DTM

DTM Brands Hatch: Audi hat den Grand-Prix-Vorteil!

Die DTM fährt zum ersten Mal den Grand Prix Kurs. Während von BMW und Mercedes nur vereinzelnte Fahrer das Layout kennen, ist es allen Audi-Piloten bekannt.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Die DTM ist mit einer Neuerung zurück in Brands Hatch. Vorbei sind die Zeiten des Indy-Streckenlayouts. Die 1,973 Kilometer kurze Variante aus den Jahren 2006 bis 2013 gehört der Vergangenheit an. Stattdessen geht es für die DTM erstmals auf den 3,908 Kilometer langen Kurs - und damit mitten durch den Wald inklusive langer Geraden.

Eine große Unbekannte für die Fahrer in ihren DTM-Autos. Spitzenreiter Gary Paffett bringt es für sich persönlich auf den Punkt, als er in einer Pressekonferenz in Brands Hatch treffend feststellte: "Alle sind gleich unvorbereitet, auf das, was sie erwartet", sagt der Mercedes-Pilot. Der Brite, der sich mit gemischten Gefühlen auf sein Heimspiel in der britischen Grafschaft Kent freut, hatte offenbar keine Ahnung, wie gut die Rivalen aus dem Audi-Lager den GP-Kurs kennen (siehe Tabelle).

"Brands Hatch ist nicht nur ein Kurs, den wir kaum kennen, sondern er ist auch noch sehr herausfordernd. Jeder kleine Fehler wird teuer", meinte Paffet und ließ folgende Begründung folgen: "Wenn man uns ein Rennwochenende so schwer wie möglich machen wollte, hätte man es nicht besser planen können. Das ist die härteste Aufgabe für alle Fahrer seit langem in der DTM."

Paffett selbst kennt die Grand-Prix-Variante aus der Britischen Formel 3, als er im Jahr 2000 ein Rennen auf diesem Layout bestritten hatte. Die meisten seiner Mercedes-Kollegen betreten hingegen echtes Neuland.

Dass ein Heimspiel nicht nur Vorteile mit sich bringt, musste Paffett unterdessen in den letzten Tagen erkennen. Die Anreise war kurz, die Wunschliste lang. "Es kommen einige Freunde und die ganze Familie, um mich hier fahren zu sehen. Ich musste viele Tickets ordern und hoffe, niemanden vergessen zu haben.

Diese Fahrer kennen den GP-Kurs in Brands Hatch

Audi
Frijns: 2017 Blancpain GT Series
Green: 2003 Britische Formel-3-Meisterschaft
Müller: Nur im Simulator
Rast: 2013 Blancpain GT Series
Rockenfeller: Nur im Simulator
Duval 2006 A1 GP
BMW
Eng: 2017 Blancpain GT Series
Eriksson: Nur im Simulator
Glock: Nur im Simulator
Farfus: 2009 WTCC (Im BMW 320si hat der Brasilianer das Rennen sogar gewonnen!
Spengler: Nur im Simulator
Wittmann: Nur im Simulator
Mercedes-AMG
Auer: Nur im Simulator
Di Resta: Nur im Simulator
Juncadella: 2017 Blancpain GT Series
Mortara: Nur im Simulator
Paffett: 2000 Britische Formel-3-Meisterschaft
Wehrlein: Nur im Simulator

Sein Landsmann Jamie Green hat ein ganz anderes Problem: Der Rosberg-Fahrer, dem im vergangenen Jahr als Dritter der Gesamtwertung nur sieben Punkte zum Titelgewinn fehlten, liegt mit 11 Zählern aktuell auf dem 18. und letzten Platz in der Tabelle - 137 (!) Punkte hinter Paffet (148).

Für Green ist der straffe Zeitplan das größte Problem. "Wir haben kein Freies Training am Freitag, um danach die Daten auswerten zu können und nur fünf Minuten zwischen beiden Freien Trainings am Samstag. Das könnte für eine durcheinandergewürfelte Startaufstellung sorgen." Allerdings wäre er gerne in Donington gefahren, denn das sei seine echte Heimstrecke.

Ähnliche Probleme wie Green sieht auch Augusto Farfus auf sich zukommen. "Es wird nicht einfach werden. Für den Samstag musst du ohne Daten eine Vorhersage treffen." Das sei eine große Herausforderung.

"Wir haben einen mit Terminen vollgepackten Samstag, innerhalb von ein paar Stunden fahren wir zwei Freie Trainings, eine Qualifikation und das Rennen. Da hast du keine Zeit für Feinjustierungen. Und erst danach kannst du Änderungen an deinem Auto für Sonntag vornehmen", erklärte der BMW-Pilot die Schwierigkeit und deshalb erwartet Farfus auch "sehr unterschiedliche Ergebnisse."


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