DTM

DTM Brands Hatch 2018: Die 6 Brennpunkte vor dem Rennen

Enger Zeitplan, Mercedes-Alarm, Audis Zukunft und drohende Strafen: Zum DTM-Rennen in Brands Hatch gibt es genügend Brennpunkte. Die wichtigsten Themen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die DTM gastiert zum sechsten von zehn Rennwochenenden der Saison 2018 in Brands Hatch. Zum ersten Mal seit 2013 und erstmals auf dem langen Grand-Prix-Kurs stehen die Rennen 11 und 12 von insgesamt 20 Saisonläufen an. Motorsport-Magazin.com erklärt die wichtigsten Brennpunkte vor den Rennen auf dem britischen Traditionskurs.

Brennpunkt #1: Der Zeitplan

Erstmals in dieser Saison fällt das Training am Freitag flach, weil die Streckenbetreiber die Grand-Prix-Variante nur für eine begrenzte Anzahl an Tagen nutzen dürfen. Brands Hetz! Der straffe Zeitplan bedeutet Stress pur: Während das Programm zuletzt in Zandvoort an drei Tagen zwischen dem 1. Training und dem Ende des zweiten Rennens in 45,5 Stunden abgespult wurde, gehen in Brands Hatch die drei Trainings, zwei Qualifyings und die beiden Rennen an zwei Tagen innerhalb von nur 29,5 Stunden über die Bühne.

Brennpunkt #2: Die Mercedes-Armada

Mercedes bestimmt das Geschehen in der DTM-Saison 2018. Sechs der bisherigen zehn Rennen gewannen Fahrer der Marke mit dem Stern. Timo Glock und zweimal Marco Wittmann siegten für BMW, Audi kommt durch Meister Rene Rast auf nur einen Sieg. Die Meisterschaft führt nur über Mercedes, wenn es erwartungsgemäß so weitergeht.

Aber: Wer soll das Rennen am Ende machen? Gary Paffett (148 Punkte) und Paul Di Resta (121) sind die aussichtsreichsten Kandidaten. Müssen sich die vier Kollegen bald in den Dienst der zwei Briten stellen? Das dürfte den ambitionierten Edo Mortara (97), Lucas Auer (89) und Pascal Wehrlein (65) überhaupt nicht schmecken. Bislang verzichtete Mercedes auf eine direkte Stallorder in den Rennen. Sollte es aber soweit kommen, ist Teamchef Uli Fritz' gesamtes Fingerspitzengefühl gefragt.

Brennpunkt #3: Die Boxengasse

Seit den Vorfällen in Ungarn ist die Boxengasse ohnehin ein heikles Thema in der DTM... Wie Motorsport-Magazin.com erfahren hat, wird in Brands Hatch die Geschwindigkeit in der Pitlane auf 50 km/h herabgesetzt. Aus Sicherheitsgründen, wie es in einer Meldung an die Teams heißt. Normalerweise gilt ein Tempolimit von 60 km/h in der Box. Die 1950 eröffnete Strecke gilt nach aktuellem Standard nicht unbedingt als modern. Die Formel 1 machte hier zwischen 1964 und 1986 insgesamt 14 Mal Halt, der letzte Sieger war Lokalmatador Nigel Mansell.

Brennpunkt #4: Audi als One Hit Wonder?

Rene Rast reist als Sieger des letzten Rennens in Zandvoort nach Brands Hatch. Endlich hat es geklappt beim Hersteller aus Ingolstadt, der sich seit Saisonbeginn extrem schwer tut. Ist jetzt der Knoten geplatzt? Daran glauben nur die wenigsten Experten. Rasts Sieg für den amtierenden Meister in allen drei Wertungen war auch ein Zusammenspiel aus Risiko und Glück. Boxenstopp in Runde 1, Paffetts Problem beim Boxenstopp - das Zandvoort-Rennen hätte ganz anders ausgehen können.

Brands Hatch und Zandvoort ähneln sich in einigen Punkten wie dem Streckenlayout. Audi dürfte also theoretisch nicht völlig chancenlos sein. Als Favoriten gehen die Ingolstädter aber noch lange nicht ins Rennen. Eine gute Runde im Qualifying, etwas Risiko und ein bisschen Glück braucht es sicherlich, um aus eigener Kraft siegfähig zu sein. Wunderheilungen gibt es in der DTM dank des festen Reglements schließlich nicht.

Brennpunkt #5: Die Wehrlein-Story

Pascal Wehrlein dürfte die Sommerpause ganz gelegen gekommen sein, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Zuletzt hatte der DTM-Rückkehrer für Wirbel gesorgt, vor allem, als er vor laufender Kamera Mercedes-Strategien im Qualifying ausplapperte ('Paffett muss eine freie Runde bekommen'). Auch der Titelzug ist quasi schon abgefahren für den Champion von 2015, der in Zandvoort zumindest wieder den Anschluss an die Kollegen fand.

In einer Telefonkonferenz vor dem Rennen in Brands Hatch klang Wehrlein wieder entspannter. "Wir hätten deutlich bessere Ergebnisse erzielen können", blickte er zurück. "Die Rennen in Budapest und Zandvoort hätte ich gewinnen können. Aber durch andere Umstände hat es leider nicht geklappt. Das ist ein Spiegelbild dieser Saison. Ich komme ziemlich gut zurecht, fühle mich wohl und habe mich wieder gut eingelebt. Die Ergebnisse reflektieren aber nicht unseren Speed."

Brennpunkt #6: Erste Strafen drohen

Schon in Brands Hatch könnte es die ersten Fahrer erwischen. Wer in der DTM drei Verwarnungen erhält, bekommt eine Strafversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung aufgebrummt. Akut gefährdet sind aktuell Pascal Wehrlein und Robin Frijns. Der Mercedes-Fahrer und der Audi-Rookie haben je zwei Verwarnungen auf dem Konto. Die Titelanwärter Paffett, Di Resta, Glock und Wittmann kamen bislang ganz um Verwarnungen herum.


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