So hatte sich Jenson Button sein letztes Rennen als Profi-Rennfahrer sicherlich nicht vorgestellt: Beim WEC-Saisonfinale in Bahrain sorgte der Cadillac-Fahrer zur Mitte des 8-Stunden-Rennens für die erste Safety-Car-Phase. Button kollidierte im Zweikampf mit einem zu überrundenden GT3-Ferrari und schickte den italienischen Sportwagen mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung.
Ein leichter Kontakt reichte aus, dass Thomas Flohr im #54 AF-Corse-Ferrari die Kontrolle verlor, sich zweimal drehte und in die Bande donnerte. Der Amateur-Fahrer verließ das seitlich beschädigte Auto aus eigener Kraft. Streckengegner Button konnte die Fahrt im #38 Cadillac V-Series.R (Button, Bourdais, Bamber) zwar fortsetzen, erhielt als Auslöser des Crashs aber eine deftige 30-Sekunden-Boxenstopp-Zeitstrafe.
Jenson Button beendet Profi-Karriere mit Unfall und Strafe
Wenig später übergab Button den Caddie an seinen Teamkollegen Sebastien Bourdais. "Ich will noch mal 70 Runden Spaß haben und mich dann auf einen traurigen Abend vorbereiten", hatte Button im Vorfeld gesagt - von einem Crash war da keine Rede... Der Formel-1-Weltmeister von 2009 will sich künftig verstärkt seiner Familie widmen und wird 2026 höchstwahrscheinlich durch Jack Aitken ersetzt, der am Sonntag beim Rookie-Test das Steuer des Cadillac übernimmt und bereits auf IMSA-Erfahrung mit dem Prototypen zurückblickt.
Die von Button ausgelöste Safety-Car-Phase hatte eine überraschende Folge: Kurz nach dem Re-Start übernahm Alex Riberas im #009 Aston Martin Valkyrie die Führung. Der britische Prototyp mischt seit dem Rennstart um 14:00 Uhr Ortszeit (12:00 deutscher Zeit) durchweg im vorderen Feld mit. Riberas profitierte allerdings von einem Wechsel auf frische Slick-Reifen kurz vor dem Safety Car, während die direkten Konkurrenten auf Reifenwechsel verzichteten.
Aston Martin führt kurzzeitig beim WEC-Finale in Bahrain
So konnte der von P5 heranstürmende Riberas kurzzeitig das bis dahin führende Toyota-Duo überholen, bevor er wenig später zum Reifenwechsel in die Boxengasse abbog. Danach drehte Sebastien Buemi im #8 Toyota weiter Runden an der Spitze. Interessant: Die #8 fährt auf einer alternativen Strategie, weil das Team im ersten Doppelstint auf einen Reifenwechsel verzichtete, um sich zwei frische Medium-Slicks für die Schlussphase zu sparen - das war schon im Vorjahr die siegbringende Strategie.
Nyck de Vries belegte nach 130 Runden den zweiten Platz im #7 Schwester-Toyota, nachdem die Japaner aus Taktikgründen die Reihenfolge direkt nach dem Re-Start getauscht hatten. Dahinter folgte der #51 Ferrari 499 P mit Alessandro Pier Guidi. Der Italiener und seine Teamkollegen Antonio Giovinazzi sowie James Calado führen die Fahrer-WM an und bleiben Favoriten auf den Titelgewinn. Die beiden Meisterschafts-Gegner - der #83 AF-Corse-Ferrari um Robert Kubica und der #6 Titelverteidiger-Porsche - fuhren meist außerhalb der Spitzengruppe.
Bahrain ist nicht nur das WEC-Saisonfinale 2025, sondern auch das Rennen der Abschiede: Von Porsche über Mick Schumacher bis hin zu Toyota - was sich nächstes Jahr alles in der Langstrecken-WM ändern wird, haben wir für euch in diesem Artikel beleuchtet:



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