Marco Bezzecchi sorgte am vergangenen Wochenende in Brünn für einen der größten Skandale der MotoGP-Geschichte. Er ohrfeigte nach seinem Sturz im Sprint einen Marshal und wurde dafür prompt für das sonntägliche Rennen gesperrt. Bezzecchi meldete sich anschließend lediglich in einem kurzen Social-Media-Posting zu Wort, seine Medienrunde am Sonntag übernahm Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola.

Marco Bezzecchi zwischen Enttäuschung und Erkenntnis

Am Donnerstag in Assen musste sich Bezzecchi aber der versammelten MotoGP-Presse stellen und begann seine Ausführung mit einem Einblick in seine Gefühlswelt. "Es war natürlich ein hartes Wochenende und auch die Tage seither sind hart. Ich habe mich furchtbar gefühlt und fühle mich immer noch ziemlich schlecht", verriet der WM-Leader. Anschließend bat er noch einmal um Vergebung: "Ich möchte mich für mein Verhalten in Brünn entschuldigen. Das war eine wirklich schlechte Aktion von mir. Ich bin mit dieser Situation falsch umgegangen. Meine Entschuldigung geht daher an mein Team, das ganze Werk und die gesamte Meisterschaft, die solche Bilder nicht verdient haben. Vor allem aber natürlich auch an den Marshal, der ja am meisten von dieser Situation betroffen war."

Wenig überraschend echauffierte sich Bezzecchi daher auch nicht über die heftige Strafe gegen ihn: "Ich habe das völlig verstanden. Meiner Meinung nach war die Strafe berechtigt und ich akzeptiere sie vollkommen. Ich hatte schon erwartet, dass es eine Strafe geben würde, denn so kann man sich einfach nicht benehmen. Wie die Strafe aussehen würde, war mir aber nicht klar." Es dauerte am Samstagabend in Brünn ja bis 19:50 Uhr, ehe ein Urteil bekanntgegeben wurde. Der Einspruch durch Aprilia, wo man das Strafmaß als zu hoch empfand, wurde final um 23:09 Uhr abgewiesen.

Marco Bezzecchi stellt klar: Entschuldigung keine Strategie

Das sei auch der Grund dafür gewesen, dass er sich erst am Sonntagmorgen beim betroffenen Marshal entschuldigt hatte, erklärt Bezzecchi: "Ich habe damit gewartet, denn ich wollte nicht, dass es so aussieht, als würde ich es machen, um einer Strafe zu entgehen. Also habe ich gewartet, bis die Strafe endgültig bestätigt war. Dann bin ich zu ihm und habe mich entschuldigt. Wir haben miteinander gesprochen und am Ende beide geweint. In dieser schwierigen Situation war das ein schöner Moment, der große Last von meinen Schultern genommen hat."

Erklärt: Wieso Aprilia Marco Bezzecchis Strafe zu hart erschien (08:52 Min.)

Bezzecchis Blick wandert jetzt nach vorne. "Ich will das jetzt einfach hinter mir lassen und wieder mein Motorrad fahren. Ich bin froh, dass wir direkt nach dem Wochenende in Brünn gleich wieder ein Rennen haben", lässt er wissen. Assen soll der erste Grand Prix eines 'neuen' Marco Bezzecchi werden: "Ich versuche, das als eine Chance für mich zu nehmen, um ein besserer Mensch und auch ein besserer Fahrer zu werden. Das ist eine Erfahrung, die mir hoffentlich helfen kann."

Während Bezzecchi das erst beweisen muss, steht sein zukünftiger Aprilia-Teamkollege nun endgültig fest. Es ist Francesco Bagnaia, der gleich für vier Jahre unterschreibt: