Das Team Manthey plant für die Saison 2026 einen Rundumschlag im weltweiten GT3-Motorsport. Bald neu im Programm: ein Start in der IMSA-Serie. Der Rennstall aus Meuspath hat bereits angekündigt, nächstes Jahr mit zwei Porsche 911 GT3 R in der US-amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft anzutreten: mit dem 'Grello' in der GTD-Pro-Klasse sowie mit einem weiteren Neunelfer in der GTD-Kategorie.
Der Antritt in der IMSA bei den fünf langen Rennen der Endurance-Wertung bedeutet jedoch nicht, dass sich Manthey zum Saisonende aus der WEC zurückziehen wird - obwohl Partner Porsche seinen Abschied aus der Hypercar-Klasse angekündigt hat. "Wir beabsichtigen, das Programm in der WEC fortzuführen", sagte Manthey-Geschäftsführer Nicki Raeder zu Motorsport-Magazin.com.
Trotz Porsche-Aus: Manthey will in WEC bleiben
Die Entscheidung über die Vergabe der Startplätze liegt beim WEC-Veranstalter ACO. In der Theorie sollten sich in der LMGT3-Klasse nur Kundenteams einschreiben, deren Autolieferanten auch in der Hypercar-Klasse antreten.
In der Realität hat der ACO aber schon einige Ausnahmen gemacht: Teams fahren schon jetzt mit Ford Mustang GT3 und McLaren 720 S GT3, obwohl die Hersteller erst 2027 in die Hypercar-Kategorie einsteigen. Auch ein Entry von Mercedes-AMG bzw. Iron Lynx ist ohne passendes Hypercar-Pendant akzeptiert worden. Für 2026 ist ohnehin keine weitere GT3-Marke in Sicht, erst 2027 soll das neue GT3-Modell von Toyota kommen.
Manthey, das sich 2026 auch weiter in der DTM - als amtierender Team- und Fahrer-Champion mit Ayhancan Güven - sowie beim 24h-Rennen Nürburgring engagieren will, hätte jedenfalls den Segen aus Zuffenhausen. "Ich hoffe, dass unsere Kunden, in diesem Fall Manthey, nächstes Jahr an der WEC teilnehmen werden. Aber letztlich liegt es an der FIA und dem ACO, das zu genehmigen", sagte Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach am Rande des IMSA-Saisonfinales in Road Atlanta.
Manthey-Porsche greift nach Titelverteidigung in WEC
In der WEC ist Manthey seit dem Beginn der LMGT3-Ära anno 2024 das Maß der Dinge: Die Meuspather feierten unter anderem mit Richard Lietz zwei aufeinanderfolgende Klassensiege bei den 24 Stunden von Le Mans und gewannen die LMGT3-Team- und Fahrer-Meisterschaft. Die Titelverteidigung in beiden Wertungen ist greifbar: Vor dem Saisonfinale in Bahrain am 08. November führt der #92 Manthey-Porsche mit dem Österreicher Lietz, Riccardo Pera und Ryan Hardwick das Klassement an.
Der US-amerikanische Geschäftsmann/Rennfahrer Hardwick ist auch der erste Pilot, den Manthey für die IMSA-Saison 2026 bestätigt hat. Der Plan hinter dem US-Projekt laut CEO Raeder: "Unsere Serien-Kits verkaufen sich immer besser und die USA sind der größte GT-Markt der Welt. Das Ziel lautet, auch hier unsere Produkte zu verkaufen. Wir wollen uns auf den US-Rennstrecken genau so präsentieren wie in Europa, und zeigen, was wir können und machen."

Für das neue IMSA-Engagement plant Manthey zusätzliche Mitarbeiter anzustellen. "Wir werden ein bisschen wachsen müssen", bestätigte Rennleiter Patrick Arkenau. "Die Schlüsselpersonen werden aber aus unseren weiteren Programmen rekrutiert. Wir bieten neben unseren eigenen Projekten einen Engineering-Support in verschiedenen Serien. Den werden wir ein bisschen zurückfahren und unter eigenem Namen in der IMSA starten."
Manthey-Mitarbeiter unterstützten nach Informationen von Motorsport-Magazin.com bisher unter anderem das Prototypen-Projekt von Lamborghini in der IMSA. Hier hatte der US-Rennstall Riley zum Saisonbeginn kurzfristig den Einsatz des LMDh-Fahrzeuges übernommen. Lamborghini hat sich zum Saisonende allerdings auch aus der IMSA verabschiedet und das Prototypen-Projekt auf Eis gelegt.



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