Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen und sein Partner Chris Lulham waren ob ihres ersten Gesamtsieges beim vorletzten Saisonrennen der NLS/VLN in einem Ferrari 296 GT3 viel bejubelte Rennfahrer – und das sogar weltweit! Aber das Duo hatte bei VLN/NLS-Rennen Vorgänger, die Motorsport-Magazin.com in Erinnerung ruft…

Die berechtigte Aufmerksamkeit, die auch in der Formel 1 für Aufsehen sorgte, zog einher mit möglichen Rekorden, die aber erst noch erzielt werden können, wie beispielsweise der Qualifying-Streckenrekord, also die schnellste Rundenzeit im Zeittraining, oder den offiziellen Rundenrekord, der laut den Regularien des Motorsport-Weltverbandes (FIA) und des Deutschen Motorsport Bundes (DMSB) ausschließlich in einem Rennen aufgestellt werden kann.

Großer Hype um F1-Superstar

So zählen beispielsweise mögliche Rekordzeiten, die bei privaten Testfahrten erzielt wurden, eben nicht zu jenen Rekorden, die in irgendeiner offiziellen Liste ihren Niederschlag finden – so etwa auch nicht die angebliche Bestzeit (unter 7:50 Minuten) von Max Verstappen bei einem GT3-Test im Mai dieses Jahres auf der Nürburgring-Nordschleife.

Unabhängig von den Rekorden, die Verstappen möglicherweise irgendwann einmal aufstellt, wird sein Auftritt im Fahrerlager der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) zwar begrüßt – der große Hype um den F1-Superstar ist einigen Fahrern der beliebten Breitensport-Rennserie dann doch zu viel.

Denn natürlich bezieht sich das Interesse der Medien fast ausschließlich auf Verstappen und seine Mannschaft, während kleinere Teams, die zumindest Klassensiege anstreben, in der Öffentlichkeit nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie durchaus verdient hätten. Davon ist allerdings die VLN auszuschließen, denn in deren Pressemitteilung wird – neben den Protagonisten im Kampf um den Gesamtsieg – auch über die Ergebnisse und Stände in unterschiedlichen Klassen und verschiedenen Wertungen berichtet.

Rekordfahrten auf der Nordschleife

Dazu zählen auch aufgestellte Rekorde, die in der breiten Motorsportszene selten gewürdigt werden. So wissen beispielsweise nur Insider, dass Lulham und Verstappen nicht die ersten Piloten waren, die mit einem gesamtsiegfähigen Rennwagen bei ihrem allerersten Start auch gleich den Gesamtsieg erzielt haben, wie die nachfolgende und von der VLN/NLS bestätigte Aufstellung beweist…

  • 28.09.2013 – 45. ADAC Barbarossapreis, Nick Catsburg, Marc VDS-BMW Z4 GT3
  • 07.10.2017 – 49. ADAC Barbarossapreis, Dries Vanthoor, Land-Audi R8 LMS GT3
  • 18.08.2018 – ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, Gabriele Piana, Black Falcon-Mercedes-AMG GT3
  • 09.07.2022 – ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, Joel Eriksson, Falken-Porsche 911 GT3 R
  • 08.10.2022 – 54. ADAC Barbarossapreis, Luca Engstler, Scherer-PHX-Audi R8 LMS GT3 EVO II
  • 27.09.2025 – 57. ADAC Barbarossapreis, Christopher Lulham, EFR-Ferrari 296 GT3
  • 27.09.2025 – 57. ADAC Barbarossapreis, Max Verstappen, EFR-Ferrari 296 GT3

Bezüglich der Rekordfahrten auf der Nordschleife gibt es laut der Nürburgring GmbH Auflagen und Richtlinien, die bei der Erzielung einer Rekordrunde oder dem Versuch, einen neuen Rundenrekord aufzustellen, eingehalten werden müssen.

Dabei gelten unter anderem folgende Bedingungen: Die exakte Streckenlänge und die Punkte für die Zeitnahme sind vorgegeben – als Start- und Ziellinie gilt die offizielle Start- und Ziellinie der Nordschleife am Streckenabschnitt T13. Es wird eine volle Nordschleifen-Runde (20,832 km) mit fliegendem Start gefahren und gemessen.

Neben der Zeitnahme mit geeichter Messtechnik werden offizielle Rekordversuche sowie Versuche zur Erzielung einer Rundenzeit immer notariell begleitet, protokolliert, bestätigt und erst dann durch die Nürburgring GmbH auf deren Homepage veröffentlicht. Dazu zählt auch eine technische Abnahme durch eine neutrale Prüforganisation, die die bestehenden Regularien im Rahmen ihrer Möglichkeiten kontrolliert.

Der angebliche Verstappen-Rekord ist also maximal eine inoffizielle Rundenzeit, die wegen der vielfältigen Vorgaben aber in den Rekordlisten des Nürburgrings (nuerburgring.de) nicht erscheint. Anders ist es dagegen beim offiziellen Rundenrekord auf der Nordschleife des Nürburgrings (7:49,578 Minuten), den der Norweger Christian Krognes beim VLN-Saisonfinale am 05.11.2022 in einem Walkenhorst-BMW M4 GT3 im Rennen aufgestellt hat. Hierbei wurden alle vorgenannten Bedingungen durch die Veranstalter VLN/NLS und DMV nachweislich erfüllt.