Am Samstag schockierte der WM-Führende Marco Bezzecchi die MotoGP mit einer Handlung, über die wohl noch lange gesprochen werden wird. Unmittelbar nach seinem Sturz im Sprint schubste er einen Marshal, der gerade mit der Bergung seiner Aprilia RS-GP beschäftigt war, und schlug ihn anschließend auch noch. Die MotoGP-Stewards schlossen den Italiener daraufhin vom restlichen Tschechien-GP aus. Am Sonntagmorgen meldete sich Bezzecchi nun erstmals öffentlich zu Wort und bezog Stellung zum Zwischenfall.

Gibt keine Rechtfertigung: Marco Bezzecchi äußert sich zu MotoGP-Vergehen

"Ich möchte mich bei der gesamten MotoGP-Gemeinschaft für mein Verhalten gegenüber des Marshals an der Strecke entschuldigen. Es tut mir besonders leid, weil ich weiß, wie viel Aufwand die Marshals betreiben und opfern, um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Dieses Verhalten sollte nicht passieren und es gibt keine Rechtfertigung dafür. Ich entschuldige mich bei allen, Aprilia Racing und all meinen Fans", ließ der WM-Führende über ein Posting auf seinem Instagram-Kanal wissen.

Während des Warm Ups der MotoGP in Brünn äußerte sich dann auch Aprilia-Boss Massimo Rivola. "Wir würden uns ebenfalls gerne beim Marshal entschuldigen. Wir akzeptieren die Strafe, denn auch wir tolerieren ein solches Verhalten nicht", gab der Racing-CEO im Interview mit Boxengassenreporter Jack Appleyard zu Protokoll. Ob Bezzecchi Aprilia-intern noch Konsequenzen zu fürchten hat, ist bislang nicht bekannt.

Stattdessen verriet Rivola im Anschluss noch, warum Aprilia am Samstagabend noch Einspruch gegen das Stewards-Urteil eingelegt hatte, wenn man doch mit der Strafe d'accord gehe. "Der Grund für unsere Berufung gegen die Strafe lag zunächst darin, dass wir angesichts ähnlicher Fälle in der Vergangenheit ein Missverhältnis zwischen der Tat und der Strafe sahen", meinte er, ohne dabei aber genauer darauf einzugehen, welche "ähnlichen Fälle" er und das Aprilia-Team im Blick hatten.

WM-Kampf lebt: Aprilia glaubt nicht an Wendepunkt im MotoGP-Titelkampf

Klar ist, dass Bezzecchi am Sonntag jetzt erstmal ein heftiger Rückschlag im Kampf um die Weltmeisterschaft droht. Jorge Martin könnte mit einem Podiumsplatz die WM-Führung übernehmen, zudem könnten Rivalen wie Fabio Di Giannantonio, Pedro Acosta, Marc Marquez und Francesco Bagnaia viel Boden gutmachen. "Die Saison ist noch lang", machte sich Rivola aber wenig Sorgen, dass die Brünn-Sperre nun zu einem Wendepunkt im negativen Sinne für Bezzecchis WM-Ambitionen werden könnten: "Wir haben ein konkurrenzfähiges Motorrad und zwei konkurrenzfähige Fahrer. Das wird jetzt einfach eine sehr aufregenden Weltmeisterschaft für uns alle."

Bezzecchi selbst begab sich am Sonntagmorgen übrigens zum Streckenposten in Kurve drei und suchte dort den betroffenen Marshal auf, um sich persönlich bei ihm zu entschuldigen. Zur 'Wiedergutmachung' schenkte er ihm auch seine Handschuhe. "Das war für mich ein sehr wichtiges Zeichen", gab es daraufhin Zuspruch von Bezzecchis ehemaligem Boss Pablo Nieto. Auch wenn es natürlich nicht schön gewesen sei, den Zwischenfall gestern zu sehen, meinte der VR46-Teammanager weiter: "Ich kenne Marco sehr gut und weiß, dass die letzte Nacht sehr hart für ihn war. Er weiß, dass er einen großen Fehler gemacht hat."

Das gesamte Geschehen vom Samstag fasst euch Markus auch nochmal in unserem neusten Video zusammen. Hier könnt ihr es euch ansehen:

MotoGP-Fahrer stöhnen in Brünn: Protokoll für Hitze nötig? (07:45 Min.)