Jorge Martin und Marc Marquez lieferten einander im MotoGP-Sprint auf Phillip Island eines der besten Duelle der letzten Jahre. Den besten Zuschauerplatz dafür hatte Bruder Alex, der auf Rang drei hinter den beiden WM-Rivalen fuhr. Zwischenzeitlich schon um anderthalb Sekunden abgehängt, profitierte Alex Marquez von den vielen Überholmanövern an der Spitze und kämpfte sich so wieder heran. Als Martin in Runde acht stürzte, erbte der Gresini-Pilot Rang zwei und machte fortan Jagd auf Bruder Marc.

Alex Marquez jagt Bruder Marc

Nach 9 von 13 Umläufen trennte die Geschwister nur noch eine Zehntelsekunde. Ein packendes Finish im Sprint bahnte sich an. Alex verfolgte Marc zwar bis zur Zielflagge knapp, einen Angriff lancierte er aber nicht. Und das, obwohl sich Alex seinem älteren Bruder am Samstag überlegen fühlte: "Ich habe mich von Beginn an gut gefühlt und hatte eine starke Pace. Ich habe etwas zu viel Zeit im Kampf mit Acosta verloren, konnte die Lücke zu Jorge und Marc aber wieder schließen. Ich war ein oder zwei Zehntelsekunden pro Runde schneller als Marc."

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Eine Position, aus der heraus Alex also durchaus noch eine Chance auf den Sprintsieg hatte. Es wäre sein erster seit dem verhängnisvollen Wochenende in Barcelona gewesen, das für ihn nach dem dramatischen Auffahrunfall mit Pedro Acosta ja eine Verletzungspause von drei Events nach sich zog. Doch Alex Marquez entschied sich am Samstag auf Phillip Island gegen den finalen Angriff: "Ich war an Marc dran, aber ein Überholmanöver wäre zu riskant gewesen. Immerhin kämpft er um die Weltmeisterschaft! Ich hatte bei meiner Aufholjagd auch schon viel Energie verbraucht und meinen Hinterreifen stark beansprucht. Ich war zu sehr am Limit."

Marc Marquez stellt klar: Wollte unbedingt 12 Punkte!

Ob sich Alex bei einem geglückten Überholmanöver überhaupt vor Marc halten hätte können, ist ohnehin eine andere Frage. "Alex war heute deutlich schneller als ich. Vielleicht hat er nicht attackiert, weil ich es war", musste auch Marc gestehen. "Er hat aber auch gesehen, wie aggressiv ich war. Da war ihm wohl klar, dass eine Attacke sehr riskant ist, denn ich hätte das nicht auf mir sitzen lassen. Ich wollte heute unbedingt diese zwölf Punkte!"

Und diese zwölf Punkte durfte Marc Marquez so schließlich auch sein Eigen nennen. Damit übernimmt er wieder die WM-Führung von Martin und liegt nun zehn Punkte in Front. Es ist Marquez' größer Vorsprung in der MotoGP-Fahrerwertung der bisherigen Saison.

Wie es um seinen Gegenspieler Martin nach dem heftigen Abflug im Sprint steht, erfahrt ihr in diesem Artikel: