger nach der Saison 2019 ein.

16 Autos würden das kleinste Starterfeld bei einem Saisonauftakt seit dem Beginn der 'Neuen DTM' im Jahr 2000 bedeuten. Damals starteten 19 Autos von Mercedes, Opel und Abt-Audi. Mit 24 Rennwagen - je acht von Audi, BMW und Mercedes - erlebte die Neue DTM in den Jahren 2015 und 2016 ihre zahlenmäßig größten Starterfelder beim ersten Rennen eines Jahres.

In Folge der gesamten Starterfeldverkleinerung um je zwei Fahrzeuge traten seit 2017 durchgehend 18 permanente Starter in der DTM an.

DTM-Starterfeld 2020: Aktueller Stand (04. März)

Audi BMW Audi-Team WRT ART Grand Prix
Rene Rast Marco Wittmann Fabio Scherer Robert Kubica
Nico Müller Philipp Eng Ed Jones
Mike Rockenfeller Timo Glock
Robin Frijns Sheldon van der Linde
Loic Duval Lucas Auer
Jamie Green Jonathan Aberdein

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